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Vom Ende einer Geschichte [Gebundene Ausgabe]

Julian Barnes , Gertraude Krueger
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (68 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

1. Dezember 2011
Man Booker Prize 2011 für "Vom Ende einer Geschichte".
Wie sicher ist Erinnerung, wie unveränderlich die eigene Vergangenheit? Tony Webster muss lernen, dass Geschehnisse, die lange zurückliegen und von denen er glaubte, sie nie mehr hinterfragen zu müssen, plötzlich in einem ganz neuen Licht erscheinen.
Als Finn Adrian in die Klasse von Tony Webster kommt, schließen die beiden Jungen schnell Freundschaft. Auch später, nach der Schulzeit, bleiben die beiden in Kontakt. Bis die Freundschaft ein jähes Ende findet.
Vierzig Jahre später, Tony hat eine Ehe, eine gütliche Trennung und eine Berufskarriere hinter sich, ist er mit sich im Reinen. Doch der Brief eines Anwalts, verbunden mit einer Erbschaft, erwecken plötzlich Zweifel an den vermeintlich sicheren Tatsachen der eigenen Biographie. Je mehr Tony erfährt, desto unsicherer scheint das Erlebte und desto unabsehbarer die Konsequenzen für seine Zukunft.
Ein Text mit unglaublichen Wendungen, der den Leser auf eine atemlose Achterbahnfahrt der Spekulationen mitnimmt.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch (1. Dezember 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462044338
  • ISBN-13: 978-3462044331
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 13,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (68 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.381 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Wie Barnes allmählich die Selbstzensur in den Erinnerungen seines pensionierten Protagonisten Tony Webster bloßlegt, beweist seine ganze Meisterschaft." Süddeutsche Zeitung

»In Vom Ende einer Geschichte zeigt Barnes auf erstaunlich kleinem Raum, auf gerade mal 192 Seiten, ein Konzentrat seiner Kunst. Die handelt stets davon, wie vorläufig das Konstrukt ist, das man Identität nennt.« Wolfgang Höbel in Der Spiegel

»Natürlich geht es um Brüche und Lebenslügen. Um die Tricks, mit denen man sich sein Leben schön lügt. Wie Julian Barnes davon erzählt, ist beinahe hinterhältig gut. Ganz großartig, dieser kleine Roman.« WDR2

»Julian Barnes hat einen großen Roman von virtuoser Wucht geschrieben« WAZ

»Das Buch ist stilistisch vollendet – schmal, konzentriert, nachdenklich. Eine elegante Betrachtung der Frage, was wir von uns und unserer Existenz wissen können. Wie man überhaupt erkennen kann, was ein gutes Leben war oder ist, wenn doch die Erinnerung an das, was war, so trügerisch ist.« Zeit Literatur

»Ein wunderbarer Roman, der beim einzelnen Leser und auch in der literarischen Welt garantiert lange nachwirken wird.« Lesart

»Eine Art psychologische Detektivgeschichte, die sich unerhört spannend liest und auf die Selbstenthüllung und Selbsterkenntnis des Helden hinausläuft, so gnadenlos konsequent wie eine griechische Tragödie.« Sigrid Löffler, ORF

»Die Hochspannung, die von dem schmalen Werk ausgeht, verdankt sich nicht allein Barnes’ perfektem Aufbau der Geschichte, sondern ihrem psychologischen, emotionalen und moralischen Nachhall. Was hier erzählt wird, ist das Kondensat eines Lebens, das ohne größere Amplitüden geführt wurde und auf das sein Protagonist doch nur voll Reue, Wehmut und Scham zurückblicken kann.« FAZ

»Brillant, stark und bewegend«. Denis Scheck

Über den Autor

Julian Barnes, geb. 1946, arbeitete nach dem Studium der modernen Sprachen zunächst als Lexikograph und dann als Journalist. Seit 1980 hat Julian Barnes zahlreiche Romane geschrieben. Für sein Werk wurde er weltweit mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. 2004 und 2005 erhielt er den 'Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur'. Julian Barnes lebt in London.Gertraude Krueger, 1949 geboren, lebt als Dozentin und freie Übersetzerin in Berlin. Zu ihren Übersetzungen gehören u.a. Sketche der Monty-Python-Truppe und Werke von Julian Barnes, Alice Walker, Siri Hustvedt und Jhumpa Lahiri.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
51 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Für diesen schmalen, sprachlich konzentrierten und stilistisch sehr gelungenen, nachdenklichen Roman hat der englische Schriftsteller Julian Barnes 2011 -endlich, ist man geneigt zu sagen- den begehrten Booker Preis bekommen. Der Roman ist, hinter der Geschichte, die der Protagonist des Buches selbst erzählt, die tiefsinnige Umkreisung der Frage, was wir als Menschen überhaupt wissen können von unserem Leben. Wenn doch, wie jeder beim Nachdenken über sein eigenes Leben bis zurück in die Jugendzeit selbst schnell in Erfahrung bringen kann, die Erinnerung an das, was war, so unklar und trügerisch ist, wie soll man dann überhaupt erkennen und entscheiden können, was ein gutes Leben war oder ist ?

Indem Julian Barnes seine Hauptfigur Tony Webster als einen über sechzig Jahre alten Mann schildert, der über einen kürzeren Zeitraum hinweg sein Leben befragt, will er dem Leser zwischen den Zeilen die Erkenntnis vermitteln, dass jedes Bild, das wir, unser Leben erinnernd, uns von uns selbst machen, sich schon während dieses Vorgangs in ein permanent sich veränderndes Objekt verwandelt.

Tony Webster blickt auf ein durchaus erfolgreiches Leben zurück. Er hat es im Beruf zu etwas gebracht, sieht seinem Ruhestand gelassen entgegen. Seine Ehe mit Margaret ist zwar geschieden worden, doch immer wieder trifft er sich mit ihr, auch um die Dinge und Gefühle zu diskutieren, die ihn im Rahmen seiner Erinnerungsarbeit bewegen. Mit seiner schon erwachsenen Tochter versteht er sich gut.

Dieser eher durchschnittliche Mann hätte niemals in seinen Erinnerungen gewühlt und sich von ihnen sein Leben auf den Kopf stellen lassen, wäre nicht eines Tages ein Brief von einem Anwalt gekommen. Die Mutter seiner Jugendfreundin Veronica hat ihm das Tagebuch seines ehemaligen Schulfreundes Adrian vermacht. Dieser Adrian hatte, bald nachdem sich Veronica von Tony getrennt hatte, diese geheiratet und Tony damals in einem Brief quasi um Erlaubnis für diesen Schritt gebeten. Bald darauf nahm sich Adrian das Leben.

Veronica, die sich in den Besitz dieses Tagesbuch gebracht hat, will es Tony nicht überlassen. Weil er vermutet, aus diesem Tagebuch etwas über sein Leben zu erfahren, versucht er alles, um Veronica zur Herausgabe des Erbstücks zu bewegen. Und er beginnt die Geschichte zu erzählen, als, Jahrzehnte vorher, eines Tages ein neuer Schüler in die Klasse kommt, Adrian Finn. Klein und schüchtern, gibt er aber den Lehrern verstörende Antworten. Als in der Englischstunde etwa der Lehrer nach dem Sinn des Lebens am Beispiel eines Gedichtes fragt, antwortet Adrian:
"Eros und Thanatos, Sex und Tod. Oder Liebe und Tod, falls Ihnen das lieber ist. Jedenfalls um das erotische Prinzip und den Konflikt mit dem Todesprinzip und was aus diesem Konflikt folgt, Sir." Daran erinnert sich Tony noch sehr genau, genau wie an eine andere Szene aus dem Geschichtsunterricht. Auf die Frage des Lehrers, was Geschichte sei, antwortet Tony: "Geschichte ist die Summe der Lügen der Sieger."
Adrian Finn, danach vom Lehrer zu einer Antwort aufgefordert, sagt: "Geschichte ist die Gewissheit, die dort entsteht, wo die Unvollkommenheiten der Erinnerung auf die Unzulänglichkeiten der Dokumentation treffen." Und er bezieht es, weiter gefragt, auf den unerklärlichen Selbstmord des Mitschülers Robson, der sich erhängt hatte, nachdem er seine Freundin geschwängert hatte: "Nichts ersetzt die Aussage von ihm."

Dieser Satz, den er bei dem Franzosen Patrick Lagrange gefunden hat, ist sozusagen der Schlüsselsatz des ganzen Romans. Denn das ihm vermachte Tagebuch Adrians wird dem gesetzten Tony geradezu zur Obsession. Denn in Adrians Aussagen über ihn sucht er Aufklärung über sein eigenes Leben. Seine eigenen Erinnerungen sind ihm nicht genug, er glaubt, er könnte sich im Anderen finden. Eine verhängnisvolle Täuschung und eine erbärmliche Kapitulation des eigenen Ichs dazu.

Schon früher hatte Tony immer auf Adrian geschaut, seine Worte regelrecht in sich aufgesogen. Doch nun muss er, sich immer weiter erinnernd, und immer mehr Details erfahrend, ernüchtert feststellen, dass er selbst das Leben Adrians vielleicht mehr beeinflusst hat, als er dachte, bis hin zu seinem Suizid.

Der Roman fesselt seinen Leser bis zum überraschenden Ende und zwingt ihn regelrecht zur Auseinandersetzung mit den Fragmenten und Täuschungen seiner eigenen Lebensgeschichte.
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131 von 147 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Sarah O. TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
In seinem nicht einmal 200 Seiten dünnen Roman "Vom Ende einer Geschichte", welcher - meiner Meinung nach zurecht - in diesem Jahr den renommierten Booker Prize gewonnen hat, erzählt der Autor Julian Barnes eindrucksvoll eine Geschichte über die Reflektion der eigenen Vergangenheit und dem kritischen Umgang mit sich selbst.

Der Ich-Erzähler, Tony Webster, erinnert sich im ersten Teil des Romans an seine eigene Jugend Ende der Fünfziger, Anfang der Sechziger Jahre in London zurück. Zu Schulzeiten gesellte sich zu seinem Freundeskreis, der bis dahin mit Alex, Colin und ihm aus drei Jungen bestanden hatte, der stille, aber hoch intelligente und sehr philosophisch denkende Adrian Finn. Nach der Schule trennten sich die Wege der Jungen, Tony studierte in Bristol, Adrian bekam das Stipendium für Cambridge, und der Kontakt wurde sporadisch. Tonys erste Freundin Veronica war für ihn eine Enttäuschung. Sie manipulierte ihn, ließ ihn zappeln und schon bald war Schluss. Später eröffnet Adrian ihm, dass er nun eine Beziehung mit Veronica hat und bittet um seine Erlaubnis, worauf Tony ungehalten reagiert. Der Kontakt der beiden jungen Männer endet.
Mit nur 22 Jahren nimmt sich Adrian das Leben und hinterlässt nur einen Abschiedbrief mit hochphilosophischen Erklärungen.

Mehr als 40 Jahre vergehen, in denen Tony ein ganz normales Leben führt, heiratet, eine Tochter und ein Enkelkind bekommt, geschieden und pensioniert wird. Doch dann holt ihn die Vergangenheit plötzlich wieder ein, denn Veronicas Mutter, die er nur ein einziges Mal gesehen hatte, hat ihn in ihrem Testament bedacht: 500 Pfund und Adrians Tagebuch soll er bekommen. Da Veronica dieses aber zurückhält, ist er gezwungen sich in seinen ungenauen Erinnerungen noch einmal intensiv mit seiner Vergangenheit zu beschäftigen und auch kritisch zu hinterfragen, ob er das Bild, das er all die Jahre von der Beziehung zu Veronica und von Adrians Tod hatte, wirklich richtig ist, oder ob er sich nicht vielleicht doch selbst getäuscht hat.

Berührend und voller überraschender Wendungen blickt der Ich-Erzähler auf sich selbst zurück und riss mich beim Lesen mit jeder Seite und ohne die kleinste Länge mit. Ein wirklich gelungener Roman, der einen nachdenklich stimmt und wohl noch lange in Erinnerung bleibt. Wirklich sehr lesenswert.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Schein trügt... 17. April 2012
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Barnes Geschichte kommt anfangs leicht daher, schildert die selbsterlebte Jugend selbstverständlich, selbstgerecht und mit Abstand vieler Jahrzehnte. Erst im Alter kommen Bausteine der Dreiecksgeschichte zwischen seiner einstigen Geliebten, seinem besten Freund und ihm langsam zutage. Das bringt seine Wahrheit ins Wanken, stellt sein bisheriges Leben teilweise in Frage. Barnes schreibt schnörkellos, wenn auch teilweise detailgenau, manchmal sehr ausführlich. Kleinste Details der Vergangenheit erhalten plötzlich einen hohen Stellenwert und sind in der Rückschau unerträglich für den Ich-Erzähler. Das Buch ist oft verstörend und für ältere Leser geeignet, die sich dieser Nabelschau hingeben können, ja, die sich auf die Vergangenheitsbewältigung einlassen wollen. Kein leichtes, aber ein gutes Buch!
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Vom Ende einer Geschichte
Wir haben das Buch in unserem Lesekreis gelesen und es ergab eine rege Diskussion. Einigen , wie mir gefiel es sehr gut, aber auch einigen nur gut. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Tagen von Hella Kalteis veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Bewegend
Es ist seltsam, es liegt schon wieder eine Weile zurück, als ich das Buch las. Ich vergesse den Inhalt der Bücher NICHT, wenn sie mich voll packten. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Bücherwurm veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ein Leben in zwei Geschichten gespiegelt
ich habe das Buch sehr flüssig lesen können und meiner 20 jährigen Tochter hat es auch sehr gut gefallen. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Stefan Ludwig veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen der Sprecher
den Meinungen der meisten Rezensenten bezüglich des Buches kann ich mich gut anschließen. Der Genuß wäre bei einem anderen Sprecher größer. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von ein veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen gefiel mir bedingt
Dieses Buch ist sehr unterschiedlich bewertet und mir fällt es in diesem Fall schwer, mich für eine Meinung zu entscheiden, denn vieles gefiel mir, anderes nicht. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Dienina Casta veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Ein literarischer Spaltpilz
Fast so aufregend wie das vorliegende Buch von Julian Barnes ist die Flut ungewöhnlich konträrer Rezensionen, die ihrerseits en passant einen zusätzlichen... Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Borux43 veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen "mein Lieblingsbuch"
Toll erzählte Geschichte, die aufklärt über das, was wir für uns zu sein scheinen und wie unser Gehirn mit uns spielt.
Vor 3 Monaten von Thomas-Emu veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Nicht überzeugend.
Die Geschichte hat micht nicht überzeugt. Es ist kein Wert an sich, in Andeutungen zu verharren, Dinge unausgesprochen zu lassen und erkennbar zu viel Interpretationsspielraum... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Jura-Studi veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Was das Leben mit Erinnerungen macht
Dieses Buch handelt von einem Rückblick ins eigene Leben und von Freundschaft und Liebe und wie vieles rückblickend die Fähigkeit bekommt sich nochmals in der... Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Raffaela Spataro veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen nervig
Eine nervige Geschichte, deren Ende man eigentlich von Anfang an kennt. Pseudophilosophie? Neid auf intelligente Menschen? Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Malintzin veröffentlicht
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