An diesem Film ist einfach alles phantastisch: die Atmosphäre, die Schauspieler und ihre Leistung, die Musik, die Ausstattung, die Dialoge - alles! Soviel vorweg; ich wollte die Rezension unmittelbar nach dem ersten Sehen schreiben, aber der Film mußte sich erst mal setzen. Er beschäftigt einen lange.
Der Schriftsteller Maurice Bendrix trifft in einer regnerischen Nacht einen alten Freund und begleitet ihn nach Hause, weil er etwas durch den Wind wirkt. Der Bekannte, Henry Miles, erzählt ihm, dass er seine Frau Sarah im Verdacht hat, eine Affäre zu haben, und dass er einen Detektiv mit Beobachtungen beauftragen wollte. Nun ist es so, dass Maurice selbst bis vor zwei Jahren - England befand sich mitten im Zweiten Weltkrieg - ein Verhältnis mit Sarah (dargestellt von Julianne Moore, die spielt, als ginge es um ihr Leben) hatte, die ein plötzliches Ende genommen hat. Sarahs Mann ist unentschlossen und antriebslos, und so nimmt Maurice die Sache selbst in die Hand und geht zu der Detektei.
Wir erfahren nun, gemeinsam mit Maurice, was sich in den vergangenen zwei Jahren getan hat, und lernen ihn, Sarah und ihren Mann genauer kennen. Das Geschehen spielt sich auf unterschiedlichen Zeitebenen ab; in Einzelszenen erfahren wir, was gegenwärtig zwischen den Dreien geschieht, und andererseits setzt sich wie ein Puzzle die Vergangenheit vor uns zusammen; Missverständnisse klären sich auf und scheinbar belanglose Bemerkungen werden abgrundtief verhängnisvoll. Was mich so fasziniert hat, ist die Glaubwürdigkeit und Vielschichtigkeit aller Personen, bis hin zu dem kleinen Detektiv und seinem Sohn! Als wäre das, was besonders Sarah, Maurice und Henry durchmachen, nicht schon tragisch genug, entfalten alle sehr klar individuelle Persönlichkeiten, die stets glaubwürdig sind und für deren Handlungen, Entscheidungen und Standpunkte man so viel Verständnis aufbringt. Sie kommen einem sehr, sehr nahe. Am Ende bleibt ein Gefühl, das jeder kennt; es ist dieses Gefühl des „Wenn ich das gewusst hätte!", bei dem die Erkenntnis bleibt, das das Leben weitergehen muß, auch wenn das den Menschen, die man in dieser Geschichte kennengelernt hat, unbeschreiblich schwer fallen muß.
Was die DVD ansonsten noch zu bieten hat, habe ich ehrlich gesagt gar nicht so beachtet ... der Ton ist 5.1 in deutsch und englisch, und es gibt neben dt. und englischen auch noch viele andere Untertitel. Die Originalsprache ist also fast uneingeschränkt zu genießen.- Das Booklet ist sehr informativ und beschäftigt sich mit Dreharbeiten und den Hintergründen des Romans von Graham Greene, der 1951 erschien und sehr persönlich sein soll.