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Ende des Gehorsams
 
 

Ende des Gehorsams [Kindle Edition]

Anneliese Rohrer
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Wenn wir tatenlos zuschauen, wie Demokratie unterhöhlt, unterwandert und schleichend abgeschafft wird, dann machen wir uns schuldig - wir alle, nicht nur "die da oben". Wir müssen aufhören, zu gehorchen, und anfangen, uns einzumischen. Es ist höchste Zeit.

Demokratie ist nicht selbstverständlich. Sie wurde hart erkämpft, und ist schützenswert. Natürlich sind gesellschaftliche Werte einem dauernden Wandel ausgesetzt. Wenn jedoch die demokratischen Institutionen schleichend ausgehöhlt werden, wird es Zeit, sich zu wehren. Die entscheidende Frage: Gibt es ihn, den wehrhaften "Wutbürger", der mit Augenmaß und Hartnäckigkeit das Erreichte verteidigt, mit Ungehorsam gegen Gleichgültigkeit und Devotheit vorgeht? Oder versinken wir in Resignation mit einem Schuss spätkapitalistischer Dekadenz und fallen widerstandslos auf schamlosen Populismus herein - auf welcher Seite immer?
Ende des Gehorsams ist ein leidenschaftliches Pamphlet, ein Aufruf an uns alle, unsere Verfassung, die Institutionen dieses Staates ernst zu nehmen - wenn uns Österreich in seiner demokratischen Verfasstheit und Freiheit noch am Herzen liegt. Anneliese Rohrer analysiert pointiert den Zustand unserer Gesellschaft, die sich an der Kippe befindet, sich immer weiter entfernt von demokratischen Standards und Selbstverständlichkeiten, auf einem Weg, an dessen Ende uns nichts Gutes erwartet.

Über den Autor

Anneliese Rohrer ist eine der profiliertesten Journalistinnen Österreichs. Sie lehrte nach ihrem Geschichtsstudium in Wien drei Jahre lang an der Universität Auckland, Neuseeland. Seit 1974 war sie für die Tageszeitung die Presse tätig, wo sie ab 1987 das RessortInnenpolitik und von 2001 bis 2005 das Ressort Außenpolitik leitete. Im Jahr 2003 wurde Anneliese Rohrer mit dem Kurt-Vorhofer-Preis für Politikjournalismus ausgezeichnet.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mag Wolfgang Neubacher TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Nein, angenehm sind die diversen Fakten nicht, die Annliese Rohrer den Lesern ins Gesicht knallt; messerscharf analysiert sie die aktuellen österreichischen Zustände: viele Österreicher identifizierten sich kaum mit ihrem Staat; 20% der Österreicher (westeuropäischer Durchschnitt: 5 - 7%) hätten nichts gegen ein autoritäres Regime; um sie praktisch "unantastbar" zu machen, habe Österreich über 1100 (!) Gesetze in den Verfassungsrang erhoben (zB für Taxikonzessionen); Österreich habe eine Neigung zur "Untertanenmentalität"; kaum jemand sage "den Erwin Prölls und Michael Häupls die Meinung"; die derzeitige Regierung hänge "am Tropf der Kronenzeitung" usw. usw.
Doch Anneliese Rohrer beklagt nicht nur die herrschenden Zustände, sie hat auch Vorschläge, um einiges in diesem Land zum Besseren zu verändern: Zivilcourage sei lernbar; viel kritische E-Mails zwängen die Politiker zu reagieren; die Passivität, die in Österreich die Norm sei, müsse überwunden werden, ebenso die starren Denkmuster und - wie aktuell - ein "Stopp der Vergeudung von Steuergeld und der Anhäufung von immer mehr Staatsschulden."
Ein sehr wichtiges, nicht gerade angenehmes Buch der "Grande Dame" des österreichischen Journalismus, das hoffentlich einige Leute zum Denken (und Handeln!) anregt.
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14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Abendland-Untergangs Remix 23. Oktober 2011
Von Dr. Christian Donninger TOP 1000 REZENSENT
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Ich habe mir vor nicht allzu langer Zeit ein Probeabonnement der DiePresse zugelegt. Es stand zwar der eine oder andere interessante Artikel drinnen. Ich habe das Abonnement trotzdem nicht verlängert, weil es mir auf Dauer zu anstrengend ist jeden Tag zum Frühstück das Abendland vor dem Untergang zu retten. Die Dauererregung von DiePresse steht in einem eigenartigen Kontrast zum typischen hofrätlichen DiePresse Leser. Wahrscheinlich dient es dazu ein bisserl Adrenalin in ein sonst ereignisloses Leben zu bringen. Dieses Buch ist kondensierter DiePresse Alarmismus. Die Zivilgesellschaft steht am Scheideweg, es droht das Multiple Organversagen der Demokratie, es droht eine neue Diktatur (alles Originalausdrücke aus dem Buch). Belegt wird diese These durch aktuelle Umfragen und einer Fülle von Anschauungsmaterial zum schlampigen Umgang mit den Grundsätzen der Demokratie (es war aber auch der Austrofaschismus eine schlampige Diktatur).
Der erste politische Ausspruch den ich als kleiner Bub (Anfang der 1960er Jahre) bewusst wahrgenommen habe ist "A klana Adi gehörat wieda her". Der Spruch erregte mein Interesse. Ich durchkämmte vergeblich Tag für Tag die Zeitung meines Vaters auf der Suche nach dem "kleinen Adi". Ich lernte alle möglichen Politiker kennen, aber den "kleinen Adi" gabs trotz seiner Beliebtheit in meiner Umgebung nicht. Als ich verstand was gemeint war, verstand ich die Welt der Erwachsenen nicht mehr. Ich kann mich auch nicht errinnern, dass die Demokratie und die politischen Akteure damals besser gewesen wären. Ganz im Gegenteil. Die Missbrauchsfälle sind nur aus dem autoritären Geist dieser Zeit erklärbar. Ich bin im katholischen Kindergarten mit dem Rohrstaberl verprügelt worden, weil ich nicht beten konnte und wollte. Warum ist die Demokratie seither nicht schon x-Mal untergegangen, warum geht sie ausgerechnet jetzt unter? Es kreisen bei Rohrer die Abendland-Untergangs-Berge und gebieren am Ende eine Handlungsmaus: Der Citoyen soll die Polis retten, indem er Politikern die ihm über den Weg laufen seine Meinung sagt. Er soll ihm auch EMails schreiben. Er soll auf Facebook und Twitter seine Meinung kund tun. Es spricht nichts dagegen. Nur braucht man ein derartiges worst-case-Szenario als Motiviation um diese eher banalen Handlungen zu setzen? Verdient das wirklich den Ausdruck Mut oder ist es gar "Das Ende des Gehorsams"?
Anneliese Rohrer verwendet an meheren Stellen den Ausdruck "Blase" um die soziale Abkapselung z.B. von Politikern zu beschreiben. Bei ihr kann man eindeutig von einer DiePresse Blase sprechen. Wahrscheinlich sind im vorsichtl- und rücksichtl Milieu der DiePresse-Klientel derartig elementare Handlungen wirklich schon ein Akt von Heldentum. Wobei sich Madame Wehrhaft gleichzeitig in dieser Blase nicht sehr wohlfühlen dürfte. Ich nehme an sie hat einen protestantischen Hintergrund und es ist ihr die katholische Untertanen-Seele fremd. Sie betont im Buch mehrmals, dass sie den Hinweis auf den Katholizismus nicht mehr hören kann. Es ist in ihren Augen eine faule Ausrede.
Obwohl es die Autorin nie explizit ausspricht, hat der ganze Untergangs-Klimbim einen banalen Hintergrund. Die beiden traditionellen Volksparteien SPÖ und ÖVP zeigen unverkennbare Alterserscheinungen. Im Falle der SPÖ dürfte sich die Anteilnahme Rohrers in Grenzen halten. Bei der ÖVP tut es ihr aber weh. Noch dazu wo die Alternative H.C. Strache heisst. Rohrer ist hellsichtig genug, um dahinter keine Verschwörung zu sehen. Sondern ein Versagen der bürgerlichen Klientel. Die eigentliche Botschaft des Buches ist: Ihr Wappler wachts endlich auf und tuts was gegen den Aufstieg von H.C.
Man muss aber schon in der DiePresse Blase leben, wenn man einen eventuellen Wahlsieg der FPÖ und eine Regierungsbeteilung dieser Partei als das Ende der Demokratie sieht. Ich würde es als einen Prozess der demokratischen Normalisierung sehen. Ob was Besseres herauskommt ist eine andere Geschichte. Aber grundsätzlich ist ein Regierungswechsel noch kein Putsch.

Wie kann man sich als Citoyen tatsächlich in den demokratischen Prozess einbringen? In einer parlamentarischen Demokratie ist die Frage einfach zu beantworten. Indem man im Rahmen des Parteiensystems für eine Funktion in diesem System kandidiert und diese Funktion gemäss der Vereidungsformel "Nach besten Wissen und Gewissen" ausübt. Persönlich bin ich oppositioneller Gemeinderat in einer tiefschwarzen Waldviertler Gemeinde. Ohne meine Tätigkeit könnte die ÖVP machen was sie will. Stattdessen kann sie im Rahmen der Gesetze machen was sie will. Das ist ein Unterschied. So wurde die letzte Gemeinderatswahl auf Grund von Unregelmässigkeiten bei der Briefwahl vom Verfassungsgerichtshof annuliert. Die Wahlwiederholung brachte dasselbe Ergebnis. Aber die Niederösterreichische Wahlordnung wurde auf Grund dieses Spruches entsprechend reformiert. Ohne einen Sitz im Gemeinderat hätten mein Kollege und ich gar nicht die Möglichkeit (und auch nicht die Motiviation) gehabt das Vergehen beim VfGH einzuklagen. Im Waldviertel gegen die Schwarzen zu kandidieren dürfte aber doch etwas jenseits des Horizontes der DiePresse Leser sein. Die resolute Autorin kennt ihre Pappenheimer aus leidvoller Erfahrung und so kommt es im Einsatzplan zur Rettung der Demokratie auch nicht vor.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
A. Rohrer ist eine gelernte Österreicherin. Madame Wehrhaft würde ich sagen. Das Buch hat mir gut gefallen. Es ist nicht zu lang, in guten zwei Tagen auszulesen. Sie schreibt leicht, hab ein paar sehr gute Sager im Buch. Man sieht, es ist ihr ernst. Sie will andere motivieren, was zu tun - ohne selbst etwas zu tun. Das ist das Fatale all jener, die anderen sagen, dass sie sich bewegen sollen. Aber auch gute Tipps. Nur: Auch sie scheut sich, dem Kind einen Namen zu geben. Es bringt nichts, E-Mails an die Regierer zu schicken, die sie löschen können, ohne sie nicht einmal NICHT beachtet zu haben. Die Menschen müssen demonstrieren, eine andere Sprache verstehen die verselbständigten Politiker nicht.
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