Als dieses Buch vor einigen Monaten entstand, hatte die aktuelle Finanzkrise schon eine gewisse Zuspitzung erfahren. Der Autor, Journalist einer relevanten Wirtschaftszeitung, hat die Krise aber nicht erst vor kurzem entdeckt, sondern weist schon seit längerer Zeit auf die Fehlentwicklungen hin. Er tut es mit einem abwägenden, klaren und vorurteilslosen Sinn.
Der Leser erhält ein Fülle von Informationen, die auf eine gute Sachkenntnis schließen lassen. Eine Stärke liegt auch in der gut lesbaren Darstellung der zum Teil recht abstrakten Zusammenhänge. Klar ist inzwischen, dass jeder Bürger über grundlegende Zusammenhänge des Finanzsektors Bescheid wissen sollte, denn es geht um sein Geld und um seinen Arbeitsplatz, wenn Banken kollabieren oder mit Steuermilliarden gerettet werden.
Voreilige und billige Schuldzuweisungen lehnt Zeise ab. Ausführlich kommen Positionen zu Wort, die sich der Ideologie der deregulierten Märkte, die Schiffbruch erlitten hat, entgegen stellen.
Verstaatlichung von Banken, wie vom Autor als eine Option bevorzugt, war zur Zeit der Entstehung des Buches noch eine scheinbar extreme Position und ist heute gerade in den am stärksten deregulierten Wirtschaften US, Großbritannien längst Realität geworden.
Gehörige Skepsis ist angebracht, ob hierzulande Bundesstaat, Länder und Kommunen, die zum guten Teil das "Zocken" begünstigt oder mitgemacht haben, die geeigneten Retter sind. Andere Retter scheint es aber nicht zu geben. Und mancher Politiker und Bänker wurde schon über Nacht oder übers Wochenende vom Saulus zum Paulus. Real oder scheinbar. Das vorliegende Buch hilft dabei wirtschaftliche Realität und Fiktion, die in der "Blase" nicht unterscheidbar schienen, gedanklich sauber zu trennen. Das ist sehr viel für ein Buch. Und das zu einem vertretbaren Preis. Eine reelle Investition.