Wenn man von einer Eels Platte musikalisches Neuland erwartet wird man regelmäßig enttäuscht. Und Mark Oliver Everett bedient sich zudem auch auf End Times seiner 6 Melodien und Harmonien, die schon die Vorgängerplatten ausgemacht haben. Es ist also nicht das musikalische Handwerk oder das ausgefeilte Songwriting, dass Eels Platten immer wieder so atemberaubend gut machen. Hat man das erste Stirnrunzeln über die Resteverwertung von bekannten Songstrukturen abgelegt und das alles akzeptiert, ja dann entblättert sich die Magie dieses Albums.
Mark Oliver Everett macht nämlich das, was er am besten kann: Er verarbeitet einen Schicksalsschlag in wunderschöne Texte und sing/spielt sie mit einer Leidenschaft, Zerbrechlichkeit und Entblößung, die einfach atemberaubend sind. Die CD läuft bei mir jetzt seit Wochen non-stop und jedes (!) Lied ist immer wieder aufs neue ergreifend. Auch die "Rocker" sind gut und machen Spaß. Aber - wie immer - sind es die traurigen Stücke ("A line in the dirt", "In my younger days"), die den Höhepunkt darstellen.
Also wer sich mal wieder so richtig in einer Platte verlieren möchte, um für eine Zeit abzutauchen - kaufen. Krieg sie nicht mehr aus dem Kopf.