Anna-Maria Ruf ist eine sympathische Autorin. Viele Gefühle, die sie in ihrem Buch beschreibt, kenne ich aus meiner eigenen Biographie.
Alles in allem hat mir das Buch jedoch nicht besonders gut gefallen und ich möchte die Gründe dafür ausführen: durch die Kurzbeschreibung habe ich mir etwas anderes unter dem Buch vorgestellt, nämlich einen stärkeren Bezug zum Leben und Wirken von Jim Morrison und den Doors.
Letztendlich jedoch bekommen habe ich eine Autobiographie, die in Teilen fiktiv sein soll. Welche Teile, das kommt leider nicht heraus. Dabei lernt die Protagonistin im Laufe ihrer Entwicklung doch gerade die Ehrlichkeit zu schätzen, mit der ihr der Frontmann der österreichischen Doors-Coverband entgegentritt und bekommt sogar den Rat von ihm, ihre wahre Geschichte niederzuschreiben. Was letztendlich wahr ist und was nicht, ist dem Leser nicht ersichtlich. Das finde ich persönlich schade.
Das Buch erscheint mir an einigen Stellen zu langatmig, z.B. in der Mail-Korrespondenz mit Jimjason. Die Autorin wiederholt sich oft, durch Kürzen an diesen Stellen wäre das Gesamtwerk sehr viel ansprechender.
Anna-Maria Ruf hat eine gute Schreibe, durch die Langatmigkeit und Inhaltslosigkeit verschiedener Textpassagen jedoch habe ich mich eher durch das Buch gequält. Der Bezug zu den Doors und vor allem zu Jim Morrison äußert sich zum Großteil durch die Beziehung zu Jason Boiler, dem "Jim" einer Doors-Coverband. Ich hätte mir mehr Bezug zu den Texten von Jim Morrison gewünscht (nicht nur Textpassagen aus Doors-Songs, sondern eben auch Gedichte, etc.) und die Rezeption und die Reflektion von Jim Morrisons Texten. Über Jim Morrisons Denken erfährt man hier nämlich nichts und noch schlimmer: was die Autorin wirklich aus den Werken von Jim Morrison gezogen hat, offenbart sie dem Leser auch nicht.
Das Buch "End Of The Night oder Der Ruf des Schmetterlings" ist für mich eher die Hommage eines Groupies an seinen Helden Jason Boiler, denn eine Identitätssuche im Lichte Jim Morrisons, wie es im Untertitel benannt wird.