Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Poesie im Schlund der Melancholie, 5. Juli 2007
Selten zuvor habe ich solch schöne lyrische Texte gehört wie bei dieser Band und als Fan der Gothic und Wavebands der ersten Stunde, schwelge ich dahin in Jugenderinnerungen. Einmal mehr kommt ein neuer Musiktrend von der Insel und für mich sind die Editors die Speerspitze und bei weiten beste Band dieser Bewegung. Die neuen Songs besitzen gar noch mehr tiefe als die des Erstlings und umschließen direkt die Seele des Zuhörers und lasen ihn nicht mehr los. Wer traurige Musik in einem Wall von Gitarren und treibenden Bassläufen à la Joy Division mag, sollte diesem Album eine Chance geben.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einfach mit verdammt guter Musik zu vergleichen, 3. Dezember 2007
Was wurden nach dem Erstling The Back Room nicht alles für Vergleiche herangezogen, um die jungen Engländer irgendwie zu erklären. Die wenigsten klingt-wie-Vertreter waren dem durchschnittlich Musik versierten Endverbraucher bekannt. Melde sich mal einer unter 30 Lenze mit nicht eingeengtem Musikgeschmack, der eine Joy-Division- oder Chameleons-Platte im Schrank hat, ich kenne nämlich keinen Einzigen. Mit den fantastischen Jungs von Interpol konnten viele etwas anfangen. Die Ärmsten müssen sich ja seit Jahren selbst mit diesen abstrusen Gleichnissen herumschlagen. Ich persönlich würde mich nicht mehr trauen, Paul Banks darauf anzusprechen. Aber manche Journalisten lernen es nie. Dann war da noch der sehr weit hergeholte Vergleich mit Coldplay, wahrscheinlich weil auf den Editors-Alben im Hintergrund irgendwo ein Piano herumklimpert. (Vielmehr wäre es Chris Martin zu gönnen, dass er und seine Mannen mit ihrer Musik endlich mal wieder eine ähnlich editorisch intime Atmosphäre erschaffen.) Die Frage bleibt: Muss man immer in diese Vergleichskiste greifen? Natürlich haben auch die Editors die Musik nicht neu erfunden, sicher haben sie sich aus verschiedenen Genres bedient. Aber mal ehrlich, wer macht das nicht? Musik, egal ob nun gut oder schlecht, aus Mangel an Originalität einfach mit 'klingt wie...' zu erklären ist mir persönlich zu dürftig.
Nun zur Platte. Smokers Outside The Hospital Doors ist für viele die Übersingle des Albums. Ohne Frage ein fantastischer Song, der geradezu gierig auf mehr macht. Doch kaum hat man den Titel-Track An End Has A Start gehört, kommt man schon ins Schwanken. Der ist ja noch besser, denkt man und freut sich. Ebenfalls repeat-verdächtig: Escape The Nest, The Racing Rats (wohl die nächste Single), When Anger Shows, Spiders, The Weight Of The World und Bones. Das von vielen hoch gelobte Push Your Head Towards The Air zündete bei mir nicht so hundertprozentig, genau wie Well Worn Hand, aber das macht überhaupt nichts. Schlecht oder auch nur mittelmäßig ist kein einziger Song, soviel sei gesagt, und wie schon bei The Back Room, muss man auch dem Zweitling seine Zeit geben. Mit drei-, viermal hören ist es nicht getan. Tom Smith singt über das Leben, das so traurig und grausam sein kann und vor allem über dessen Endlichkeit. Mit jedem Song kriecht einem Smith' Stimme förmlich ins Hirn und ins Herz. Gänsehaut beim Hören und Mitsingen ist garantiert. An End Has A Start ist sowohl im hohen Maße lyrisch als auch tanzbar, einfach eine stimmige Mischung aus virtuosem Gitarrenrock und großartigem Songwriting. Das Album verdient keine wie auch immer gearteten Vergleiche, es verdient einzig die Gaben des Zuhörens, Draufeinlassens und Mitfühlens ... 'You came on your own, that's how you'll leave, with hope in your hands and air to breathe'... So simpel, so verdammt richtig!
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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
We've all been changed . . ., 3. Juni 2007
Verrückt, wie sich manche Sachen manchmal ähneln. Sowohl Bloc Party, als auch die Editors veröffentlichten 2005 zwei der besten Debüts der letzten Jahre, bis oben hin vollgepackt mit Hits, Atmosphäre und irgendwie diesem gewissen Etwas, was sie besser macht als, na, sagen wir mal Razorlight oder Mando Diao. Und nun ist es 2007 und beide Bands müssen zeigen was sie können. Bloc Party legten die Messlatte Anfang des Jahres schon reichlich hoch... nun kommen die Editors und haben, welch glückliche Parallele, auch noch mit Jacknife Lee zusammengearbeitet, jenem Produzenten, der auch schon an Bloc Party's Zweitwerk herumschraubte. Und An End Has A Start" macht das Beste aus dem großen Vorläufer The Back Room": es versucht anders zu sein. Nicht nur, aber zu großen Teilen. Die Editors waren seit jeher keine simple Schrammel-Band, doch nun haben sie die Mittel und die Fähigkeit ihrem Sound das zugeben, was er benötigt: Größe, aufwendige Produktion und dieses gewisse Gefühl von Erhabenheit. Und glücklicherweise leiden die Songs nicht drunter, denn die sind nach wie vor klasse. Hervorragende Melodien mit Tom Smiths kongenialer Stimme und Texten versehen... die Editors machen es wie immer, nur ausgefeilter und vielseitiger. Da schreckt man auf Nummern wie dem Opener Smokers Outside The Hospital Doors" oder The Weight Of The World" auch mal nicht vor dramatischem Stadionrock-artigen Hymnen zurück. Gebettet in eine Atmosphäre, die sicher für viele erdrückend und überproduziert wirken mag (Jacknife Lee halt), entfalten sich grandios stimmungsvolle Popsongs. Aber man muss sich drauf einlassen. Warum soll immer alles klein gehalten werden? Warum dürfen die Editors nicht die Größe an Sound zeigen, die sie wollen? Wer ihnen jetzt einen massentauglichen Ausverkauf á la Coldplay unterstellt, der bestätigt nur das oft intolerante Denken der sonst so coolen Indie"-Szene. Denn was bleibt richtig gute Songs... An End Has A Start" und Bones" schlüpfen in die Fußspuren von Munich", The Racing Rats" gibt Gas, während Escape The Nest" uns mit einem Mörderriff und Spiders" mit seiner atmosphärischen Zurückhaltung in den Bann zieht. Den Abschluss macht mit Well Worn Hand" sogar noch eine erstklassige Klavierballade. Die Editors schaffen einen gute Spagat zwischen ihrem bekannten Sound und neuen Elementen, wie eben in jenem sehr Coldplay-artigen Song Push Your Head Towards The Air". Dieser wirkt zwar, genau wie When Anger Shows" manchmal etwas zu lang und wirklich too much, aber dies ist halt, wie die Editors klingen wollen. Und das können sie gut. Den Weltschmerz in große atmosphärische Songs packen. Und wenn einen das packt, dann lässt es einen auch lange nicht mehr los. The Back Room" hatte vielleicht die direkteren und offensichtlicheren Hitsingles, aber der Nachfolger sollte sich nicht dahinter verstecken, denn das muss er beiweiten nicht. Für alle, die mal wieder richtig mit großen Gesten leiden wollen und mal wieder etwas gut produzierter Musik hören wollen... und wenn sie jetzt die größte Band der Welt werden sollten, dann hat es momentan auch keine andere verdient als diese hier. Großes Kino!
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