- Plattform: Windows 98 / Me / 2000 / XP
- Medium: CD-ROM
- Artikelanzahl: 1
Produktinformation
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Die vorliegende CD ist hingegen höchst enttäuschend und zieht nicht den geringsten Vorteil aus den Möglichkeiten, die ein digitales Speichermedium wie eine CD-ROM bietet:
1. Der Text ist lieblos eingelesen, öfter als nötig fehlen Leerzeichen und finden sich Konvertierungsfehler.
2. Es ist sicherlich richtig, dass eine CD-ROM nicht soviel Speicherplatz hat wie eine DVD, aber da der Verlag mit „multimedia content" wirbt, muss er sich an seinen Worten messen lassen - und die „Multimedia-Ausstattung" ist lachhaft. Hier und da (und auch dann nur nach langem Suchen) finden sich winzige, schlechte Fotos - unmotiviert bei irgendeinem Lemma eingefügt. Besonders lächerlich die Musik-Clips (wenn man sie denn findet): Clickt man die „Flöte" an, hört man 10 Sekunden lang „flüt-flüt", die Tonleiter rauf und runter.
3. Die anderen beworbenen Features wie die „Interactive Timeline" oder der „Knowledge Navigator" sind so mager ausgestattet, dass man sich in kürzester Zeit einmal „durchgeklickt" hat.
4. Inhaltsupdates gibt's für ein Jahr umsonst. Das ist erfreulich, denn wer würde gerne für etwas bezahlen, was es nicht gibt? In dem knappen Jahr, seitdem die CD auf dem Markt ist, hat es noch kein einiges Update gegeben. Wahrscheinlich ist einfach nichts passiert auf der Welt.
Wer gerne den Volltext der Bände der Encyclodaedia Britannica auf seinem Computer wissen möchte, ist mit dieser CD gut bedient. Wer sich irgendwelche nützlichen, darüberhinaus gehenden Funktionen erhofft, wird sicherlich enttäuscht werden.
Wer eine dem Stand der Technik entsprechende, komfortable Nachschlage-Software sucht, eher nicht.
Das Programm
* startet enervierend langsam (bei Komplett-Installation auf PC!), auch das Suchen dauert.
* entspricht in vielen Punkten nicht Windows-Konventionen, z. B. ESC benutzen, um Pop-Ups zu schließen, rechte Maustaste für Cut/ Copy/ Paste, "Alles Markieren" im Menü, F1 für Hilfe etc.
* ist kaum konfigurierbar (eigentlich nur die Schriftgröße in nur 3 Stufen). D.h. Resultatfenster müssen ständig von Hand maximiert werden, die erweiterte Suche muß bei jedem Start und für jedes Subprogramm erneut angewählt werden etc. Das nervt auf Dauer.
* vermag nicht mit jeder der 3 Schriftgrößen die Zeilen richtig zu umbrechen. Die laufen dann schon mal über die Screen ins Nichts.
* verzeiht Eingabefehler bei Suchen ungern: "Kelim" bleibt ohne Ergebnis, weil's auf Englisch nun mal "Kilim" heißt, dito "von der Rohe", weil sich der Architekt "van" schreibt.
* hat zwar Multimedia-Elemente, die aber aufgesetzt wirken (können wir auch...) und hinter den Möglichkeiten weit zurückbleiben. Zum o.a. Architekten gibt's eine Abbildung (eines Stuhls!), zu "September 11 attacks" gibt es garnichts, kein Filmschnipsel, kein Tonband von Bin-Laden, kein Querverweis auf den Atlas.
Fazit: eher 19tes, als 21stes Jahrhundert
Nun zu den Nachteilen. Der Multimedia-Part wirkt sehr aufgesetzt. Die Videos sind von schlechter technischer Qualität, uninspiriert gestaltet und außerdem nicht sehr zahlreich. Gleiches gilt für die enttäuschenden Sounddateien. In punkto Bildmaterial sieht die ganze Sache besser aus. Viele Bilder in guter Qualität erfüllen die Anforderungen an ein Multimedia-Lexikon schon eher. Der zweite große Nachteil sind die sehr hohen Hardware-Anforderungen und die damit verbundene Belastung, was für eine sehr zähe Laufgeschwindigkeit des Lexikons sorgt.
Ansonsten wird nicht mehr viel geboten und so bleibt am Ende ein inhaltlich exzellentes Lexikon, das aber für ein modernes Multimedia-Lexikon technisch viel zu wenig bietet.