Simon Laks ist ein polnischer Musiker jüdischen Glaubens, der den Holocaust überlebte, weil er durch eine "unendliche Reihe von Wundern" zum Leiter der Männerkapelle des Vernichtungslagers Auschwitz-II-Birkenau ernannt wurde. Er hat also allein dank der Musik überlebt und diese Erfahrungen in dem beeindruckenden Buch "Musik in Auschwitz" niedergeschrieben. Ich kann das Buch vor einigen Jahren gelesen und nun diese beeindruckende Cd gehört, die vor allem Stücke aus der Vorkriegszeit enthält. Allein die Ballade "Hommage a Chopin" entstand erst nach dem Krieg, 1949.
Die in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts entstandenen Stücke zeigen den Komponisten (* 1901) auf der Höhe seiner jugendlichen Schaffenskraft. Er hatte soeben das Musikstudium an einer pariser Eliteschule beendet und versuchte seinen Weg zwischen Tradition und zeitgenössischen Einflüssen zu machen.
Seine Musik ist von vielen Einflüssen geprägt: Einerseits von der Musik seiner polnischen Heimat wie auch von seiner akademischen Ausbildung in Frankreich. Slavische und romanische Elemente fließen als zu gleichen Teilen ein. Polnisches Liedgut und Tänze aus seiner Heimat spielen ebenso eine Rolle wie Jazz-Rhythmen. Ravel inspirierte ihn ebenso wie Dave Brubeck.
Die US-amerikanische Violinistin Judith Ingolfsson, der russische Cellist Leonid Gorokhov und der russische Pianist Vladimir Stoupel interpretieren die Stücke des polnischen Komponisten sehr ergreifend.
Vor allem die frühen Stücke haben mich sehr berührt und ich höre sie immer wieder gerne.