So dann... anno 1999 legte die britische Elektro-Combo VNV Nation (Victory not Vengeance Nation) ein dickes und beeindrucktes Album vor, welches man (m.u.) als Mitbegründung eines neuen Musikgenres verstehen konnte: nämlich dem "Future Pop"
Future Pop ist eine Mischung aus extrem melodiösen und stimmigen Elektrosound (ohne wirklich "düster" zu wirken, also im Gegensatz zum reinen Dark-Elektro oder gar Industrial), eingängigen Refrains und anspruchsvollen/nachdenklichen Musiktexten, welche aber auch gerne mal ab und an mit härteren Bässen (Industrial-Sound lässt in diesem Fall wiederum doch grüssen!) unterlegt sind und/oder werden.
Wie gesagt, gelten VNV Nation mit dem vorliegenden Album "Empires" als einer der Mitbegründer dieser Musikrichtung, die durchaus nicht nur in Gothics-Clubs grosse Liebhaber findet (aber wohl für den allgemeinen Radiokonsum noch immer etwas zu "hart und experiementierfreudig" ist *gg*). Zugleich gilt "Empires" als mit das beste Album der Band um Frontmann und Sänger Ronan Harris.
Bestätigen kann ich diese Aussage insofern, das uns "Empires" wirklich von Anfang bis Ende der 10 Songs (bei insgesamt 51 Minuten Laufzeit) gekonnt in eine träumerische und atmosphärische Welt entführen kann, die besonders in den ersten 2/3 der Platte sehr stark und abwechslungsreich ist!
Angefangen beim atmosphärische Into "Firstlight", welches uns in die weiten Welten des VNV Nation - Universums einführt, über den absolut genialen Überhammer und VNV Nation-Klassiker "Kingdom" bis zum eher technoid gehaltenen "Rubicon". Aber wer nun an eine Verschnaufpause denkt liegt gehörig falsch: mit "Savouir" wird uns ein gewaltiger (instrumentaler) EBM-Hammer präsentiert, der dirket gefolgt wird vom musikalisch noch härteren und textlich sozialkritschen Song "Fragments"... danach wird uns tatsächlich eine kleine Atempause gegönnt: nämlich mit dem sehr ruhigen (fast balladen-artigen) "Distant (Rubicon II)".
Doch danach flacht das Album (meiner Meinung nach) ein bisschen ab: die Stücke "Standing", "Legion" und "Darkangel" sind zwar durchaus sehr schöne Elektro/Future Pop - Tracks geworden (besonders Sound- und textlich starke "Standing")... allerdings hören sie sich aber auch fast wieder ZU ähnlich und gleich an (deswegen auch der eine Stern Abzug).
Mit "Arclight" werden wir dann allerdings auch schon anschliessend wieder sanft aus der erschaffenen Welt der "Empires" entlassen... und das mit einem durchaus sehr guten und zufriedenen Gefühl.
Fazit:
Future Pop, wie man ihn sich nur wüschen kann: schöne und träumerische Melodien, Texte mit Anspruch und Hintergedanken und die Kunst, eine wirklich einmalige Atmosphäre geschaffen zu haben und diese auch (zumindest über die meiste Zeit das Albums) halten zu können.
Anspieltipps:
"Firstlight", "Kingdom", "Saviour", "Fragments", "Distant (Rubicon II)" und "Standing".