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Unabhängig davon, ob sich die Texte mit persönlichen Problemen (cut the cord, other mothers, the aftermath) oder Weltpolitik beschäftigen (five point star, home, come alive), gehen die Texte nahe, regen zum Nachdenken und Überdenken an.
Dabei erinnert die Musik an eine Fusion der positiven Elemente der beiden letzten Alben 'Mexile' und 'bringing rosa home' (das noch mit Richard Wrigth als Latin Quarter herausgekommen war). Der bei Mexile sehr stark hörbare mexikanische Einfluss auf Musik und Rhythmus ist zwar zurückgegangen, aber immer noch deutlich hörbar. Insgesamt ist die Musik dadurch sehr erfrischend geblieben, die einzelnen Lieder wurden aber einheitlicher (mir fällt kein passenderer Begriff dafür ein); die starken Rhythmuswechsel von Mexile, z.B. bei Lucky Man sind nicht mehr vorhanden, ohne dass die Stücke dadurch eintönig werden.
Einzelne Passagen mit gesprochenen Liedteilen (z.B. in five point star, cut the cord) erinnern mich von der Art her an die Einzelalben von Roger Waters. Meiner Meinung nach - ich gehe davon aus, dass es auch konträre Ansichten geben wird - würde 'five point star' ideal auf 'radio kaos' von Roger Waters passen.
Der Abschluss des Albums 'come alive' mit den Anklängen an die Südafrikanische Nationalhymne hat durchaus das Potential zu einem Ohrwurm.
Es gibt einen einzigen Punkt, der mir an 'Empires & Us' nicht gefällt: Wahrscheinlich ist 'life' (das Steve Skaith solo bei einer Vortragsreihe von Armin Pongs im April 2005 spielte) erst zu spät geschrieben worden, um noch auf dieses Album zu kommen. Aber so bleibt ja jetzt bereits etwas, auf das man sich beim nächsten Album freuen kann - und bei der Tour in Deutschland im Mai ebenfalls.
Als Anspieltips: Das ganze Album überzeugt, es gibt keine 'Füllstücke'. Wenn ich mich aber festlegen muss: cut the cord, come alive und keywords für den rhythmischeren Teil, sowie five point star und home als eher ruhigere Stücke.
Als sich Lead Sänger Steve Skaith vor zwei Jahren aus seinem musikalischen Exil Mexiko mit dem Album „Mexile" zurückmeldete, war das, als ob ein „guter alter Bekannter" überraschend wieder aufgetaucht war. Das Album zeigte einen neuen Steve Skaith - die Verbitterung früherer Alben schien zu Gunsten einer „entspannten Melancholie" gewichen. Das Album hatte bereits deutliche Züge von Steves neuer Band, beinhaltete aber auch noch 3 neu-eingespielte LQ-Songs. Aus meiner Sicht nicht so glücklich - neue Alben sollten neue Songs enthalten, und „Re-Recordings" verbessern in den seltensten Fälle das ursprüngliche Ergebnis.
Nun legt die Steve Skaith Band mit „Empires & Us" nach ... und zwar wie! Ich geb' zu, dass mich der erste Durchlauf wenig begeistert hat. Vielleicht hatte ich einfach nur einen „schlechten Tag" - jedenfalls schienen mir Melodien und musikalische Instrumentierung in gegensätzliche Richtungen zu laufen - etwas, was ich aus dem „Progressive Rock" kenne, aber nun nicht von der Steve Skaith Band erwarten würde.
Aber bereits im zweiten Durchlauf finden die Gegensätze zueinander .... und das wurde bei jedem weiteren Hören besser - mittlerweile LIEBE ich diese Album vom ersten bis zum letzten Song! Dieses Album ist eine konsequente Weiterentwicklung des Weges, der auf „Mexile" begonnen wurde. Für mich sind die Einflüsse seiner hoch talentierten (!) Band auf „Empires & Us" noch viel deutlicher herauszuhören als auf dem Vorgänger. Ein wesentliches musikalisches Element dieser CD ist die Percussion, die den Songs die „nötige Unruhe" bringt - daraus entwickeln sich diese faszinierenden (und sich anziehenden) Gegensätze zwischen Melodien, Steves Gesang, und dem musikalischen Input der Band. Da ich kein Musiker bin, kann ich das leider nicht besser beschreiben - man muss sich einfach auf diese „musikalische Reise" einlassen. Natürlich entspricht das prinzipielle Konzept der Songs - auch, was die immer wieder faszinierenden und hörenswerten Texte angeht - dem der alten LQ Songs. Das musikalische Arrangement ist aber ein völlig anderes und macht besonders diese 2. CD der Steve Skaith Band zu einem ganz besonderen musikalischen Erlebnis!
Wer noch Zweifel hat .... gestern Abend habe ich die Steve Skaith Band live in Oldenburg erlebt. Während die erste Hälfte überwiegend aus „Mexile"- und wenigen LQ-Songs bestand, wurde in der 2. Hälfte (!) fast ausschließlich das neue Album vorgestellt - ein völlig unüblicher Aufbau für eine Konzert-Setlist, in der normalerweise neue Songs zu Beginn präsentiert werden. Dieser Mut und das Vertrauen der Band in ihr eigenes „Produkt" hat sich ausgezahlt - die Zuschauer waren am Ende völlig aus dem Häuschen! Wenn das kein Prädikat für ein „rundum gelungenes Album" ist, dann weiß ich es auch nicht .... In diesem Sinne: kaufen, zurücklehnen, genießen .... und sich schon mal darauf freuen, dass dieses Album (aufgrund seiner vielen, verliebten Details) mit jedem Durchlauf immer mehr zu begeistern weiß!
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