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Empire: Die neue Weltordnung
 
 
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Empire: Die neue Weltordnung [Taschenbuch]

Michael Hardt , Antonio Negri , Thomas Atzert , Andreas Wirthensohn
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 23.03.2002
Es schein "in" zu sein, bestimmten Büchern eine programmatische Funktion zuzuschreiben, denkt Jan Engelmann und nennt auch gleich zwei Beispiele: Naomi Kleins "No Logo" und Giorgio Agambens "Homo Sacer". Und nun also Michael Hardts und Antonio Negris "Empire". Doch das, meint der Rezensent, liest sich nicht so "flamboyant" wie der Stoff, aus dem die Träume der Leser und Kritiker sind. Dreiviertel des Textes kreisten um eine gründliche Neulektüre der gesamten abendländischen Ideengeschichte, nur am Rande gäben der Literaturwissenschaftler Hardt und der Philosoph Negri Handlungstipps für ein "gemeinsames Dagegensein". Engelmann honoriert die Absicht der Autoren, gründlich Begriffsschutt abzubauen und dann eine Demokratietheorie zu erörtern. Dabei reihen sie sich selbstbewusst in die illustre Tradition anderer Denkerpaare wie Marx und Engels, Adorno und Horkheimer, Deleuze und Guattari ein, unterschlagen aber, moniert der Rezensent, Kluge und Negt, die sich mit ganz ähnlichen Fragen seit Jahrzehnten auf hohem Niveau auseinandersetzten. "Empire" übt neben allem theoretischem Tiefgang einen "exotischen Reiz" aus, so Engelmann, allerdings sei es angesichts der Komplexität des Textes nicht gerade einfach, Denker und Aktivisten mit diesem Buch zusammenzubringen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 25.03.2002
Der amerikanische Literaturwissenschaftler Michael Hardt und der italienische Philosoph Antonio Negri haben dem Lexikon eine weitere Definition für "Empire" beschert, berichtet Rezensent Peter Felixberger. Bisher kannte man nämlich Empire als Bezeichnung für das britische Weltreich, für das französische Kaiserreich unter Napoleon I. und für den dazugehörigen Kunststil, informiert der Rezensent. Und nun also "Empire" als eine dezentralisierte postkoloniale Macht, die in sämtliche Lebensbereiche des Menschen eingreift, grübelt Felixberger. "Glänzend", so der Rezensent, haben die Autoren den Übergang von der Moderne zur Postmoderne, vom Imperialismus zum Empire analysiert, aber!, kritisiert Felixberger, dabei bleibt es auch. Der Rezensent findet es ungenügend, die Vergangenheit umfassend und kritisch zu beleuchten, um dann eine Etikettierung für die Gegenwart einzuführen, ohne dieses Etikett mit genügend Inhalt zu versehen und sich stattdessen in "hochtrabender Vermutungsrhetorik" zu üben. Der Kapitalismus werde zwar grandios analysiert, brillant auch eine Argumentationslinie für die politische Ideengeschichte entwickelt, aber die Gegenwart betrachten die Autoren nicht ideologiefrei, schreibt Felixberger. Trotz aller Kritik ist er aber der Überzeugung, dass diese Studie "höchste Beachtung" verdient, denn sie sei die erste, die eine politische Theorie im Übergang zu dieser neuen Herrschaftsform entwickelt.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Die Autoren wollen nichts weniger als Marx` Erzählung der Weltgeschichte fortsetzen und auf den neuesten Stand ... bringen. Das ist ihnen so gut gelungen, dass es auch einen überzeugten Nichtmarxisten ... erfreut, zumal der Versuch handwerklich hervorragend gearbeitet ist." (Frankfurter Allgemeine)
"Empire (ist) eine grandiose Gesellschaftsanalyse ... , die unser Unbehagen bündelt und ihm eine Richtung gibt, für die in der Geschichte der Philosophie das Wort vom "guten Leben" steht." (DIE ZEIT)
"Das Jahrzehnt linker Melancholie ist vorüber." (NZZ)
"The next big theory" (New York Times)
" ... ein probates Mittel gegen die neoliberale Depression ... " (literaturen)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
31 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Dass ein Buch mit angeblich "kommunistischem" Anspruch ausgerechnet im Hausverlag der US-Elite-Univerität Harvard erscheint, wirft schon die Frage auf, welche objektive Funktion die These vom "Empire" hat.
Hardt und Negri machen durchaus einige richtige Beobachtungen über neue Erscheinungen der Internationalisierung von Wirtschaft und Macht. Sie wenden sich auch völlig zu Recht gegen die Träumereien, die das Rad der Geschichte zurückdrehen und mit Hilfe der Nationalstaaten den Kapitalismus unter Kontrolle bringen wollen.
Was aber das Buch selbst für G. W. Bush am Ende tröstlich macht ist die zentrale These, dass es keine Alternative zur imperialen Weltherrschaft gibt. Hardt und Negri versuchen vor allem darzulegen, dass die Arbeiterbewegung tot ist und mit ihr alle Vorstellungen von einer internationalen Revolution gegen die Herrschaft der internationalen Monopole begraben werden müssten. Dieser These kann ich nicht folgen. Schon allein wegen der revolutionären Gärung in Lateinamerika nicht, die für mich ein praktischer Beweis ist, dass die internaitonale revolutionäre Bewegung vor einem neuen Aufschwung steht.
Das ärgerlichste an dem Buch von Hardt und Negri ist die Methode, eine Behauptung aus der anderen abzuleiten ohne irgendwelche konkreten Fakten als Beweise vorzulegen. Wenn man das neue Buch von Stefan Engel "Götterdämmerung über der neuen Weltordnung" gelesen hat, wo die internationale kapitalistische Wirtschaft wissenschaftlich analysiert wird, dann kann man einen solchen oberflächlich-überheblichen Stil nur noch schwer ertragen.
Fazit: Wenn sich frustrierte Seminarmarxisten selbst bestätigen wollen, dass man nichts mehr machen kann, dann ist "Empire" genau richtig. Wer allerdings die Welt verändern will, der sollte lieber zu dem Buch von Stefan Engel greifen.
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20 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Mit den Thesen aus Empire ist sicher nicht jeder einverstanden, aber eine sachliche Auseinandersetzung kann auch dann nicht schaden, wenn man Hardts und Negris politische Überzeugungen nicht teilt. Empire ist eben nicht nur ein Manifest, sondern vor allem eine politische Analyse und Theorie. Empire erklärt uns die Welt: das Zeitalter des globalen Kapitalismus und eine Macht- und Herrschaftsform ganz neuen Ausmaßes (Biopower). Die originelle, oft überraschende und letztendlich immer schlüssige Kombination vielfältigster Theorien und Denkansätze in marxistischer Tradition ist aufregend zu lesen und ermöglicht am Ende eine ganz neue Sichtweise auf die politische Verfasstheit der Gegenwart und damit auf die Welt, in der wir leben. Und in dieser Welt ist Veränderung möglich - das ist die grundsympathische und hoffnungsvolle Vision von Michael Hardt und Antonio Negri, die all jenen, denen Denken und Weltverändern Spaß macht, ans Herz gelegt sei. Und wie singen doch gleich Tocotronic auf ihrer neuen CD: „Hier kommt das Imperium"!
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Von GFRR
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Die Postmoderne ist imperial und den beiden Autoren gelingt eine handwerklich glänzende Analyse der herrschenden Kräfte. Die Krise der Postmoderne in Zeiten der Globalität ist eine schlüssig aufbereitet Krise der Moderne und die wiederum Folge der Krisen der Vergangenheit. Die Autoren plädieren für das Ende der Ausbeutung Ressourcen und Menschen), wider die Gier, die Macht und die Korruption. Die Krisen des Bankenwesens, die Unvollkommenheit der Ökologie (siehe Golf von Mexiko), die Divergenzen des Einkommens, die Krise von Erwerbsarbeit belegen das permanente Krisenszenario von vermeidbaren Unsicherheiten in der Postmoderne. Negri/Hardt treten ein für Vorschläge zur Emanzipation und zum Wandel - für eine Welt in der das Kapital den Menschen dient und nicht umgekehrt wie im "Empire", die Menschen dem Kapital als Vampirteffekt.

"Empire" sollte den Autoren nach auch nicht als das Amerikanische Imperium alleinig angesehen werden. Europa ist als imperialer Sender ab dem 17. Jahrundert der ursächliche Impulsgeber. Vor allem aber entstehen aber auch neue Imperiencluster, die nach den gleichen - oder verschärften - Prinzipien organisiert sind, wie z.B. China. "Empire" ist damit ein weltumspannendes, monolithisches Phänomen.

Die Widersprüche die das Systems geniert, oder auch die augenfälligen Bedrohungen der Demokratie und ungenutzte Massenkreativität legen die Autoren nahe als ein absehbar kollabierendes System, welches nach Gegensteuerung, wenn nicht Paradigmenwechsel verlangt.

"Empire" ist erfreulich optimistisches Plädoyer zur Wiederaufnahme des humanistischen Prinzips und einer ergebnisoffenen Suche nach der Freude am Sein.
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