Put on my raving Shoes. Im Jahr 2004 überraschten uns Kasabian mit ihrem dreckig-feisten,groovigen und leicht psychodelischen selbstbetitelten Debüt, indem sie mal nicht wie der Rest von der Insel auf die New-Wave-Welle aufsprangen, sondern sich dem Manchester-Rave Ende der 80er widmeten bzw. alle möglichen Arten von Rock, Electro oder auch Hip Hop in ihrer Musik verwurschtelten. Herauskam ein sehr stylischer, düsterer und atmosphärischer Musik-Mix.
Doch, wie setzt man das Ganze nun fort? 2 Jahre später streben die Jungs nach der Weltherrschaft, ziehen sich den Stock aus dem Hintern und wollen zum großen Sprung ansetzen. Allerdings wirkt der Nachfolger bei weitem nicht so in sich geschlossen, wie das Debüt.
"Empire" ist deutlich rockiger und lauter, als "Kasabian". Die Band bedient sich nun noch mehr am Garagenrock und härteren Riffs. Mit dem Titelsong haben sie auch eine Knaller-Single vorgeschossen. Allerdings ist die auch schon das Highlight des Albums.Danach versucht man die ganze Zeit das Tempo zu halten, schießt mit "Shoot the Runner" oder "Sun/Rise/Flight" aber eher belanglos überproduzierte Rock-Nummern hinterher. Mehr denn je klingt das auch irgendwie wie schon mal dar gewesen. Entspannt groovige und Atmosphärische Songs, wie "Processed Beats" oder "Cut off" vom Original sucht man vergebens. Allerdings sieht's nicht nur düster aus. "By my Side" schwingt sich entspannt zum Bombast auf, "Stuntman" ist ein richtiges Elektro-Club-Brett und bei "The Doberman" steigert man sich in psychodelisch-bombastischen 70er Jahre Rock hinauf.
Aber zwischendurch ist einfach zu viel Songmaterial dabei, was nicht hängen bleibt. Vielleicht ist Kasabian alles irgendwie zu Kopf gestiegen. Ein gutes Debüt und eine Tour mit Oasis reichen noch lange nicht zur Weltherrschaft, Freunde. Die guten Ansätze sind ohne Zweifel noch vorhanden, allerdings sollte man sich beim nächsten Mal dann doch wieder mehr auf die Songs, als auf die Produktion beschränken.