Anfangs dachte ich, ich weiss gar nicht was diese Leute von diesem Phillip Roth halten, dass sie ihn ständig erwähnen, besprechen und loben müssen und ein Buchtitel bei dem ich mich frage, wo er überhaupt den Bezug zur Handlung hat. Ich dachte nichts besonderes, College-Story, Fünfzigerjahre, Studentenleben, Biographie eines Scheiterns, Provinz, konservativ, überbesorgter Vater,von einem jungen Amerikaner, amerikanisch eben, grausige Metzgerszenen, der Wunsch von einem jungen Menschen mit den dortigen Frauen in Kontakt zu kommen.
Eine Todesszene,(oder besser die Feststellung dass der Ich-Erzähler mal kurz erzählt "bevor ich starb") auf Seite 51 irritiert, und lässt den Leser was den Tod des Ich-Erzählers anbelangt im Unklaren. Ich dachte die ganze Zeit, kein Buch zum Empfehlen...komisch irgendwie...komisch..doch es sollte anders kommen..
Nur soviel zur Handlung, der junge Marc Messner,Sohn eines koscheren Mezgers, stirbt im Korea-Krieg auf den letzten Seiten erfahren wir, von seinem dortigen Einsatz und seinem Tod, (der eben wir schon erwähnt andeutungsweise zu Beginn des Buches erwähnt wird), danach alles in Vergangenheit gerät was erzählt wurde,das Heranwachsen, das mühsame Elternhaus, die Metzgerei in der er arbeitet, der Wechsel des Colleges,erste Erfahrungen mit Frauen (auch sexuell) , wie nur noch eine Erinnerung am fernen Horizont erscheint.
Wer sich durchkämpft und durchhält, das scheint wohl bei einiger Literatur so zu sein, wird bei Phillip Roth belohnt. Der Leser merkt sehr schnell, dass wir es hier mit einem Erzählprofi zu tun haben, der es auf unglaublichen letzten 6 Seiten (Kap. Aus und Vorbei) dermassen auf den Punkt bringt,dass im Leser eine nachhaltige Wirkung verursacht wird, die über Tage und Wochen anhält, zumindest im meinem Fall war das der Fall. Ob denn der ganze Vorlauf des Buches dazu nötig war? Ich vermute ja.
Für mich ist Roth ein Autor der neugierig macht, ein Profi von dem man mehr wissen will, von dem man spürt dass er sein Handwerk beherrscht, die erzeugte nachhaltige Wirkung, ist fast so als ob man "ein endloses Echo" nach Beendigung des Buches hören würde ist für mich schon aussergewöhnlich und macht diesen Autor für mich so besonders und einzigartig, man möchte gerne mehr von diesem Autor lesen, der mich persönlich auf eine grosse Art und Weise beeindruckt hat.
Für mich mein erster und sicherlich nicht mein Letzter Phillip Roth!
(22.2.2009)