Klar, heute sind die Neurowissenschaftler und Psychologen soweit, dass sie Emotionen nicht mehr als Störfaktor, sondern als wichtigen Bestandteil der menschlichen Entscheidungsfindung und Handlungsweisen ansehen. Dazu gibt es schöne (auch für Nicht-Wissenschaftler geeignete) Literatur, wie z.B. Descartes' Irrtum von Damasio. Für Designer sollte dies allerdings schon lange kein Novum mehr darstellen. Die Designtheorie hat sich im Rahmen der Funktionalismuskritik ausführlich mit menschlichen Bedürfnissen und Wahrnehmung (zugegebenermaßen nicht "hart" wissenschaftlich sondern aus semiotisch-soziologisch-philosophischer Perspektive) beschäftigt. Dieses Buch reflektiert die Entwicklung der schwerfälligen Human-Computer Interaction Disziplin (in der Donald Norman quasi Guru-Status besitzt), die sich endlich von ihrem rationalistisch-kognitiven Menschenbild verabschiedet. Populärwissenschaftlich und teilweise gefährlich vereinfachend wie in diesem Zitat zum Visceral Design: "If you design according to these rules, your design will always be attractive..." S. 67.
Pluspunkte gibts für die vielen Beispiele, die zum Teil interessante Aspekte zur menschlichen Wahrnehmung offenlegen und den Designanfänger zur Reflexion über die uns umgebenden Produkte und ihre Wirkung anregen können.