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Emoticon der niederländischen Autorin Jessica Durlacher (Das Gewissen, Die Tochter) funktioniert ganz ähnlich wie diese Symbole: Jeder Leser wird, je nach Couleur seiner Ansichten, etwas anderes in die befremdende Handlung hineinlesen und auf sie reagieren. Dabei geht es nicht nur um politische Rache, Liebe, Männer, die Eifersucht und die Freundschaft zwischen Ester und Lola, Daniels Mutter. Es geht vor allem auch um die Geschichte eines zerrissenen Landes, das einfach nicht zur Ruhe kommen will. Dass Durlacher dabei über weite Strecken nur erzählt, und dies mit einer der Geschichte angemessen Kombination aus Nähe und Distanz zu den Figuren, die psychologisch alle einen Grund für ihr Handeln haben, tut der Geschichte, die nicht nur die von Aischa ist, mehr als gut. Gerade darin nämlich liegt der eindringliche, verstörende Reiz von Emoticon -- ein Buch, dass seinen Leser von der ersten zur letzten Seite gefangen hält. --Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Emoticons, das sind die kleinen Zeichen, mit denen man sich beim Schreiben im Internet Stimmungen vermittelt: lächeln, seufzen, weinen, grinsen, Küsse usw.
Das Internet, die Politik Israels und Palästinas, das Leben als Jude heute in Israel und anderswo, all’ das zusammen wird in der Erzählung zu einem spannenden Politkrimi ausgesponnen.
Zwei Frauen, Lola und Esther, Holländerinnen und Halbjüdinnen beide, gehen als junge Frauen aus Idealismus für eine Zeit nach Israel, um in einem Kibuz zu arbeiten. Neben der schweren Arbeit tun sich einige Liebeleien auf. Beide werden schwanger, eine nur bekommt das Kind, einen Sohn, Daniel. Er wird zum zentralen Mittelpunkt des Romans
Wir erfahren im Verlauf des Romans viel über Freundschaft, Liebe, die Verschiedenartigkeit und Eifersucht zwischen den beiden Frauen.
Sie leben in Holland, wo Daniel heranwächst, geliebt von beiden.
Er erfährt erst spät von seinem israelischen Vater. Seine Sehnsucht, ihn zu suchen und kennen zu lernen, treiben ihn zu einer abenteuerlichen Reise nach Israel, um sich beim israelischen Militär zu verdingen. Esther, die Freundin seiner Mutter, begleitet ihn.
Neben dieser Handlung gibt es einen zweiten Strang: Aischa, eine Palästinenserin, wild, aufmüpfig und kämpferisch, will für ihr Land alles tun, vor allem aber in der Art einer Märtyrerin ein Zeichen setzen: sie gewinnt über das Internet Kontakt zu dem unerfahrenen und noch sehr jungen Daniel. Das Schicksal nimmt mit all’ seiner Tragik seinen Lauf!
Die Frauen werden auf der einen und auf der anderen Seite zwischen ihren Leidenschaften, zwischen Liebe und Verzweiflung, hin und her gerissen. Krieg und Frieden, Liebe und Freundschaft,---Jessica Durlacher hat beide Themen zu einem gelungenen Werk zusammen geführt.
Ihr ist mit diesem Roman ein äußerst spannender Politkrimi gelungen. Es bleibt aber nicht beim Krimi alleine, sondern Liebe, Erwachsenwerden, Freundschaft, die Politik Israels und Palästinas bieten einen sehr realistischen Hintergrund für die Erzählung, die dadurch eine spezielle Brisanz und Realitätsnähe gewinnt.
Es ist ein aufwühlendes, spannendes und sehr politisches Buch.
Cl.B.
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