Wir befinden uns in ehemaligen Grenzland zwischen Hessen und Thüringen, unter Insidern auch Hessisch -Sibirien genannt. Dort ticken die Uhren noch etwas anders. Dort lebt auch Emma, eine etwa dreißigjährige Bäuerin, die völlig auf sich allein gestellt einen alten Bauernhof nach ihren eigenen Regeln und Einsichten betreibt. Ihr Geld verdient sie hauptsächlich mit der Aufzucht und dem Verkauf von Schweinen; sie schlachtet selbst, nach einer ganz besonderen Methode und vertreibt die Wurst im Dorf.
Sie, die in ihrer schweren Kindheit nichts als Prügel und Männerbrutalität durch den Großvater kennengelernt hat, sehnt sich nach nichts mehr als nach einem richtigen, zärtlichen und leidenschaftlichen Mann.
Der kommt ihr eines Tages in Form von Max per Unfall hinter das Haus geschneit. Sie birgt das verletzte Opfer, und behält den unheilbar an Bauchspeichelkrebs erkrankten Max bei sich.
Sie erleben zusammen herrliche Stunden und Tage, obwohl sie beide wissen, daß ihre Tage gezählt sind. Doch beide, die in ihrem bisherigen Leben eigentlich immer nur verloren haben, genießen diese Zeit und lassen sich von drohendem Tod und bevorstehender Versteigerung des insolventen Bauernhofs nicht erschüttern.
„Emmas Glück" ist eigentlich ein sehr trauriges Buch und dennoch muß man beim Lesen viel schmunzeln und lachen. Claudia Schreiber, die selbst biographische Erfahrungen mit dem Landleben besitzt, gelingt es, diese einfachen Menschen mit so viel Liebe und Wärme zu schildern, daß man nie über die Figuren lacht, sondern angerührt und selbst beflügelt von ihrem Lebenswitz und ihrer Kämpfernatur das Buch am Ende zur Seite legt.