Eminem ist zurück: „Recovery“ lautet der Titel seines siebten Studioalbums. Obwohl die smarten Wortspiele des Über-Rappers oftmals auf recht freien Assoziationsketten basieren, sollte man ihn dieses Mal jedoch durchaus beim Wort nehmen: Es geht ihm sehr viel besser als noch vor einem Jahr. Und das hört man auch.
Eminem hat noch nie den Weg des geringsten Widerstands gewählt: Der Rapper aus Detroit hätte sich nach seinem Comeback-Album „Relapse“ auch einfach wieder zurücklehnen können – schließlich hat er dafür mal eben zwei Grammys abgeräumt und wurde somit offiziell zum erfolgreichsten Musiker des letzten Jahrzehnts. Doch was zählen schon Grammys, Charterfolge und Millionenverkäufe (erfolgreichstes Rap-Album des letzten Jahres), wenn man selbst nicht so ganz zufrieden ist mit dem Ergebnis? Nicht viel, wie er zu berichten weiß: „Im Nachhinein betrachtet muss ich sagen, dass ich nicht gerade der größte Fan meiner letzten LP bin. Ich finde ‘Relapse’ zwar schon okay, weil das Album echt lustig ist und viele gute Pointen hat, aber der Witz ist irgendwann auch ausgelutscht.“ „Recovery“ knüpft ganz klar an die Gradlinigkeit seiner frühen Rap-Hits an und macht zugleich Platz für eingängige Refrains.
Das Album „Recovery“ (übersetzt: Die Genesung) steht somit für eine neue Eminem-Ära. Nachdem er auf seinem letzten Album noch die dunkle Seite von Abhängigkeit zu Medikamenten und den eigenen Ängsten thematisiert hatte, dreht sich dieses Mal alles um den Weg aus der Misere.
„Ich habe mit vielen verschiedenen Produzenten gearbeitet, um einen abwechslungsreichen Sound zu schaffen und viele unterschiedliche Stimmungen einzufangen“, erklärt er weiterhin. Während zu diesen Produzenten neben Executive Producer Dr. Dre auch DJ Khalil, Just Blaze, Jim Jonsin, Boi-1da und Alex da Kid zählen, teilt sich Em das Mikrofon auf „Recovery“ unter anderem mit Lil Wayne, Rihanna und Pink. Sein Kommentar zur Arbeit mit den beiden Ladys: „In beiden Fällen schrie der Track förmlich nach ihnen – ich musste sie einfach anrufen und fragen, ob sie dabei sind.“ So ist neben „Love The Way You Lie“ mit Rihanna „Won’t Back Down“ featuring Pink ein weiteres Beispiel für die bereits erwähnte Mischung aus aggressivem Rap und einem eingängigen Refrain.
Nach dem „Relapse“ befindet sich Eminem also auf dem Weg zur „Recovery“ – er ist auf dem Wege der Genesung: „Es fühlt sich gut an, eine andere Richtung einzuschlagen und mehr als bloß ein paar gute Wortspiele abzuliefern. Natürlich hat auch 'Recovery' seine lustigen Momente, aber ich hatte einfach das Gefühl, dass ich mal wieder etwas Ernsthaftes loswerden musste.“
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