So wie Jacques Brel eine Hymne an seine ebene Heimat gesungen hat (Mon plat pays), so hat Emil Nolde sein plattes Land gemalt, und der Dumont Verlag führt sie nun anlässlich einer Ausstellung in Berlin in gewohnt guter Qualität als Bildband auch denjenigen vor Augen, die den weiten Weg ins abgelegene Seebüll scheuen.
Ein paar Blumen und ein paar Menschen, aber immer wieder Küstenlandschaft und Meer, die den Maler sein Leben lang nicht losließen, in starken, eindringlichen Farben. Kongenial ergänzt werden die Bilder von ein paar Fotos, Informationen zur Biographie des Künstlers und vielen Auszügen aus seiner Autobiographie mit ihrer ganz eigenen, etwas unbeholfenen und grammatikalisch nicht immer korrekten Sprache - es fiel Nolde offensichtlich leichter, sich mit Farben als mit Worten auszudrücken.
Der Buchtext ist zweisprachig (deutsch/englisch); während die Übersetzung des ersten Teils überwiegend gelungen ist (abgesehen von einigen schlimmen Fehlern, wo der Übersetzer entweder den Originaltext gründlich missverstanden bzw. Fachausdrücke (Schöpfmühle, Priel, Buhne, etc.) nicht recherchiert hat), sind die bildbegleitenden Texte generell schlecht übersetzt. Wieso glauben Verlage/Herausgeber so oft, dass man bei Bildbänden auf eine gute Übersetzung verzichten kann? Wer der deutschen Sprache nicht mächtig ist, hält sich am besten nur an Bilder und Fotos und ignoriert den Text.