Orishas sind göttliche Gestalten, die einst vom Volk der Yorubas in Westafrika verehrt wurden. In Sklavenschiffen kam der Glaube in die Neue Welt, wo er sich mit anderen Religionen wie der Römisch-katholischen, verschiedenen einheimisch-indianischen und europäischen spirituellen Glaubensrichtungen vermischte. Mit einem Schuss Voodoo ist der Glaube heute vor allem in Cuba, Brasilien und Trinidad verbreitet. Ein wesentliches Element der Orishas war stets die Musik, vor allem Gesang und Trommel, andere Musikrichtungen wie Salsa oder Jazz wurden in den letzten Jahr(zehnt)en aufgenommen.
Nach ihrem Triumph mit A los Cubanos, die monatelang die Spitzen der cubanischen Radiocharts besetzt hielt, und nach einer Welttournee mit mehr als 200 Konzerten präsentieren die Orishas nun ihr neues Album, Emigrante. Das Konzept des cubanischen Hiphop geht auch hier überraschend auf. Die warme Stimme von Roldan Rivero und die Rapper von Amanza, den berühmtesten Hiphoppern Cubas, bilden eine perfekte Mischung aus Son und Rap. Dass sie sich dabei hemmungslos den verschiedensten Stilelementen und Künstlern bedienen stört nicht, im Gegenteil, und kommt wohl am eindrucksvollsten auf La Vida Pasa heraus, einem mitreissenden Mix aus Percussion, Rap und Salsa, unterlegt mit einer ohrwurmartigen Klaviermelodie. Zum Mitwippen!