Jamiroquai wurde aufgrund des Demotracks von When You Gonna Learn für eine Unsumme von Acid Jazz abgeworben, und ist zu Sony gewechselt. Die Investition hat sich für das Label gelohnt, denn Jamiroquai ist heute wohl die erfolgreichste Formation mit diesem Musikstil. Emergency On Planet Earth ist wohl als Grundlage dieses Erfolges zu sehen, denn erst durch die Qualität dieser CD konnte die Band auf sich aufmerksam machen. Die Stücke drauf sind geprägt von Klängen der 70er, funky Grooves wie sie wohl besser und geschmackvoller kaum machbar sind, guten, aufwendigen Arrangements (u.a. mit Hornsections und Streichern) und der rohen Kreativität eines Debütalbums. Über allem singt JK, der Kopf der Band, mit recht hoher Stimme schlüssige und einprägsame Melodien. Die Texte dabei sind recht kritisch, oft gegenüber den Umweltsünden der Menschheit. Heute wird hauptsächlich der Sänger der Band als die ganze Band angesehen, aber eigentlich sind die anderen Musiker genauso wichtig. Vor allem zwei möchte ich herausgreifen: Stuart Zender, der damals nur 18-jährige Bassist, der beeinflusst von Pastorius und anderen Bassgrößen geniale Grooves legt und Toby Smith, der Keyboarder. Toby ist neben JK der Komponist und Arrangeur, und obwohl er praktisch nie seine virtuose Seite am Keyboard zeigt, ist sein Spiel sehr geschmackvoll und songdienlich. Jeder einzelne Track auf der CD ist ein Juwel des modernen Jazzfunk, wobei man die Nähe zur Masse der Hörer nicht unterschätzen sollte. Und darin liegt ja auch eine echte Schwierigkeit, komplexe, anspruchsvolle Musik zu machen, die möglichst viele Menschen anspricht. Alleine die Hits Too Young To Die, When You Gonna Learn und Blow your Mind zeigen aber, dass diese Leute genau das drauf haben. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)