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Emerenz Meier - out of Heimat: Musikalische und literarische Lebensbilder zwischen Bayern und Amerika. Erzählungen - Briefe - Gedichtvertonungen
 
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Emerenz Meier - out of Heimat: Musikalische und literarische Lebensbilder zwischen Bayern und Amerika. Erzählungen - Briefe - Gedichtvertonungen [Audiobook] [Audio CD]

Emerenz Meier , Monika Drasch , Siegfried Haglmo , Wolfgang Neumann , Eva Sixt , Christa Berndl
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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Morsak; Auflage: 1., Aufl. (Dezember 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 386512013X
  • ISBN-13: 978-3865120137
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 226.098 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

CD 1: 30 Stücke, Spielzeit: 70:38 Minuten CD 2: 2 Stücke, Spielzeit: 43:18 Minuten

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von weiser111
Emerenz Meier (1874-1928) ist nicht die einzige Schriftstellerin, deren Werk nie so beachtet wurde, wie es Werk und Autorin verdient hätten -- außerhalb Bayerns kennt sie wohl kaum einer, und innerhalb ist sie wohl auch nur einer kleinen Minderheit bekannt. Schade, denn der Mehrheit entgeht hier etwas. Auch wenn Emerenz Meier in ihren Gedichten und Erzählungen stets ihre Heimat, den Bayerischen Wald, thematisierte und auch sprachlich ihre Herkunft nie verbarg, so sind doch weder sie selbst noch ihr Werk provinziell, im Gegenteil: Im Volk verwurzelt war sie, das unbedingt, aber keine einzige ihrer Zeilen tümelt. Kein Kitsch, keine Lederhosen-Jodler-Seligkeit (übrigens enthält diese CD auch Meiers Stellungnahme zur sogenannten Heimatliteratur). Statt dessen beobachtet sie genau harte Leben der Bauern, und ihre Sympathie gilt nicht nur dem Typischen, nicht nur den Besonderheiten von Land und Leuten, sondern besonders auch den Außenseitern. Meiers Sprache ist lakonisch, spröde, manchmal fast widerspenstig, und doch schreibt sie treffsicher wie nur wenige andere, entfaltet mit wenigen Worten ganze Welten, die man beim Lesen in allen Details vor Augen zu haben glaubt: Tragische Liebesgeschichten, gleichermaßen naturalistisch und sehnsüchtig nach einem anderen Leben: ob in der geradezu klassischen Ballade "Der Säumer", oder in "Wödaschwüln", dem zornigen Klagegesang eines Betrogenen, oder auch in der Erzählung "Der Juhschroa" -- lauter Meisterwerke mit Tiefgang.

Und auch das Leben der Autorin war ungewöhnlich -- aufgewachsen ist sie wie viele im damals rückständigen Bayerischen Wald, aber im Gegensatz zu den meisten wollte sie mehr vom Leben, und sie war begabt. Bereits eine ihrer frühsten Erzählungen, "Der Juhschroa", zeigt, welch ein schriftstellerisches Potential hier hellwach war. Allerdings musste Emerenz Meier büßen, dass sie sich nicht mit dem begnügte, was das Leben im 19. Jahrhundert einer Wirtstochter im Bayerwald bieten wollte -- die bösen Zungen zu Hause und später in Passau hatten nun etwas, woran sie sich wetzen konnten. Schließlich wanderte sie 1906 mit ihrer Familie nach Amerika aus -- und verstummte. Nur noch die Briefe an alte Freunde in ihrer Heimat lassen ahnen, was für eine Schriftstellerin sie hätte sein können, hätte sie ein Zimmer für sich allein gehabt (auch dies eines ihrer Themen).

Dieses Hörbuch nun -- sein Titel "Out of Heimat" klingt nur so lange maniriert, bis man die ersten Minuten hineingehört hat; dann weiß man: Besser hätte man die heimatlose Emerenz Meier mit ihrer Sehnsucht nach Heimat kaum charakterisieren können. Die Musikerin Monika Drasch (früher beim "Bairisch Diatonischen Jodelwahnsinn") und Eva Sixt, die auch die Gedichte und Briefe spricht, haben aus Meiers Werk eine repräsentative Zusammenstellung aufbereitet und diese Zusammenstellung mit so sicherer Hand durch Draschs kongeniale Musik intensiviert, dass dieses Hörbuch wohl zu einem der besten dieses Jahres gehören wird.

Die erste der beiden CDs ist Meiers Gedichten und Briefen gewidmet -- von Drasch vertonte und gesungene Gedichte wechseln sich ab mit thematisch verwandten Auszügen aus Briefen. Der Gesamteindruck lässt sich matt mit dem Wort "Phantastisch" wiedergeben -- in Großbuchstaben. Man lernt Emerenz Meier in den Briefen als gescheite, unbestechliche und warmherzige Beobachterin kennen, die zeit ihres Lebens am Leben litt, und der mehr als genug Prügel in den Weg geworfen wurden. Zynisch wurde sie deswegen nicht, im Gegenteil. Man wird beim Zuhören mehr als einmal verblüfft -- schon gut 20 Jahre vor Virginia Woolf hat Meier erfasst und formuliert, woran (nicht nur) ihr schriftstellerischer Werdegang scheitern sollte: Das fehlende "Zimmer für sich allein" fehlte ihr das ganze Leben lang -- zunächst hört man den entsprechenden Auszug aus einem Brief an ihre Freundin Auguste Unertl, und dann nochmal im Gedicht, bzw. Lied: "Hätte Goethe Suppen schmalzen, [...] Schiller Pfannen waschen müssen, Heine nähn, was er verrissen, Stuben scheuern, Wanzen morden"... -- ja, da ist was dran.
Wenn Meiers poetisches Spektrum vom Stakkato-Pamphlet bis zur gefühlvollen Ballade reicht, von der zärtlich-lapidaren Naturbeobachtung ("'s Vögerl") bis zur zornigen Anklage, so passt sich Monika Draschs musikalisches Können diesem Spektrum an -- keine effektheischende Haudrauf-Rhythmen, sondern musikalische Perlen ein Lied wie das andere. Jedes könnte schon für sich allein bestehen, wie Meiers Gedichte ja auch -- und wenn diese beiden Meisterstücke hier harmonisch zusammenkommen, ist der Eindruck einmalig. Ähnliches gilt für Eva Sixts kontrastierende und reflektierende Lesung aus den Briefen -- ihre Sprache ist dermaßen präzise und klar, dabei immer teilnehmend, dass man es kaum fassen kann.

Aber auch wenn man sich von der ersten CD kaum losreißen kann, so sollte man's doch irgendwann tun -- zugunsten der zweiten, auf der Chista Berndl mit anrührend-brüchiger Stimme zwei Erzählungen von Emerenz Meier liest: "Der Bua" und "Der Juhschroa" ("Der Bub" und "Der Juchzer" -- aber keine Angst, die Erzählungen sind auch für Norddeutsche gut verständlich) -- zwei präzise Erzählungen, die zweite eher eine Novelle. Beide aus dem einfachen Leben in Meiers Wald-Heimat, unsentimental, wortkarg wie seine Protagonisten und dabei unglaublich nuancenreich und stimmig -- und dank Berndls beeindruckender Lesung kann man die Worte ungehindert auf sich einwirken lassen.
Als ob das nicht schon genug wäre, ist auch das Beiheft wunderschön gestaltet, und vor allem: informativ -- neben der Vorstellung aller beteiligten Musiker (die ich hier leider gar nicht alle erwähnen konnte) mit einer Kurzbiographie von Emerenz Meier und einem Abdruck der Gedichte.
Wem Emerenz Meier ein Begriff ist, sollte unbedingt zugreifen. Und wem sie kein Begriff ist, der sollte erstrecht zugreifen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Diese Heimat tümelt nicht 8. November 2008
Von weiser111
Emerenz Meier (1874-1928) ist nicht die einzige Schriftstellerin, deren Werk nie so beachtet wurde, wie es Werk und Autorin verdient hätten -- außerhalb Bayerns kennt sie wohl kaum einer, und innerhalb ist sie wohl auch nur einer kleinen Minderheit bekannt. Schade, denn der Mehrheit entgeht hier etwas. Auch wenn Emerenz Meier in ihren Gedichten und Erzählungen stets ihre Heimat, den Bayerischen Wald, thematisierte und auch sprachlich ihre Herkunft nie verbarg, so sind doch weder sie selbst noch ihr Werk provinziell, im Gegenteil: Im Volk verwurzelt war sie, das unbedingt, aber keine einzige ihrer Zeilen tümelt. Kein Kitsch, keine Lederhosen-Jodler-Seligkeit (übrigens enthält diese CD auch Meiers Stellungnahme zur sogenannten Heimatliteratur). Stattdessen beobachtet sie genau das harte Leben der Bauern, und ihre Sympathie gilt nicht nur dem Typischen, nicht nur den Besonderheiten von Land und Leuten, sondern besonders auch den Außenseitern. Meiers Sprache ist lakonisch, spröde, manchmal fast widerspenstig, und doch schreibt sie treffsicher wie nur wenige andere, entfaltet mit wenigen Worten ganze Welten, die man beim Lesen in allen Details vor Augen zu haben glaubt: Tragische Liebesgeschichten, gleichermaßen naturalistisch und sehnsüchtig nach einem anderen Leben: ob in der geradezu klassischen Ballade "Der Säumer", oder in "Wödaschwüln", dem zornigen Klagegesang eines Betrogenen, oder auch in der Erzählung "Der Juhschroa" -- lauter Meisterwerke mit Tiefgang.

Und auch das Leben der Autorin war ungewöhnlich -- aufgewachsen ist sie wie viele im damals rückständigen Bayerischen Wald, aber im Gegensatz zu den meisten wollte sie mehr vom Leben, und sie war begabt. Bereits eine ihrer frühsten Erzählungen, "Der Juhschroa", zeigt, welch ein schriftstellerisches Potential hier hellwach war. Allerdings musste Emerenz Meier büßen, dass sie sich nicht mit dem begnügte, was das Leben im 19. Jahrhundert einer Wirtstochter im Bayerwald bieten wollte -- die bösen Zungen zu Hause und später in Passau hatten nun etwas, woran sie sich wetzen konnten. Schließlich wanderte sie 1906 mit ihrer Familie nach Amerika aus -- und verstummte. Nur noch die Briefe an alte Freunde in ihrer Heimat lassen ahnen, was für eine Schriftstellerin sie hätte sein können, hätte sie ein Zimmer für sich allein gehabt (auch dies eines ihrer Themen).

Dieses Hörbuch nun -- sein Titel "Out of Heimat" klingt nur so lange maniriert, bis man die ersten Minuten hineingehört hat; dann weiß man: Besser hätte man die heimatlose Emerenz Meier mit ihrer Sehnsucht nach Heimat kaum charakterisieren können. Die Musikerin Monika Drasch (früher beim "Bairisch Diatonischen Jodelwahnsinn") und Eva Sixt, die auch die Briefe spricht, haben aus Meiers Werk eine repräsentative Zusammenstellung aufbereitet und diese Zusammenstellung mit so sicherer Hand durch Draschs kongeniale Musik intensiviert, dass dieses Hörbuch wohl zu einem der besten dieses Jahres gehören wird.

Die erste der beiden CDs ist Meiers Gedichten und Briefen gewidmet -- von Drasch vertonte und gesungene Gedichte wechseln sich ab mit thematisch verwandten Auszügen aus Briefen. Der Gesamteindruck lässt sich matt mit dem Wort "Phantastisch" wiedergeben -- in Großbuchstaben. Man lernt Emerenz Meier in den Briefen als gescheite, unbestechliche und warmherzige Beobachterin kennen, die zeit ihres Lebens am Leben litt, und der mehr als genug Prügel in den Weg geworfen wurden. Zynisch wurde sie deswegen nicht, im Gegenteil. Man wird beim Zuhören mehr als einmal verblüfft -- schon gut 20 Jahre vor Virginia Woolf hat Meier erfasst und formuliert, woran nicht nur ihr schriftstellerischer Werdegang scheitern sollte: Das fehlende "Zimmer für sich allein" fehlte ihr das ganze Leben lang -- zunächst hört man den entsprechenden Auszug aus einem Brief an ihre Freundin Auguste Unertl, und dann nochmal im Gedicht, bzw. Lied: "Hätte Goethe Suppen schmalzen, [...] Schiller Pfannen waschen müssen, Heine nähn, was er verrissen, Stuben scheuern, Wanzen morden"... -- ja, da ist was dran.
Wenn Meiers poetisches Spektrum vom Stakkato-Pamphlet bis zur gefühlvollen Ballade reicht, von der zärtlich-lapidaren Naturbeobachtung ("'s Vögerl") bis zur zornigen Anklage, so passt sich Monika Draschs musikalisches Können diesem Spektrum an -- keine effektheischenden Haudrauf-Rhythmen, sondern musikalische Perlen ein Lied wie das andere. Jedes könnte schon für sich allein bestehen, wie Meiers Gedichte ja auch -- und wenn diese beiden Meisterstücke hier harmonisch zusammenkommen, ist der Eindruck einmalig. Ähnliches gilt für Eva Sixts kontrastierende und reflektierende Lesung aus den Briefen -- ihre Sprache ist dermaßen präzise und klar, dabei immer teilnehmend, dass man es kaum fassen kann.

Aber auch wenn man sich von der ersten CD kaum losreißen kann, so sollte man's doch irgendwann tun -- zugunsten der zweiten, auf der Chista Berndl mit anrührend-brüchiger Stimme zwei Erzählungen von Emerenz Meier liest: "Der Bua" und "Der Juhschroa" ("Der Bub" und "Der Juchzer" -- aber keine Angst, die Erzählungen sind auch für Norddeutsche gut verständlich) -- zwei präzise Erzählungen, die zweite eher eine Novelle. Beide aus dem einfachen Leben in Meiers Wald-Heimat, unsentimental, wortkarg wie seine Protagonisten und dabei unglaublich nuancenreich und stimmig -- und dank Berndls beeindruckender Lesung kann man die Worte ungehindert auf sich einwirken lassen.

Als ob das nicht schon genug wäre, ist auch das Beiheft wunderschön gestaltet, und vor allem: informativ -- neben der Vorstellung aller beteiligten Musiker (die ich hier leider gar nicht alle erwähnen konnte) mit einer Kurzbiographie von Emerenz Meier und einem Abdruck der Gedichte.
Wem Emerenz Meier ein Begriff ist, sollte unbedingt zugreifen. Und wem sie kein Begriff ist, der sollte erstrecht zugreifen.
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9 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
„Out of Heimat“ ist eine der interessantesten, spannendsten, wundersamsten Compilations, die je zu bayerischem Kulturgut erschienen sind. SZ
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