Perlentaucher.de
Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.07.2001
Ingeborg Harms zeigt sich sehr einverstanden mit den Stories von Jennifer Egan, die von Aussteigern und Models, enttäuschten Ehefrauen und orientierungslosen Kindern erzählen. Trotz kulminierender Handlungen, so Harms, sind es geduldig genaue Blicke sowohl der Figuren wie der Erzähler, die Egans Prosa hohen Reiz verleihen. Egans Erzählungen, so die Rezensentin, leben vor allem aus Ambivalenzen, die sie ihren Figuren zueignet. In der Geschichte, die Harms für die beste des Buches hält, beschäftigt sich eine Frau, die Urlaub auf Bora Bora macht, mit der irritierenden Faszination, die eine junge Frau am Strand auf sie ausübt. Wie die Gründe für ihre Faszination der Protagonistin allmählich klar werden, wird detailliert geschildert. Sie liegen in der Übereinstimmung der Erscheinung der fremden Frau mit eigenen Jugend-Träumen vom besseren Leben, an die die Protagonistin sich wieder erinnert. Mit ihren Texten, schreibt die Rezensentin, berühre Egan den amerikanischen Traum von der Allmacht der Phantasie, die sich ihre Figuren von der Prosa des Alltags nicht zerstören lassen wolle. Egans Amerika, freut sie sich, sei eine "gläserne Stadt, in der das Abenteuer der Seele jedem eine elementare Rolle gibt und in der jedes Detail stimmt."
© Perlentaucher Medien GmbH
Pressestimmen
"Jennifer Egan beherrscht mit verblüffender Reife die grundlegenden Voraussetzungen zum Schreiben von short stories: Knappheit, Direktheit, Atmosphäre, das Schaffen einer bestimmten Stimmung. Sie schreibt eine Prosa in der Sprache von heute: klar, präzise, lakonisch und meistens schockierend." (Ruth Rendell)