Das ist es also, das Debutalbum von MoTrip. Nach dem ersten Durchhören war ich etwas enttäuscht, bei mehrmaligem Hören legte sich der erste Eindruck. Das Album ist sowohl rap- als auch beattechnisch sehr gut, bei den Lyrics ist meiner Meinung nach noch Luft nach oben.
Der Opener "Kennen" war ja schon vor Release hörbar, dicker Beat und die Idee mit den Endlosreimen gefällt mir. Insgesamt auf jeden Fall ein Top Song!
"King" kommt mit einem bretternden Synthiebeat daher, textlich nichts weltbewegendes, aber trotzdem ein krasser Banger. Von denen gibt es mir leider zu wenig auf dem insgesamt größtenteils ruhig und emotional gehaltenen Album.
"Feder im Wind" ist einer dieser ruhigen Songs, textlich sehr groß und nachdenklich.
"Schreiben, Schreiben", eine Hommage an "Rap über Rap" überzeugt mit einer simplen und trotzdem gewitzten Hook.
"Triptheorie/Meine Rhymes & ich" feat. Marsimoto ist einer meiner Lieblingstracks vom Album, zwar hat Marsi keinen eigenen Solopart (Schade!), die sympathische hochgepitchte Stimme und der dicke Beat sind eine gelungene Mischung.
Ab dem 5. Track wird "Embryo" dann erstmal ziemlich ruhig und nachdenklich, "Die Frage ist wann", "Alles was ich wollte" und "Tagebuch" skippe ich inzwischen, das heißt aber nicht, dass diese Songs schlecht sind!!! An Deepness fehlt es mir allerdings schon ein bisschen, da wäre textlich mehr gegangen.
"Kanacke mit Grips" gehört auch zu meinen Skip-Kandidaten, finde ich einfach uninteressant.
"Gorilla" feat. El Moussaoui dagegen ist ein dicker Banger, beide Parts sowie die Hook top!
"Kunst" ist ein kurzes aber gutes Lied mit genialem Beat und einer Top Hook von RAF 3.0!
"Albtraum" kannte man ja schon lange, nach wie vor überzeugend.
"Wir" gefällt mir, ein ruhiger Track über Revolution, der textlich meiner Meinung nach auch zu einem härteren Beat gepasst hätte.
"Kettenreaktion" feat. JokA & Silla wird hier oft als bester Song des Albums gesehen, ich persönlich mag den Pianobeat und die Texte nicht wirklich, zu dramatisch für mich.
"Wie die Zeit verrennt" ist ein interessanter Rück- und Vorblick, textlich auf jeden Fall gelungen.
"Embryo", der Titeltrack des Albums ist einfach nur überkrass, DER Song des Albums für mich! Beat und Text gehen unter die Haut, genial!
"Intro/Ich fang am Ende an" bietet ein sehr gutes Outro und hinterlässt ein gutes Gefühl.
Fazit: 17 größtenteils gute bis sehr gute Tracks, knapp eine Stunde Laufzeit (endlich mal wieder ein Album, was rein laufzeittechnisch den Namen verdient) --> Insgesamt gelungen!!!
Ob man dieses Album mit dem von Kay One vergleichen kann ist meiner Meinung nach fragwürdig. (individuelles Kunstwerk undso)