Dan Abnett hat unser Wohlwollen als wohl bester Autor des Warhammer-Universums. So freut man sich auch auf einen Abnett mit einem SciFi-Roman ausserhalb von WH40k....
Die maßgeblichen politischen Mächte auf der Erde liefern sich bei der Besiedelung der Sterne ein Wettrennen, bei dem es auch um die Sicherung wertvoller Bodenschätze geht. Im Mittelpunkt dieser Mächte stehen die Vereinigten Staaten und Europa (genannt "Bloc") bzw. der kalte Krieg zwischen diesen Parteien.
Auch auf dem Planten mit der Nummer 86 gibt es entsprechende politische Spannungen und Gerüchte um bewaffnete Auseinandersetzungen, die jedoch von der US-freundlichen Kolonialregierung (Settlement Office SO) strikt unterbunden oder zensiert werden. Diese Story lockt den alternden Starjournalisten Lex Falk auf den Planeten, der sich anfangs recht halbherzig der Aufdeckung einer möglichen Skandalgeschichte widmet.
Ebenso halbherzig quält sich der Leser durch die ersten 30 Seiten des Buches, da die Abnett derart viele Begriffe (z.B. Freek - neurale Programmierung, die die Fluchausdrücke wie 'Fuck' mit 'Freek' übersteuert - aha....ist aber für den späteren Verlauf der handlung gar nicht so unwichtig), Personen und Hintergrundinfos betreffend Wirtschaft, Politik und Geschichte einfließen lässt, dass man als Leser ein gefühlte Ewigkeit benötigt, um sich "einzulesen" und warm zu werden. Für mich waren die in Slang gehaltenen Konversationen der Protagonisten ebenfalls nicht hilfreich, obwohl mein Englisch absolut verhandlungssicher ist. Es mag jedoch sein, dass andere Leser hier weniger Schwierigkeiten haben bzw. diesen Slang sogar cool finden.
Letztlich kommt Falk mit seinem Aufdeckungsjournalismus und mit Hilfe des Gefreiten Bloom auf originelle Weise (die Rückseite des Buchumschlages verrät ein bisschen, was ich meine) zu seiner Sensationsstory.
Der kalte Krieg verfeindeter politischer Mächte und entsprechende Scharmützel sind ein gängiges Thema, das uns nicht vom Hocker reisst. Die Art und Weise, wie Falk/Bloom diese Story aufdecken verdient sich fünf Sterne. Die Auflösung, also die Pointe, ist wieder recht konventionell. Die Action-Sequenzen beschreibt Abnett - wie gewohnt - routiniert. Hier muss man ihm zu Gute halten, dass man nie das Gefühl hat, dass er sich an das Warhammer-Universum anlehnt. Embedded ist somit tatsächlich ein ganz eigenstäniger SciFi-Roman, der jedoch in typischer Abnett-Manier recht abrupt endet.
Summa summarum vier Sterne für eine Mischung aus altbackener Hintergrundstory und origineller Idee, wie der Protagonist zu seiner Sensationsstory kommt.