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Emanzipation durch Muskelkraft. Juden und Sport in Europa (Juedische Religion, Geschichte Und Kultur)
 
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Emanzipation durch Muskelkraft. Juden und Sport in Europa (Juedische Religion, Geschichte Und Kultur) [Gebundene Ausgabe]

Michael Brenner , Gideon Reuveni
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
Preis: EUR 12,95 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 271 Seiten
  • Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht; Auflage: 1., Aufl. (1. Mai 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3525569920
  • ISBN-13: 978-3525569924
  • Originaltitel: Emancipation through Muscles:Jews and Sports in Europe
  • Größe und/oder Gewicht: 23,6 x 16,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 324.443 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Michael Brenner und Gideon Reuveni legen eine Aufsatzsammlung vor, die die Beziehung zwischen Judentum und Sport unter Berücksichtigung der besonderen europäisch-jüdischen Erfahrung zu verorten sucht. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass die Art und Weise wie eine Gesellschaft sich zu Sport und Körper positioniert, etwas über ihre Selbstdefinition aussagt. Die Autoren widmen sich den"jüdischen Muskeln und Kräften", von Resh Lakish über rabbinische Responsa aus dem 16. und 17. Jahrhundert bis hin zur Sportbegeisterung zwischen den beiden Weltkriegen und dem Ruf der Zionisten, einen neuen Juden zu schaffen.
So schreiben sie, ganz nebenbei, eine äußerst spannende Sport - und Gesellschaftsgeschichte und beleuchten das Verhältnis von Sport und Ethik.

Über den Autor

Dr. Michael Brenner, geb. 1964 in Weiden/Opf., ist o. Professor für Jüdische Geschichte und Kultur an der Ludwigs-Maximilians-Universität München.

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Dieser von Michael Brenner und Stefan Rohrbacher herausgegebene Band beinhaltet 15 Aufsätze, die sich mit Juden und Sport beschäftigen, davon neun mit eindeutigem Fußballbezug.

In Hakoah Wien: Gedanken über eine Legende berichtet John Bunzl über einen der erfolgreichsten jüdischen Vereine in Europa. Politischer und gesellschaftlicher Hintergrund, die Bedeutung für das jüdische Selbstbewusstsein, sportliche Begegnungen mit nichtjüdischen Vereinen sind die Hauptthemen dieses kurzen Aufsatzes.

Ein kultureller Code? von Michael John ergründet dem Untertitel zufolge den Antisemitismus im österreichischen Sport der Ersten Republik. Auch hier wird der erste österreichische Profifußballmeister Hakoah Wien genauer beleuchtet. Überzeugend dargelegt hat John das ambivalente Vorgehen des Ständestaats-Regimes (1934 - 1938). Was noch wichtiger ist: er widerlegt die These vom kulturellen Code, und stellt die konkrete Form des Antisemitismus dar.

Das Ende des Wiener Profifußballs, aber auch die Situation in Deutschland und im Sudetenland behandelt der Aufsatz Ein Gift, mit echt jüdischer Geschicklichkeit ins Volk gespritzt: Nationalsozialistische Judenverfolgung und das Ende des mitteleuropäischen Profifußballes, 1938-1941 von Rudolf Oswald.

Tony Collins beleuchtet in Juden, Antisemitismus und Sport in England das Schicksal jüdischer Sportler in Großbritannien. Auch tritt wieder deutlich das Stereotyp der damaligen Zeit zutage: Der Jude als physischer Schwächling.

In die heutige Zeit springt John Efron mit seinem Aufsatz Wo ein Yid kein Jude ist: Ein seltsamer Fall von Fan-Identität beim englischen Fußballklub Tottenham Hotspur. John Efron schreibt sehr flüssig und schafft es mit eingestreuten Zitaten von Tottenham Fans dieses Phänomen spannend aber auch wissenschaftlich sauber darzustellen.

Die Situation in Ungarn untersuchen Victor Karady und Miklós Hadas in Fußball und Antisemitismus in Ungarn: Fußballerische Rivalitäten vor Beginn der kommunistischen Herrschaft. Den beiden gelingt eine hervorragende, wenn auch knappe Darstellung des ungarischen Fußballs vor dem Hintergrund Antisemitismus bis 1956.

Die deutsche Situation wird in Juden im deutschen Sport während der Weimarer Republik von Jacob Borut dargestellt.

Eine sehr aufschlussreiche Darstellung des jüdischen Lagersports legt Philipp Grammers vor: Ichud Landsberg gegen Makabi München. Der Sport im DP-Lager 1945-1948". Überraschend mag dabei die große Rivalität der jüdischen Sportler untereinander in dieser schwierigen Zeit erscheinen.

Fußball und seine Funktionen für das Überleben im Exil. Das Beispiel der NS-Flüchtlinge in Shanghai von Albert Lichtblau beleuchtet viele interessante Aspekte des jüdischen Exilsports, vor allem des Fußball (aber auch der Boxsport wird kurz angesprochen): Ablenkungs- und Stabilisierungsfunktion, die Attraktivität (der Sportler), die jüdische Identität, Netzwerkbildung, Familienersatz und Neubeginn. Einen großen Platz bekommt Leo Mayer eingeräumt, der Star der Jewish League in Shanghai.

Insgesamt ist der Band sehr empfehlenswert, denn Sportgeschichte wird hier in spannender Weise mit der gesellschaftlichen und politischen Situation in Mitteleuropa (zumeist) vor dem Zweiten Weltkrieg verwoben.
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