Zu einer Zeit, in der die Magie in jeglicher Form verfolgt und ausgerottet wird, lebt die Welt in dem Glauben das Königreich Cartomien sei erst dann vor allen dunklen Mächten sicher, wenn der alte Glaube und damit verbunden jegliche Magie ein für alle Mal vernichtet wären. Die neuen Götter haben Einzug in Cartomien gehalten und die berüchtigten Hexenjäger streifen durch die Lande auf der Suche nach jeglicher vermeintlichen Quelle der Magie. Doch niemand ahnt, dass erst die vollständige Vernichtung der Magie einem grausamen Wesen Zutritt zu dieser Welt verschaffen würde, einem Dämon, der durch nur die Macht der Magie gebannt werden kann. Sollte dies geschehen, würde die Welt wie man sie kannte aufhören zu existieren.
Die junge Elyria wächst in dem Glauben auf sie sei wie ihr Vater und ihr Bruder ein Mitglied des Fahrenden Volkes, bis sie just an demselben Tag, an dem sich ihr Leben für immer ändern sollte, ein Gespräch ihres Vaters und der Wahrsagerin belauscht und von ihrer unheilvollen Zukunft erfährt. Elyria schenkt den Worten der alten Seherin keine weitere Beachtung - zu unmöglich erscheint ihr der Gedanke sie sei ihr Leben lang nicht die gewesen, die zu sein sie glaubte. Doch nur kurze Zeit später findet sie ein religiöse Reliquie - und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Elyria wird von den Wachen dabei erwischt, wie sie versucht das kostbare Amulett unbemerkt wieder in den Tempel zu bringen. Als vermeintliche Diebin wird sie in den Kerker geworfen - und trifft dort auf den obersten Hexenjäger. Ein Blick in Elyrias Augen, die einen ungewöhnlichen goldenen Schimmer haben, genügt ihm, um in dem ahnungslosen Mädchen jene Frau mit den goldenen Augen erkennen zu glauben, die laut einer uralten Prophezeihung den Untergang der Welt besiegeln soll. Kurz vor ihrer Anhörung stößt Elyria im Kerker mit einem jungen Mann zusammen - eine kurze Berührung voller Spannung und eine unerklärliche Verbundenheit prägen diesen Augenblick. Und plötzlich findet sie sich im Besitz magischer Kräfte wieder, die sie weder zu beherrschen noch sich zu erklären vermag. Der oberste Hexenmeister erkennt in Elyrias Fähigkeiten den Beweis seiner Vermutung - und lässt sie einsperren. Elyria kann zwar aus den Fängen der Hexenjäger fliehen, doch ihre neue, ungewohnte Kraft bleibt unkontrollierbar und droht sie ihren Häschern zu verraten. Plötzlich steht auch noch jener mysteriöse Fremde aus dem Kerker vor ihr - und er fordert seine magischen Kräfte zurück... Elyria begreift allmählich, dass sie nicht mehr zurück kann - und entschließt sich, sich ihrer neuen Kraft und ihrem Schicksal zu stellen.
Endlich durften wir nach fast 3 laaaangen Jahren wieder ein grandioses Fantsy-Meisterwerk Brigitte Melzers in Empfang nehmen - und das Buch hält, was es verspricht. Hier ist tatsächlich eine Meisterin der Fantasy am Werk!
Wieder versteht es Brigitte Melzer den Leser von der ersten Seite an zu fesseln - und die Spannung lässt auch nach 352 Seiten nicht nach! Natürlich fehlt es der Story auch dieses Mal nicht an einer gesunden Portion Romantik (ganz Brigitte Melzer eben... ;D ) und einem gehörigen Schuss Dramatik. Und wie bereits meine vorherige Rezensentin anmerkte - das Buch geht unter die Haut und emozionale "Weichlinge" (wie meine Wenigkeit) neigen dann auch öfter mal zu tränenreichen Ausbrüchen...
Eine einzige Kleinigkeit, die mich jedoch an dem Buch störte, war die Tatsache, dass eine derartig ereignisreiche Vorgeschichte (der Krieg der Mächte, die endgültige Ausrottung jeglicher Magie etc.) in kaum 10 Seiten Vorgeschichte gepackt wurden. Zu Beginn fiel es mir daher zugegebenermaßen auch etwas schwer, zwischen den verschiedenen Lagern (Elben, Druiden, Magier, Hexenjäger etc.) zu unterscheiden und mich in deren Situation hineinzuversetzen. Andererseits hätten lange und detailreiche Erklärungen der Story sicherlich an Spannung und Fluss genommen, weshalb ich Brigitte Melzers Entscheidung doch auch wieder gut heiße, hier keine "tolkien-eske" Vorgangsweise gepflegt zu haben... ;) Ich hoffe allerdings ganz stark auf ein nachfolgendes Werk, dass vielleicht zu Zeiten des Kriegs der Mächte spielt und so ein besseres Verständnis der dieser Story vorangegangenen Ereignisse liefert. (kleiner Tipp - auf der Homepage der Autorin findet ihr gegebenenfalls eine sehr ausführliche Beschreibung der Geschichte Cartomiens als unterstützende Basic für die Lektüre)
Trotzdem - dieser Kritikpunkt tut der Story nichts ab. "Elyria - Im Visier der Hexenjäger" ist und bleibt ein grandioses Werk.