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Der rote Elvis. Dean Reed oder Das kuriose Leben eines US-Rockstars in der DDR
 
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Der rote Elvis. Dean Reed oder Das kuriose Leben eines US-Rockstars in der DDR [Gebundene Ausgabe]

Stefan Ernsting
3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 314 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer; Auflage: 1 (2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3378010738
  • ISBN-13: 978-3378010734
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 13,6 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 656.380 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Stefan Ernsting
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Kurzbeschreibung

Das kuriose Leben eines US-Rockstars in der DDR. Für die Amerikaner war Reed ein Deserteur, für die DDR-Bürger wurde er zum Urbild des "American way of life". Das Leben Dean Reeds war reich an Widersprüchen und Rätseln, die Grenzen zwischen Pop und Propaganda verliefen fließend. Nachdem er Anfang der siebziger Jahre seinen Wohnsitz in die DDR verlegte, avancierte der "singende Cowboy" aus Colorado zum Vorbild für die Freie Deutsche Jugend, mit deren Chef Egon Krenzer befreundet war. Er wurde zum Prototyp einer staatlichen Popkultur, die jungen Menschen im ehemaligen Ostblock einen Hauch von Glamour und weiter Welt vermitteln sollte. 1986 ertrank Dean Reed auf mysteriöse Weise. Die genauen Umstände seines Todes wurden von Erich Honecker persönlich vertuscht. Aber in der DDR kursierten schon bald Verschwörungstheorien aller Art. Stefan Ernsting erzählt eine Geschichte, die zwischen amerikanischen Pop-Mythen, Propaganda und politischer Intrige oszilliert und einen Blick in die mitunter recht bizarre Pop-Kultur der DDR ermöglicht. Das Buch wird ergänzt durch zahlreiche Fotos, eine ausführliche Diskographie und eine Filmographie.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der singende Cowboy 9. November 2004
Format:Gebundene Ausgabe
Deutschland am Anfang eines neuen Jahrtausends. Ossishows vermitteln einen sentimentalen Blick auf die Zeit als es noch ein zweites Deutschland gab. Auf Berliner Flohmärkten sammelt sich das sozialistische Strandgut. Zwischen alten Amiga-Platten finden sich auch Alben des amerikanischen Countrysängers Dean Reed, dem unbekanntesten Superstar aller Zeiten, der im kalten Krieg zum sowjetischen Propagandamaskottchen avancierte und 1986 im Zeuthener See bei Berlin ums Leben kam. Lange Zeit hatte man den Mann aus Colorado vergessen, aber seit Tom Hanks einen Spielfilm über den berühmtesten Amerikaner, der östlich der Mauer daheim war, angekündigt hat, ist seine Geschichte in aller Munde.
Dean Reed spielte in 18 Filmen mit, produzierte 13 LPs und gab Konzerte in 32 Ländern. Er protestierte international gegen Atomkraft, Militär Juntas oder den Krieg in Vietnam und gab Konzerte in Ländern wie dem Irak, Libanon, Nicaragua, Kuba oder Bangladesch. Dean Reed lebte in Chile, Mexiko, Argentinien, Spanien und Italien und hatte Kontakte zu hochrangigen Oppositionellen in verschiedenen Ländern, KGB-Agenten und Politikern wie Salvador Allende, Daniel Ortega oder Yassir Arafat. Obwohl er von den westlichen Medien ignoriert wurde, soll ihn ein Drittel der Menschheit dereinst für den größten Popstar der Welt gehalten haben. 1972 ließ sich Dean Reed in der DDR nieder, wo er mit offenen Armen empfangen wurde. Dank seiner Staatsbürgerschaft genoß er die volle Reisefreiheit, pries aber in Interviews die Vorzüge der Mauer. Der Stasi galt er als zuverlässiger Informant und den obersten Strategen des Warschauer Paktes als Geschenk des Himmels. Der gutaussehende Sonnyboy ehelichte seine Showbiz-Kollegin Renate Blume und das Paar verlieh dem DDR-Alltag einen Hauch von Glamour. Er gab bei "Ein Kessel Buntes" den Einheizer und drehte eine Reihe von Filmen für die Defa.
Bei keinen anderen Weltstar verliefen die Grenzen zwischen Pop und Propaganda so fließend. Dean Reed ließ sich als Cowboy feiern, der für das Gute in den Kampf ritt, aber stets brav zurück in den Osten kehrte. Sein Erfolg in den Siebzigern und sein späteres Scheitern an den eigenen Ansprüchen steht stellvertretend für das Scheitern der DDR-Kulturpropaganda und einer staatlichen Popkultur, die jungen Menschen hinter dem eisernen Vorhang einen Hauch von weiter Welt vermitteln sollte.
Der seltsame Tod von Dean Reed markierte den Anfang vom Ende einer Kulturpolitik, die nur von Placebo-Künstlern getragen wurde. Sein Selbstmord wurde von Erich Honecker persönlich als Unfall vertuscht um die eine Legende zu erhalten, die bis in die Gegenwart fortwirkt. Der Mythos Dean Reed suggerierte aber, daß sein Tod kein Zufall gewesen sein konnte. Widersprüchliche Aussagen und Verschwörungstheorien ließen zusätzlich den Verdacht aufkommen, daß der Mann aus Colorado nicht einfach nur ein naiver Schlagersänger zwischen den Fronten des kalten Krieges gewesen war.

"Der Rote Elvis" entwickelt sich von der pophistorischen Recherche zur Spionagegeschichte und geht den zahlreichen Gerüchten nach, die sich um Dean Reed ranken. In Interviewausschnitten kommen Verwandte, Freunde, Kollegen, Fans und ehemalige Mitarbeiter hochrangiger Abteilungen der letzten DDR-Regierung zu Wort um ein realistisches Bild von Dean Reed zu zeichnen und seinen Erfolg zu erklären. Das Buch wird ergänzt durch Filmographie, Discographie und Liste aller bekannten TV-Auftritte.

"Ein gutes, ein kluges Buch." (ARD)
"Ein Buch, das mit einigen Ostlegenden und ideologischen Mythen aufräumt" (ZDF)
"Stefan Ernstings Buch über Dean Reed zeigt Widersprüche auf und idealisiert nichts. Distanz ist seine Stärke." (Intro)
"Der Autor fördert bisher wenig bekannte Fakten zu Tage und widerlegt weit verbreitete Legenden, was der Faszination Dean Reeds jedoch keinen Abbruch tut. (Chemnitzer Zeitung)
"Mit dieser Biographie stellt Stefan Ernsting sein Gespür für ungewöhnliche Themen unter beweis." (Weser Kurier)
"Der Tod Dean Reeds wirkte wie der Vorbote eines anderen Untergangs. Der Untergang eines Systems, der drei Jahre später folgen sollte." (arte)
"He was popular because he was playing Elvis and Beatles songs when no-one else was playing that stuff in the East', says Stefan Ernsting, who has written a biography of Reed." (BBC)
"Ernsting ist ein schmaler Mann mit kurzen Haaren. Er trägt Jeans, Sportschuhe und ein rotes T-Shirt." (Berliner Zeitung)

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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nur bedingt gelungen 2. August 2007
Format:Broschiert
Keine Frage: Dean Read ist eine interessante Person der Musik- und Filmgeschichte. In den USA geboren, macht er dort erste Schritte im harten Musikgeschäft, wird dann ein Rockstar in Südamerika und Held einiger Italowestern. Read will sich engagieren, für Frieden in der Welt, gegen Armut und Unterdrückung, geht schließlich in den Osten, tritt in der Sowjetunion auf und lebt in der DDR. Es bleibt nicht aus, dass er von den Herrschenden instrumentalisiert wird, sein Idealismus, der mitunter irreal wirkt, wird auch vom Publikum differenziert betrachtet, schließlich scheitert er persönlich und beruflich - mit einem Selbstmord beendet er sein Leben.
Es wurde Zeit für eine Biographie, die dieses rasante, vielschichtige Leben darstellt. Ernsting ist das nur bedingt gelungen. Er rekonstruiert zwar die Abläufe, doch schon der unangenehm effektheischende, vermeintlich werbewirksame Titel spricht Bände. Der schrille Stil stößt eher ab. Was zudem massiv stört, sind die vorurteilsgeladenen Belehrungsversuche, die Ernsting seinen Lesern immer wieder zumutet. Traut er denen nicht zu, selbst zu denken? Hier wäre eine sachlichere, weniger dem Zeitgeist verpflichtete Darstellung angemessener und seriöser gewesen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von TKr
Format:Gebundene Ausgabe
So richtig begeistern kann mich das Buch nicht. Das liegt zum einen daran, dass der Autor sich fast ausschließlich auf Sekundärquellen beruft. Ich kann auch nicht wirklich glauben, dass es im Zeitalter des Internets nicht möglich sein soll, Reeds aussagen über Chartplatzierungen seiner Songs zu verfifizieren oder zu widerlegen. Dass man es nicht weiß, wusste man auch vor diesem Buch. Was historische Ereignisse angeht ist der manchmal etwas oberlehrerhaft daherkommende Autor nicht immer akkurat (1971 war Jimmy Carter nicht Präsident) oder widerspricht sich (einerseits bezeichnet er die Vorgängeregierung zu Allende als gemäßigt, redet dann aber von Befreiung aus Unterdrückung). Man kann Ernsting sicher nicht vorwerfen, dass er den Ostblock verharmlost oder glorifiziert. Seine historischen Betrachtungen der USA wirken dann jedoch häufig sehr schablonenhaft. Colorado war ein Außenposten der Rüstungsindustrie, schreibt er. Wie bitte soll ich mir das vorstellen? Reed selbst bleibt eher blass. Was aus dem Cowboy nun den Marxisten gemacht hat, bleibt im Dunklen. Wenige der Widersprüche, die Reed ohne Zweifel ausmachen, fügen sich in irgendeiner Form zu einem Gesamtbild zusammen. Was ist Narzismus, was Oportunismus und was Überzeugung?
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