Schon mal über das eigene Leben nachgedacht!? Was ist wann mit wem wieso genau passiert? Wenn Sie drei Jahre Zeit hätten, die Geschichten Ihres Lebens aufzuzeichnen, dann würde Ihnen vermutlich einiges einfallen. Genau das hat die Journalistin Alanna Nash (schreibt für die "New York Times") getan: sie hat drei Mitglieder der sogenannten "Memphis-Mafia" drei Jahre lang immer wieder getroffen und interviewt. Getrennt voneinander und zusammen. Herausgekommen ist - wie sie sagt - ein 4.000 Seiten dicker Papierberg voller Erinnerungen an einen einzigen Mann: Elvis Presley.
Was Billy Smith, Marty Lacker und Lamar Fike zu erzählen haben, ist nicht nur interessant und spannend; es ist vor allen Dingen menschlich. Denn sie erzählen nicht die die Elvis-Geschichte orientiert an den großen Wegstationen seines Lebens, sondern sie erzählen das, was ihnen an Situationen, Geschichten, Verhaltensweisen, Ängsten, Freuden in der Erinnerung hängengeblieben ist. Teils stimmen ihre Aussagen überein, teils widersprechen sie sich. Nash hat sich vielleicht auch deswegen für die Zitatform entschieden. Die Gespräche werden in Statementform wiedergegeben. Das erleichtert im Großen und Ganzen sogar die Lesbarkeit des Buches.
Aber die drei "Mafiosi" reden nicht nur über Elvis. Sie sprechen auch über sich. Über ihr Leben hinter den Mauern von Graceland. Wie es war, Kammerdiener des "King" zu sein - und wie es war, nach dessen Tod den Weg in ein "normales" Leben zu finden.
Ein empfehlenswertes Buch für alle, die dem Menschen Elvis ein kleines Stück näher kommen wollen. Subjektiv, glaubwürdig, aufrichtig, ungeschönt.