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Elternland
 
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Elternland [Gebundene Ausgabe]

Aharon Appelfeld , Anne Birkenhauer
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Berlin; Auflage: 2 (16. März 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3871345512
  • ISBN-13: 978-3871345517
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 711.727 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Aharon Apelfeld
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Israel, in unseren Tagen: Jakob Feins geregeltes Leben nimmt eine Wendung, als er beschließt, nach Polen zu reisen - in das Land, aus dem seine Eltern stammen, an den Ort, wo sie den Holocaust überlebten. Bis zu ihrem Tod hatte sich Jakob, Familienvater und viel beschäftigter Inhaber eines Modeladens, nicht für ihre Geschichte interessiert. Als er das abgelegene Dorf erreicht und die satte grüne, seltsam vertraute Landschaft durchstreift, fühlt er sich den Eltern zum ersten Mal nah. Und er lernt Magda kennen, eine katholische Bäuerin, die ihn mit ihren Erzählungen nach und nach in die Vergangenheit zurückführt. Unerwartet und heftig verlieben sie sich ineinander. Doch je länger Jakob im Dorf bleibt, desto offener zeigen die Bauern ihre Vorbehalte gegen ihn als Juden. Ihre Angriffe - und die geballte Faust in seiner Tasche - erinnern ihn daran, wer er eigentlich ist: ein israelischer Offizier der Reserve, jederzeit bereit, für sein Leben zu kämpfen. Ein kraftvoller, berührender Roman über die späte Suche nach der eigenen Herkunft - und die Geschichte einer unverhofften sinnlichen Liebe.

Über den Autor

Aharon Appelfeld wurde 1932 in Czernowitz geboren. Nach Verfolgung und Krieg, die er im Ghetto, im Lager, dann in den ukrainischen Wäldern und als Küchenjunge der Roten Armee überlebte, kam er 1946 nach Palästina. In Israel wurde er später Professor für Literatur. Seine hochgelobten Romane und Erinnerungen sind in vielen Sprachen erschienen, auf Deutsch zuletzt «Elternland», «Blumen der Finsternis» und «Katerina». Aharon Appelfeld, unter anderem Träger des Prix Médicis und des Nelly-Sachs-Preises, lebt in Jerusalem.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eindrucksvoll 28. Mai 2009
Format:Taschenbuch
Ich hab lang überlegt, ob ich mir Elternland zu Gemüte führen soll - denn, ich gebe es zu, der Gedanke "schon wieder ein Buch über das Schicksal der Juden" zu lesen, hat mich abgeschreckt. Nun aber bin ich froh, dass ich es doch gewagt habe. Denn auch wenn Elternland "schon wieder ein Buch über das Schicksal der Juden" ist, so beleuchtet es das Leid der Juden im Zweiten Weltkrieg doch von einer mir bisher verborgenen und daher recht interessanten Seite: in einem winzigen Dorf am Ende der Welt von Polen. Hier leben einfache Bauern, die sich früher das Dorf mit vielen Juden geteilt haben. Davon ist kein einziger mehr übrig.

Jakob ist in Tel Aviv aufgewachsen und hat nie Zugang zu seinen Eltern gefunden - als sie gestorben sind, hat er all ihre Besitztümer verschenkt und ihren Stoffladen in ein modernes Bekleidungsgeschäft umgewandelt. Er ist unglücklich verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter. Der Wunsch, das Heimatdorf seiner Eltern kennenzulernen, in dem sie nur knapp überlebt haben, überfällt ihn eines Tages mit einer solchen Macht, dass er losfährt: nach Schidowze im Nirgendwo von Polen. Dort findet Jakob viel über seine Eltern, über sich selbst, über das Schicksal der Juden und den Hass unter Menschen heraus. Seine Weggefährtin ist dabei die aufrichtige, vom Leben gezeichnete, liebevolle Magda, bei der er unterkommt und die seine Familie als Kind kannte.

Wie Jakob durch Schidowze und damit durch eine grausame Vergangenheit wandert, das ist berührend, es macht nachdenklich und traurig, gleichzeitig aber ist allen Sätzen eine gewisse Lebensfreude anzumerken. Aharon Appelfeld ist es geradezu meisterhaft gelungen, sich in seinen Protagonisten einzufühlen, in den Juden, der so wenig weiß von seinen Vorfahren, der nicht religiös ist und doch den typischen Vorurteilen gegenübersteht - auch nach so vielen Jahren. Ich bewundere es, dass er dabei nie offen anklagt, sondern lächelnd den Kopf schüttelt über die Dummheit der Menschen. Appelfelds Sprache ich schräg, er benutzt merkwürdige Metaphern und lässt seine Figuren kurze, lebensschlaue Sätze sagen, die für sich genommen in einem Lexikon stehen könnten, so klug sind sie. Natürlich redet niemand so, und ich bin hier für gewöhnlich sehr kritisch. Ich mag es auch nicht, wenn Menschen in Büchern ständig wirre Träume haben. Und doch - Elternland hat mich sehr fasziniert, interessiert, begeistert und gefesselt. Unbedingt empfehlenswert!
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Aharon Appelfeld rowohlt Berlin

ISBN 3871345512

Nach Jahren des Abwartens entschließt sich Jacob Fein aus Tel Aviv, in das Land seiner Väter zu reisen: das Dorf Schidowze in Polen ist sein Ziel!

Was bewegt einen Mann dazu, in ein Land zu reisen, das seinen Vorfahren mit dem Holocaust unermessliches Leid zugefügt hat?
Er will ganz einfach erfahren, wie und wo seine Vorfahren lebten! Und er erfährt so einiges, was ihn überrascht!

Während des Krieges sind die Verwandten dort entweder ermordet worden, oder sie mussten sich verstecken, fliehen und fanden schließlich Aufnahme in Israel.
Jacob ist in Israel geboren und hat das Geschäft seiner Eltern übernommen und zum Erfolg geführt.
Sehr glücklich ist seine Ehe nicht, die Töchter sind aus dem Haus, so nimmt er sich die Freiheit, die lange geplante Reise zu realisieren.
Nach einem kurzen Aufenthalt in Warschau geht es nach Krakau und schließlich Schidowze.

Seine Erinnerungen an die Kindheit sind getrübt, denn seine Eltern waren zurückhaltend und verschwiegen.
Die Bilder des Schreckens wollten sie ihrem einzigen Sohn nicht zumuten.

Seine Reise in die Vergangenheit ist mit gemütvollen Bildern plötzlicher Rührung angereichert, denn er fühlt sich seinen schon verstorbenen Eltern auf einmal nah!
Da gibt es die Landschaft, die Menschen, das Dorf,--und Magda! Sie ist seine Vermieterin und sein Glück.
Zunächst einmal liebt er ihre deftige, bäuerliche Fürsorge und dann die ganze Person. Sie kannte seine Großeltern und sie mochte seine Familie und hat sie sehr vermisst.
Von ihr bekommt er viele Tipps, wo er wen treffen, suchen oder finden kann, und beide können sich über alles austauschen, was sie bewegt.

Dabei erfährt Jacob, dass er einen Cousin in einem Nachbardorf hat. Davon will dieser aber nichts wissen, als Fein ihn besucht.

Er sucht das Haus der Großeltern, dessen heutiger Besitzer ihm mit aggressiver Abneigung entgegen tritt.
Überall macht er die sonderbarsten Erfahrungen: es gibt freundliche Alte, die sich seiner Familie noch gut erinnern; es gibt jedoch auch viele Warnungen, dass Juden auch heute hier nicht gerne gesehen sind.

Appelfeld erzählt seine Geschichte voll innerer Bewegung und Anteilnahme. Das Land und seine Bewohner werden sensibel und aufmerksam beobachtet.
Die poetischen Passagen seiner Spaziergänge, Gespräche und Beobachtungen sind anrührend.
Dabei ist sein Bericht nüchtern, lakonisch und neutral.

Ein wenig unglaubwürdig wirkt die Liebe eines älteren städtischen Geschäftsmannes zu der robusten bäuerlichen Magda. Als Stilmittel der Wahl mag man es übersehen.

Dass der Antisemitismus weiterhin seine Blüten treibt, ist seine traurigste Erfahrung.
Für den Leser bietet das Buch Mahnung und Erinnerung an eine Zeit, die man nie wieder erleben möchte.
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schau zurück ohne zu hassen 25. November 2011
Format:Taschenbuch
Jakob Fein, ein Geschäftsmann aus Tel Aviv, entschließt sich, in das Dorf in Polen zu reisen, in dem seine Eltern nur knapp der Vernichtung entgangen sind. Jetzt, nachdem seine Eltern längst gestorben sind, beginnt er sie erst zu verstehen und er akzeptiert diesen Teil seiner Geschichte. Er genießt es am Fluss zu stehen, den die Juden des Dorfes sehr geliebt haben. Zu seinem Elternhaus wird ihm der Zutritt verwehrt und auf dem Pflaster vor dem Rathaus findet er Bruchstücke jüdischer Grabsteine. Magda, eine verwitwete Bäuerin des Dorfes gewährt ihm Unterkunft, Auskunft und Liebe. Ich habe selten ein Buch über das Schicksal von Juden während des Dritten Reiches gelesen, in dem soviel Güte steckt, ohne dass die grausamen Tatsachen verschwiegen werden. Ohne Anklage und ohne Angst geht Jakob durch das Dorf, aus dem noch immer antisemitischer Hass tönt. Obwohl er selbst sich nicht als gläubig bezeichnet, ist er getragen von der Weisheit seiner Vorväter. Dem Autor gelingt es, die verschiedenen Positionen nebeneinanderzustellen, ohne zu polarisieren. Dieses Buch deckt auf, ohne zu schockieren, es macht Hoffnung, ohne eine Lösung anzubieten.
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