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Dieses Buch möchte die mittlerweile erwachsenen Kinder von alkoholkranken Vätern oder Müttern in ihrer Entwicklung unterstützen und ihnen weitere Perspektiven eröffnen. Es ist ebenfalls gedacht für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Sucht- und Jugendhilfe, die ein entsprechendes Angebot für Kinder aus alkoholbelasteten Familien entwickeln möchten.
Aufbauend auf Schilderungen von Männern und Frauen, die in einer Familie mit einem alkoholkranken Elternteil aufgewachsen sind (Erfahrungen mit trinkenden Eltern) wird im zweiten Teil (Alkohol und dessen Auswirkungen auf die Familie) zunächst praktisches Handlungswissen vermittelt: Wie muss man sich die Situation von Kindern in alkoholbelasteten Familien vorstellen, welche spezifischen Risiken können bestehen und welche Möglichkeiten haben die Betroffenen, darauf zu reagieren? Die verschiedenen Facetten einer Alkoholkrankheit werden ebenso beschrieben wie typische Reaktionen von Angehörigen. Da bei mütterlichem Alkoholmissbrauch die Gesundheit der Kinder während der Schwangerschaft gefährdet ist, wird ausführlich auf die mögliche vorgeburtliche Schädigung des Kindes durch Alkohol sowie auf Interventionsmöglichkeiten im späteren Leben eingegangen.
Der dritte Teil des Buches (Kinder stark machen, aber wie?) stellt fundierte Programme für Kinder und Jugendliche aus alkoholbelasteten Familien vor. Ausgehend von Ergebnissen eines Forschungsprojekts werden konkrete Konzepte und Erfahrungen in der präventiven Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus alkoholbelasteten Familien vorgestellt. Auch die Jugendhilfe nimmt Stellung und beschreibt die Arbeit mit alkoholbelasteten Familien aus Sicht eines Jugendamts.
Konkrete Chancen für die Zukunft bilden den Schwerpunkt im vierten Teil. Hier werden Erfahrungen mit Selbsthilfegruppen für erwachsene Kinder aus alkoholbelasteten Familien vermittelt und die Arbeit einer Anlaufstelle für schwangere Frauen mit Suchtproblemen dargestellt. Da eine Reihe von Betroffenen die Nachwirkungen ihrer (Gewalt-) Erfahrungen im Elternhaus auch im späteren Leben noch empfindlich spüren, wird das Phänomen der posttraumatischen Belastungsstörung beschrieben und auf entsprechende Hilfemöglichkeiten verwiesen. Zur Prävention eines eigenen Alkoholproblems wird die Methode des kontrollierten Trinkens erläutert. Neben den konkreten Hilfemöglichkeiten für die Kinder, zeigt die in den USA entwickelte und hier noch wenig praktizierte Methode der Intervention einen Weg, wie Angehörige und Freunde gemeinsam, unter Anleitung eines Therapeuten, den abhängigen Elternteil zu einer Entgiftungs- und Entwöhnungsbehandlung motivieren können.
Schließlich wird auf den Hilfeverein KOALA e.V. verwiesen, einem Zusammenschluss von engagierten Wissenschaftlern und Praktikern zur Unterstützung von betroffenen Kindern und Jugendlichen.
Im Anhang finden Sie eine Checkliste zur Einschätzung der eigenen seelischen Gesundheit sowie des eigenen Umgangs mit Alkohol. Adressen von speziellen Anlaufstellen sowie Literatur zur Vertiefung runden das Buch ab.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
ok-Helfen statt Ko-Saufen: wirklich nachhaltige Hilfe,
Von Detlef Rüsch "detlefruesch" (Freising, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 10 REZENSENT) (#1 HALL OF FAME REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Wenn Eltern zu viel trinken: Hilfen für Kinder und Jugendliche aus Suchtfamilien (Broschiert)
Kinder aus Suchtfamilien zu unterstützen: spätestens nach der Lektüre dieses so alltagsnahen Buches wird deutlich, wie wichtig dies ist.
In Deutschland gibt es ca. 1,8 Millionen Söhne und Töchter von alkoholkranken Eltern (-teilen). Diese Zahl an sich ist schon erschreckend. Da wird rasch deutlich, dass die Begegnung mit ihnen im Alltag diverser Einrichtungen unumgänglich ist. Es ist sehr wahrscheinlich, in Kindergartengruppen, Klassen, Jugendgruppen und anderen Kontexten auf diesen Personenkreis zu stossen. Um so bedeutsamer ist es, entsprechend professionell ihre Lebenssituation zu erfassen und die diversen Prozesse in den Familien zu erkennen. Der Psychologe, Therapeut und Dozent Martin Zobel hat mit diesem breit gefächerten Band viele Betroffene, Angehörige und professionelle Helfer/-innen "ins Boot geholt", um Kinder von Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit besser zu verstehen. Aus diesem tatsächlich multiperspektivischen Blickwinkel heraus kann man sowohl die Entstehungs- als auch die Entwicklungsphase der Familien begreifen. Man begreift insbesondere das Vertuschen, Verschweigen und das immer wieder zum alkoholkranken Elternteil flüchtende Verhalten der Kinder und in welchem Dilemma sie stecken, wenn sie widersprüchliche Botschaften erhalten. Das Buch selber stellt zunächst die Erfahrungen von erwachsenen Kindern sehr anschaulich dar, ehe die Auswirkungen auf die Familien (Wie ist die Situation der Kinder? Wie entsteht die Abhängigkeit und welche "Gefühls- udn Gedanken-Achterbahn" im Familienleben oftmals gefahren wird!). Den Schwerpunkt des gesamten Buches bildet dann das dritte Kapitel mit verschiedenen Beispielen, wie Kindern geholfen werden kann. Ob nun Kinder- und Jugendseminare, besondere Gruppen, Suchtberatungsstellen-Präventionsarbeit, Vernetzung, Jugendamt und Suchthilfe-Stellen: bei allen Berichten und Interviews wird in präziser, ehrlicher und offener Weise deutlich, dass den Kindern geholfen werden kann udn wie wichtig eine gute Vernetzung, Abgrenzung und gegenseitige Unterstützung ist. Gerade wer im Alltag mit dem betroffenen Personenkreis immer wieder zu tun hat, wird aus diesen, klar die Fakten und Grenzen benennenden Kapitel schöpfen können. Bezüglich zukünftiger Chancen ist der vierte Teil des Buches "ernüchternd" und zugleich anspornend. Insbesondere in puncto zusätzlicher Belastungen (wie Schwangerschaft, Gewalt und anderen Suchtmitteln) stellen die Beiträge präzise Projekte (beispielsweise auch über Internetportale) und Erfahrungsberichte vor. Neben diesen so praxis- und alltagsnahen Ausführungen stellt der Anhang einen krönenden Abschluss dar: hier befindet sich eine ausführliche "Checkliste zur Risiko- und Ressourceneinschätzung für Jugendliche und Erwachsene aus alkoholbelasteten Familien", eine umfangreiche, gut sortierte und kommentierte Liste von (z.T. Internet-) Adressen hilfreicher Einrichtungen sowie addressatenorientierte Kinder-, Jugend- und Fachliteratur. Beim Durchsehen der ausführlichen Mitautoren-Liste erfährt man einiges über die so vielfältigen Professions- und Lebenshintergründe der Autoren/-innen sowie zum Teil Angaben zur Kontaktaufnahme. Dieser günstige, den Preis wirklich werte Band ist ein sehr dialogisch ausgerichtetes Buch zur Unterstützung unterschiedlicher Interessensgruppen. Trotz der unterschiedlichen Addressatengruppen gelingt es dem Herausgeber Martin Zobel, einen weiten Rettungsring auszuwerfen, ein Unterstützungsnetz auszulegen und Chancen aufzuzeigen, die wirklich nachhaltig wirken. Das Buch ist keine kurzfristig wirkende Kampagne gegen das KO-Saufen, sondern ein umfassendes Hilfsprogramm für das OK-Sein der Kinder, die so manche (Lebens-) Geschichte zu erzählen haben. Möge das Buch mit dazu beitragen, dass man in der Gesellschaft bei all der Alkoholproblematik nicht die Sichtwinkel verengt, sondern einen klaren Blick bekommt für wirklich dringende Unterstützung! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Alkohol wirkt sich auf die ganze Familie aus,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wenn Eltern zu viel trinken. Risiken und Chancen für die Kinder (Taschenbuch)
„Ich glaube, es gibt einige Zusammenhänge zwischen der Alkoholikerkarriere meines Vaters und meinen eigenen Alkoholproblemen." (Veronika, 30 Jahre alt; S. 17). Was diese selbst suchtmittelabhängige junge Frau in der Schilderung ihrer Kindheit mit einem alkoholabhängigen Vater und ihrer eigenen Suchtentwicklung beschreibt, zieht sich wie ein roter Faden durch diesen von Martin Zobel herausgegebenen Band, in dem außer ihm weitere 13 Suchtfachleute aus unterschiedlichen sozial und medizinisch orientierten Professionen und 4 junge Erwachsene aus suchtbelasteten Herkunftsfamilien zu Wort kommen. Dieses Buch kann neben betroffenen Kindern und Eltern auch all denjenigen Professionellen empfohlen werden, die mit Kindern, Jugendlichen und Familien im Beratungs- und Behandlungskontext zu tun haben. Ein großes Kompliment allen Autoren und Autorinnen, die sich nicht nur um eine verständliche Sprache bemüht haben, sondern darin auch erfolgreich waren.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
ein MUSS f d Arbeit mit Kindern aus suchtbelasteten Familien,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wenn Eltern zu viel trinken. Risiken und Chancen für die Kinder (Taschenbuch)
Ich habe zwei Jahre in einer Suchtklinik gearbeitet, in der ein integrierter Kindergarten für die Kinder der Suchtpatienten war. Das Buch ist in dieser Arbeit eine wirkliche Bereicherung. Sehr praxisnah, verständlich verfasst u gut aufgebaut. Auch für Menschen empfehlenswert, die sich bisher noch nicht eingehend mit der Situation v Kindern aus suchtbelasteten Familien beschäftigt haben.
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