Wofür wurde dieses Buch nicht geschrieben?
- für Leute, die sich einen allgemeinen Überblick über das Thema Hochbegabung verschaffen wollen
- für Leute, die nach Anregungen suchen, was man hochbegabten Kindern und Jugendlichen an inhaltlichem Input bieten kann
- für Leute, die gerne lesen möchten, dass der Umgang mit Hochbegabten immer und ausschliesslich problemlos abläuft
Das Buch ist gedacht für die (auch von ernst zu nehmenden Autoren wie Prof. Rost bestätigte) Teilgruppe der Hochbegabten, deren Weg alles andere als angepasst und gut "integriert" verläuft - die Widerspenstigen, jederzeit zum Diskutieren und (Dank ihres Intellektes) zum Aufspüren von Widersprüchen in der Argumentation des Erziehers aufgelegten Jugendlichen, denen ihre hohe Begabung für ihren weiteren Weg akut eher nachteilig ist, weil sie noch nicht die menschliche Reife besitzen, um zu überschauen und abzuschätzen, wohin sie ihr Rebellentum führen wird und wieviel mehr an Energie es sie später kosten kann, einen für sie befriedigenden Weg zu erreichen.
Das Buch ist geschrieben für diejenigen, die verantwortlich sind für die Erziehung von Hochbegabten (Eltern und professionelle Erzieher) und eröffnet die Perspektive, der chronischen Überforderung im Umgang mit dem Energiepaket einen Namen zu geben und in Folge ein Instrumentarium zu erhalten, dem ständig Grenzen suchenden Nachwuchs eben genau dieses zu bieten: klar benannte und erfahrbare Grenzen, die gewaltfrei umgesetzt werden.
Dies ist wichtig, weil eben auch ein hochbegabter Nachwuchs lernen muss, dass es Grenzen gibt und dass diese einen (wenn auch nicht immer sofort durchschaubaren) Sinn haben - nämlich den, zu erkennen, dass es sich lohnt, sich mit Grenzen konstruktiv auseinander zu sezen - weil man daran und dadurch wächst und sich weiterentwickeln kann.
Dass dies nicht von heute auf Morgen passieren kann, ist klar. Es muss verloren gegangenes Vertrauen neu aufgebaut werden, es müssen Werte wie Verlässlichkeit auf beiden Seiten ds Erziehungsprozesses eine neue Basis erhalten. Dafür bietet das umfangreiche Instrumentarium der von Prof. Kluge vorgeschlagenen Massnahmen den entsprechenden Rahmen.
Die neuen Strukturen müssen Schritt um Schritt eingeführt und vor allem eingeübt und praktiziert werden, denn es gilt, dass unter Umständen viele Jahre ohne klare Strukturen aufgeholt und die entsprechenden Verhaltensschnitzer beim Kind / Jugendlichen ersetzt und umgelernt werden müssen.
Ich hoffe, dass das Buch in der umrissenen Zielgruppe mehr Bekanntheit erfährt, denn es ist nicht Ergebnis von im Elfenbeinturm erdachten, weltfremden Theorien, sondern Resultat jahrelanger praktischer Erfahrung der Autoren - das spürt man bei der Lektüre (und auch Umsetzung der Vorschläge) ganz deutlich.