Nachdem ich das Glück hatte, Autorin und Buch bei einer Gourmetlesung zu erleben, habe ich das Buch nun bei einem Betriebsausflug ins Elsass an meine Mitarbeiter verschenkt. Jeder war sofort angetan von der hochwertigen Aufmachung im farbigen Fotoschuber, das Buch selbst sorgfältigst gebunden und mit Fotos gestaltet. In den Erzähltext fügen sich Rezepte, die man durch andere Schrift und ein eigenes Verzeichnis auf Anhieb findet. Sie sind bedeutend besser als das, was man in Elsasskochbüchern sonst findet. Man merkt die liebevolle Hand der Autorin, die vorsichtig den Fettgehalt modernisiert hat und einige Kniffe verrät. Die köstlichen Rezepte sind auch für unerfahrenere Köche geeignet und sind zum Großteil erstaunlich schnell zubereitet.
Aber das Buch ist keineswegs nur ein Kochbuch! Die Autorin nimmt den Leser in literarisch erzählten Episoden, Geschichten und Anekdoten auf eine sehr subjektive Reise, zu Freunden, besonders faszinierenden Menschen und natürlich auch zu den Musts. Subjektiv, weil sie selbst seit vielen Jahren im Elsass lebt und sogar über bekannte Ziele wie Straßburg oder Hochkönigsburg erfrischend Anderes zu erzählen weiß. So empfiehlt sie einen Rundgang durch die Hauptstadt nur im Grünen, sie erzählt, welche Weihnachtsmärkte man sich spart und welche ursprünglich sind. Da wird Geschichte wach von Eisenbaronen, von der Marseillaise und einem gruseligen Mord.
Ein Buch im Buch also, das man zu jeder Gelegenheit verschenken kann. Ein Buch für Menschen, die das Elsass mit neuen Augen entdecken wollen oder einfach in Gedanken reisen. Man muss nicht kochen können, um es zu genießen. Wer aber daraus nachkocht, bekommt Appetit auf mehr.