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Elsas Großväter
 
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Elsas Großväter [Gebundene Ausgabe]

Susanne Scholl
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 280 Seiten
  • Verlag: Picus Verlag; Auflage: 1., Aufl. (12. Mai 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3854524668
  • ISBN-13: 978-3854524663
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 13,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.623.813 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ein Roman über Flucht und Vertreibung und ihren Nachklang in der Gegenwart.
"Eine Kur ist eine lange und zumeist auch langweilige Zeit". So hatte man es ihr erklärt, als sie sich zu der Reise entschlossen hatte. Elsa aber dachte an die Kuren, zu denen die vornehmen Damen zu Beginn des Jahrhunderts zu reisen beliebten."Die Stille des Kuraufenthalts", auf den Susanne Scholl ihre Protagonistin Elsa schickt, wird sie nachhaltiger mit der Vergangenheit konfrontieren, als diese Zeilen es erwarten lassen. Denn für die dreiwöchige Ruhephase hat Elsa sich eine dicke Mappe mit vergilbten Blättern mitgenommen, denen sie sich endlich, unbeeinträchtigt von Alltagsablenkungen, widmen will: Es sind die authentischen Briefe ihres nach England emigrierten Vaters an seine in Wien verbliebenen Eltern und die Antwortbriefe des Großvaters, die Elsa in die Jahre des Nationalsozialismus zurückversetzen und bald einen regelrechten Sog entwickeln, der sie in das unbekannte Leben ihrer Großeltern führt. In der berührenden Korrespondenz zwischen Vater und Großvater erschließt sich die ganze Tragik der Familiengeschichte: detaillierte Schilderungen von den Anfängen in der neuen Heimat London und den wachsenden Schikanen für die Familie in Wien lassen die verzweifelten Versuche der Großeltern aufleben, die Ausreise doch noch zu Stande zu bringen, und protokollieren die brutale Enteignung der Familienvilla durch einen "Blutordensträger". Dessen Briefe aus der Haft im Ständestaat, Ironie der Geschichte, wird der überlebende Vater nach seiner Heimkehr in der restituierten Villa finden. Elsas Reflexionen und Assoziationen bei der Lektüre der Briefe schaffen die Verbindung zum Hier und Heute, zum immer noch gegenwärtigen Antisemitismus, zum Krieg in der Nachbarschaft und seinen Bildern im Fernsehen, zu Fremdenfeindlichkeit und zu der Frage, wie sie selbst mit einem vergleichbaren Schicksal umgegangen wäre.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von St. Kitts
Der eine sitzt in London und schreibt über das Wetter, das britische Arbeitstempo oder die Busfahrer, die nur die eigene Linie kennen. Der andere sitzt in Wien und schreibt über das Wetter, die Versuche, eine Tropenausrüstung anzuschaffen, die Schikanen diverser Behörden. Der eine ist der Sohn, gerade noch davongekommen aus dem Land, in dem die Barbaren die Macht übernommen haben. Der andere ist der Vater, der sich an die Hoffnung klammert, sich und die Seinen irgendwann doch noch in den Kongo retten zu können. Von Brief zu Brief schwindet die Hoffnung. Wie es ausgeht, wissen wir von Anfang an. Und doch wollen wir es nicht wahrhaben. Die Protagonisten werden uns aus diesen Briefen lebendig, mit ihren Stärken und Schwächen. Die Protagonisten haben gelebt.
Susanne Scholl hat den authentischen Briefwechsel ihres Vaters und ihres Großvaters zu Literatur verdichtet. Mit bewusst einfachen Mitteln: die Ich-Erzählerin reflektiert über die Geschichte ihrer Familie, über das Verweigern der Realität und das Wegschauen, über die Bestialität, die aus lauter kleinen Bestialitäten wächst. Vor allem aber lässt sie die Briefe sprechen.
Susanne Scholl zieht Leser/Leserin einfach hinein in die Geschichte ihrer Familie, sie nimmt ihm/ihr die Sicherheit der Distanz, sie schafft Identifikation mit den Opfern. Natürlich geht diese Phase vorbei, aber auch nachher bleiben Fragen, die gestellt werden müssen: Wie lang können wir unser schlechtes Gewissen über das Grauen des Krieges in ein paar hundert Kilometer Entfernung durch die eine oder andere Euro-Spende betäuben? Wie sicher können wir sein, dass unsere näheren Nachbarn nicht über Nacht zu Barbaren mutieren? Und wie sicher sind wir unserer selbst, was richtiges Verhalten in falschen Zeiten angeht?
Susanne Scholl hat ein wichtiges Buch geschrieben. Und ein gutes. Eines, das uns hilft, Geschichte zu verstehen als etwas, das uns geschehen ist.
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