Warum ich einen Luftentfeuchter brauche:
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In meinem sehr kleinen Badezimmer (1,35x2,9m =3,9m²) habe ich ein Problem mit der Luftfeuchte. Ich habe zwar ein Fenster, aber wenn ich dieses nach dem Duschen 10 Minuten offenlasse und dann beim Verlassen der Wohnung schließe, riecht es Abends immer noch muffig und alles ist feucht. Im Sommer lasse ich das Fenster oft über Tag gekippt, (geht, 2. Stock) dann ist Abends alles, auch die Handtücher, trocken.
Nach 20 Minuten Lüften ist eben Abends noch alles feucht, weil sich an der vorhandenen Menge Wasser im Raum wegen des fehlenden Luftaustausch im Bad nichts ändert. Die feuchten Handtücher werden am nächsten Morgen noch feuchter und riechen natürlich schnell muffig und müssen alle zwei Tage ausgetauscht werden. Im Sommer, bei offenem Fenster, riechen die Handtücher auch nach mehr als einer Woche nicht muffig. Auch der Rest vom Bad ist immer trocken und schimmelfrei.
Aber im Winter ist mit den gekippten Fenstern leider nicht möglich.
Um meine Misere in Zahlen auszudrücken habe ich mal einen Luftfeuchtemesser bemüht:
Nach dem Duschen geht die Luftfeuchte auf 85-90% rauf. Nach 10 Minuten Lüften geht diese schnell wieder auf 55-60% herunter, wenns draussen Kalt ist auch gerne bis 48%, weil die erwärmte Kaltluft von draussen sehr trocken ist und viel Wasser aufnehmen kann.
Blöderweise sind schnell wieder 75-80% erreicht, weil das Wasser aus den Handtüchern und die Tropfen an den Wänden die Luftfeuchte nähren.
Also habe ich mir diesen Luftentfeuchter geholt, der über Tag das Wasser aus der Luft holen soll. Die 200ml pro Tag, die hier in den Rezensionen zu lesen sind, hörten sich nicht schlecht an.
Das Gerät:
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Der Luftentfeuchter ist klein, ausreichend leise und unkompliziert zu bedienen und sieht dazu noch nett aus. Er hat leider keinen Regler mit dem man eine Zielfeuchte einstellen könnte, bei der er sich ausstellt, man kann Ihn leider nur an- und ausschalten. Dieses Manko lässt sich allerdings mit einem luftfeuchtegesteuerten Steckdosen-Schalter beheben.
Der Tank hat ein Fassungsvermögen von 450ml und der Entfeuchter schaltet sich automatisch ab, wenn dieser gefüllt ist.
Im Inneren arbeitet ein Pelitier-Element, mit je einem einem Kühlkörper an beiden Seiten. Hinter dem Lüftungsgitter vorne ist ein blanker Kühlkörper, an der hinteren Seite ein noch grösserer Kühlkörper mit einem Lüfter drauf. Dieser saugt die Luft durch das Lüftungsgitter vorne, an dem kalten Kühlkörper vorbei (wobei das Wasser aus der Luft dort kondensiert) und bläst die Luft dann durch den heissen Kühlkörper.
Die Luft tritt anschließend oben wieder aus. Komischerweise ist am Austrittsgitter noch ein Staubfänger. Da macht er eigentlich keinen Sinn mehr, denn der Staub sammelt sich vorher ja schon an den Kühlkörpern und mindert mit der Zeit die Leistung des Gerätes, wie schon einige Rezensenten hier geschrieben haben. Ich blase das Gerät deshalb regelmäßig mit einer Dose Druckluft aus.
Der kalte Kühlkörper geht schon bei 20°Raumtemperatur auf fast 3°C herunter. Kein Wunder, dass der Entfeuchter wie manche Rezensenten schreiben bei 16° praktisch nichts mehr aus der Luft holt: Das kondensierte Wasser gefriert und isoliert den Kühlkörper. Das Eis tropft natürlich nicht in den Tank. Somit ist der Entfeuchter nur bei Raumtemperatur vernünftig einsetzbar. Im Keller müsste man zusätzlich heizen, was eigentlich sowieso passieren muss. Irgendwo muss ja die Energie zum Verdampfen des Wassers in den Wänden herkommen.
Energiebedarf
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Das tatsächlich ziemlich heiss werdende Steckernetzteil hat 9V und auch ich messe den Energiebedarf des Gerätes mit 26 Watt. Soweit so gut, da kann man mit leben.
Entfeuchtungsleistung
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In den Rezensionen sind einige sehr wiedersprüchliche Angaben zur Leistungsfähigkeit gemacht worden. Das liegt natürlich an den unterschiedlichen Bedingungen. Je höher die Luftfeuchte und je höher die Temperatur desto mehr Wasser ist in der Luft (und desto mehr kann herausgeholt werden!). Somit ist meine Badezimmer mit 22° und 70%-90% Luftfeuchte also eher ein Kanidat für ein Messergebnis bei Maximalleistung.
Ich habe einmal zwei Monate lang gemessen, wie fleissig mein kleiner Entfeuchter im Dauerbetrieb ohne Pause ist. Ich habe mir notiert, wann der Tank mit 450ml voll war und daraus die Tagesleistung errechnet. Hier ist das Ergebnis:
Datum Tage ml/Tag
13.01.2012 23:00
18.01.2012 06:00 4,29 105
21.01.2012 17:00 3,46 130
25.01.2012 08:00 3,63 124
28.01.2012 17:00 3,38 133
01.02.2012 15:00 3,92 115
06.02.2012 09:00 4,75 95
10.02.2012 18:00 4,38 103
14.02.2012 20:00 4,08 110
17.02.2012 20:00 3,00 150
21.02.2012 18:00 3,92 115
24.02.2012 18:00 3,00 150
27.02.2012 15:00 2,88 157
01.03.2012 08:00 2,71 166
03.03.2012 23:00 2,63 171
06.03.2012 08:00 2,38 189
09.03.2012 18:00 3,42 132
13.03.2012 15:00 3,88 116
16.03.2012 11:00 2,83 159
Macht im Mittel also 134ml/Tag.
Die Ergebnisse sind also sehr unterschiedlich, die Ausgangsluftfeuchte und Temperatur sind aber auch nicht immer gleich. Ich habe immer nach dem Duschen für ca. 10 Minuten gelüftet, und danach ist eben mal mehr, mal weniger Wasser in der Luft. Vielleicht war auch die Heizung nicht immer gleich eingestellt.
Tja, was bedeutet das jetzt für die Luftfeuchte im Raum? Ehrlich gesagt wenig. Ich gehe bei 68% nach dem Lüften zur Arbeit und komme Abends nach Hause und es sind 70%. Anscheinend geben die Handtücher und der Raum im selben Maße Wasser ab wie der Entfeuchter abführt.
In den 10h, die ich ausser Haus bin holt der Entfeuchter im Mittel nach meinen Messungen 56ml aus der Luft. Was macht das aus?
Hier: [...]
kann man online errechnen, wieviel Wasser bei welcher Feuchte im Raum ist.
Für mein Badezimmer (9,75m³) kommt heraus:
Bei 22°C und 90% Luftfeuchte sind insgesamt 174ml Wasser in der Luft.
Bei 22°C und 55% Luftfeuchte sind insgesamt 106ml Wasser in der Luft.
Das bedeutet ich muss (die Wassernachlieferung vom Handtuch und den Wänden mal ausser Acht gelassen) 68ml Wasser aus der Luft in meinem Badezimmer holen, um die Feuchte von 90% auf 55% zu senken.
Die 56ml, welcher der Entfeuchter in 10h schafft, sollten theoretisch genügen, um den Raum von 85% auf 55% zu bekommen.
Aber es passiert kaum was an der Luftfeuchte, vermutlich ist einfach nur mein Handtuch und die Wände etwas trockener. Wenn ich mein Handtuch vor und nach dem Duschen vergleiche, ist das schon deutlich schwerer, ich würde so etwa 100gr schätzen, also 100ml. Meine Freundin duscht auch, also nochmal 100ml. An den Wänden/Boden sicher nochmal 200-400ml, je nach Streufaktor. Somit reden wir von mindestens 500ml, die wegmüssen. Der Entfeuchter ist also selbst für mein kleines Badezimmer von 4m² zu klein. Dafür brauche ich mindestens einen Entfeuchter mit 800ml/Tag im normalen Badbetrieb.
Vergleich mit Lüften
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Wenn man den Entfeuchter mal mit anderen Methoden vergleicht, kommt er schlecht weg.
Mit 10 Minuten Lüften (wenns draussen kalt ist) bekomme ich die Luftfeuchte kurzfristig von 90% auf 48%. Damit habe ich mit EINMAL Lüften (Zum Nulltarif) 82ml Wasser aus dem Raum geholt- für dieselbe Menge braucht der Entfeuchter im Schnitt 15h und verbraucht dabei 0,4kwh. Also 4x 10 Minuten (oder mit einem Ventilator/Fön mit Kaltstellung nachgeholfen auch deutlich kürzer) Lüften schafft man fast die doppelte Tagesleistung des Entfeuchters. Für meinen Anwendungsfall ist das Gerät, sogar bei einem derartig kleinen Badezimmer, dem einfachen Lüften haushoch unterlegen.
Wofür ist er denn eigentlich zu gebrauchen?
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-Wenn man im Bad nicht Lüften kann, kann er eine Hilfe sein. Aber einen normalen 2-Personen Duschbetrieb schafft er sicher nicht, dazu kommt täglich zuviel Wasser hinzu. Eventuell schafft er einen ein-Personen-Haushalt, wenn die Wände mit einem Abzieher nach dem Duschen getrocknet werden, wenn man sich möglichst viel Wasser mit den Händen am Körper abstreift, damit die Handtücher nicht so nass werden, Klodeckel immer runter (gar nicht so kleine Wasserfläche und damit Luftbefeuchter, so ein Klo) - dann könnte er mit der Situation fertigwerden.
-Ich nutze Ihn immer noch, wenn ich mal ein Wochenende nicht da bin. Dann kann ich abends nicht Lüften, und 80% Feuchte 3 Tage lang ist gut für den Schimmel. Ohne den täglichen Wassernachschub bekommt er die Feuchte in 3 Tagen schon merklich runter.
- Die Wäsche im Sommer bei schwülen Tagen zu trocknen ist schwierig. Daher habe ich Ihn anfangs zur Wäsche in den Innenraum gestellt. Etwas bringt er dabei, wenn auch kaum merklich. In 5kg Wäsche sind nach dem Schleudern immer noch 2,5-3l Wasser. Davon holt der Entfeuchter in 3 Tagen 0,5l raus-nicht genug, aber etwas. Das kostet dann allerdings auch 1,8kwh. Mittlerweile verwende ich zum Trocknen meine billige Monoblock-Klimaanlage. Die verbraucht im Trocknungsmodus 230W, hat die Wäsche aber auch in 4h trocken (Man kann den Warmen Abluftschlauch schön draufhalten, klappt prima) bei 1kwh Verbrauch.
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