Die Sinfonie Nr. 3 c-Moll op. 78, die so genannte "Orgelsinfonie", von 1886 ist neben dem "Karneval der Tiere" aus demselben Jahr das bekannteste Werk des französischen Komponisten Charles Camille Saint-Saëns (1835-1921). Im Zeugnis der Zeitgenossen rückte Saint-Saens namentlich mit dieser Komposition in die Nähe Ludwig van Beethovens.
Die Sinfonie ist konventionell viersätzig und liegt in zahlreichen guten und sehr guten Einspielungen vor. Die hier zu besprechende Fassung ist 1983 vom Orchestre Symphonique de Montréal unter der Leitung von Charles Dutoit (Jahrgang 1936) eingespielt und in der preiswerten "Eloquence"-Reihe (wieder) veröffentlicht worden.
Dass preiswert nicht schlecht heißen muss, ist mit der "Eloquence"-Reihe immer wieder nachdrücklich unter Beweis gestellt worden. Das gilt insbesondere für die Musik der Jahrhundertwende (Debussy, Mahler, Ravel, Stravinsky usw.), zu der Saint-Saens' "Orgelsinfonie" cum grano salis gezählt werden kann. Da für die vorliegende Aufnahme mit Peter Hurford zudem ein renommierter Organist verpflichtet wurden konnte, dürfen die Erwartungen ein gewisses Niveau erreichen.
Und diese Erwartungen werden durch Dutoit und die Sinfoniker aus Kanada keineswegs enttäuscht: Sie nehmen Saint-Saens gleichsam beim Wort und kehren das Spätromantische seiner Sinfonie hervor - der Franzose erweist sich hier als echter Zeitgenosse Rachmaninovs -, agieren dabei aber präzise und sensibel; ihr Zugang wirkt elegant und feinfühlig. Die Aufnahme zeichnet sich durch Klangfülle, Präsenz und Transparenz aus. Und so konnte es diese nun wohlfeil erhältliche Aufnahme von 1983 zur Referenz bringen. Chapeau!