Elly Beinhorn schildert fesselnd und selbstironisch ihren Weg von der jungen 21jährigen, die voller Wagemut und Tatendrang den Pilotenschein macht, ohne sich von Skeptikern und Zweiflern beeinflussen zu lassen. Bis hin zur ältlichen Dame, die teils melancholisch, teils stolz zurückblickt auf ein erfolgreiches und doch so oft auch tragisches Leben. Ihre Erzählweise ist angenehm offen und unverschnörkelt. Ihre Worte zur Fliegerei sind stets von Begeisterung geprägt. Und trotz all ihrer Erfolge gesteht sie ihre eigenen Ängste und erzählt von den Schattenseiten ihres Ruhms. Wird ihr Karrierebeginn noch dominiert durch eine Art kindliche Naivität, so entwickelt sich aus anfänglicher Unbekümmertheit ein fester Willen und eine tiefe Entschlossenheit, das zu tun, was ihr innerer Drang nach der Freiheit der Lüfte ihr aufgibt. Der Leser steigt mit ihr in die "Taifun" - das geliebte Messerschmitt-Flugzeug - und lässt sich über Klippen, Flüsse, Landschaften und Ozeane gleiten.
Atemberaubend dargestellt - insbesondere anhand der vielen Fotografien - ist Beinhorns Eifer, mit dem sie sich nicht nur in die Maschine setzt, sondern sie auch liebevoll nach jedem Sturz, jeder Notlandung, jedem Unfall eigenhändig repariert - in Rock und Stiefeln! Sie ist eine der wenigen Frauen, die in den Dreißigerjahren die Lüfte beherrschten und weltweit dadurch bekannt wurden. Die kurze Ehe mit dem bekannten Rennfahrer Bernd Rosemeyer beschreibt Beinhorn als ihre große Liebe. Wenn sie sich ihm auch erst nicht so recht hingeben wollte. ("Mir fiel das alles nicht so leicht. Ich hatte mich doch in den Jahren da draußen zu einer rechten Junggesellin entwickelt.") Doch nach kurzer Zeit wurde aus dem Flieger-Rennfahrer-Gespann ein unschlagbares Team. ("[...] Und dann schrieb einige Tage später eine instinktlose Zeitung: Elly Beinhorn heiratet Bernd Rosemeyer. Und viele andere druckte diese den Tatsachen ins Gesicht schlagende Feststellung ab. Denn wenn wer wen geheiratet hatte, so war das Bernd.") Der plötzliche Unfalltod ihres geliebten Mannes hat Elly Beinhorn jahrelange Trauer beschert. Allein das Fliegen hat ihr geholfen, diesen schmerzlichen Verlust zu überstehen und weiterzuleben.
Ihr Sohn aus dieser ersten Ehe, Bernd Rosemeyer jr., hat seinen Vater, der nur zehn Wochen nach der Geburt des Kindes verstorben war, nie bewusst kennengelernt. Dieser hat nun das Vorwort zur Neuausgabe verfasst.