An Monographien über Duke Ellington besteht wahrlich kein Mangel. Leider sind sie noch nicht ins Deutsche übersetzt worden und somit auch nicht so leicht zugänglich bzw. überhaupt erhältlich. Dabei gibt es zumindest drei wirklich herausragende Biographien. Warum ist also gerade dieses Werk übersetzt worden? Colliers bevormundende und engstirnige Erzählweise haben schon in seiner Armstrong-Biographie genervt. Ist das dem Verlag nicht aufgefallen? Inklusive seiner Benny Goodman Biographie sind schon drei seiner schlecht recherchierten, prätentiösen und fehlerstrotzenden "Machwerke" im deutschen Raum erschienen. Und Meisterweke der Jazzliteratur werden ignoriert, vielleicht ist Collier einfach billig im Einkauf?! Als Musiker bespricht er einige Stücke zwar teilweise ausführlich und mit Sachverstand,darum 2 Sterne, an anderen (gehäuften) Stellen läßt er aber stark an seiner Kompetenz zweifeln. Außerdem sind seine musikalischen Analysen meilenweit von denen eines Gunther Schuller entfernt. Seine kritische Würdigung des Genies Ellington ist willkommen, denn eine Stilisierung zum Klassiker und Apotheose jenseits der Kritikfähigkeit bringen ja stets auch eine gewisse Leblosigkeit und museale Verstaubtheit des jeweiligen Künstlers mit sich; die Chance einer lebendigen, nicht vor Respekt erstarrten und durchaus kritischen Biographie ist aber mit den besprochenen Mängeln vertan worden. Biblio- und Diskographie fehlen außerdem, und etwas mehr Bildmaterial hätte ebenfalls nicht geschadet.