Ellie Goulding

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Biografie

Mit ihrem zweiten Album Halcyon konnte sich Ellie Goulding endgültig und weltweit in der Riege der Pop-Superstars etablieren. Im vergangenen August erweiterte sie ihr Hit-Album um acht weitere Songs –das als Halcyon Days (Deluxe) betitelte Werk fasst somit unglaubliche 28 Tracks inklusive der Erfolgssingle Lights, die in den USA 3-fach Platinstatus sowie Goldstatus in Deutschland erlangte. Mit der Hit-Single Burn, mittlerweile ebenfalls vergoldet, befand sich Ellie Goulding monatelang in den Top 10 der deutschen Airplaycharts und vermeldete den Peak auf #2!

Sollte die Singstimme eines ... Lesen Sie mehr

Mit ihrem zweiten Album Halcyon konnte sich Ellie Goulding endgültig und weltweit in der Riege der Pop-Superstars etablieren. Im vergangenen August erweiterte sie ihr Hit-Album um acht weitere Songs –das als Halcyon Days (Deluxe) betitelte Werk fasst somit unglaubliche 28 Tracks inklusive der Erfolgssingle Lights, die in den USA 3-fach Platinstatus sowie Goldstatus in Deutschland erlangte. Mit der Hit-Single Burn, mittlerweile ebenfalls vergoldet, befand sich Ellie Goulding monatelang in den Top 10 der deutschen Airplaycharts und vermeldete den Peak auf #2!

Sollte die Singstimme eines Menschen einzig und allein dafür bestimmt sein, eine Strophe oder Bridge oder einen Refrain zum Besten zu geben, dann muss wohl irgendwer vergessen haben, Ellie Goulding davon zu unterrichten: Denn wie diese junge Dame schon auf ihrem Debütalbum Lights so eindrucksvoll bewiesen hat, setzt sie ihre Stimme noch ganz anders ein, ja genau genommen eher so, wie ein begnadeter Musiker mit seinem Instrument umgehen würde. Kein Wunder also, dass der einzigartige Sound, den sie mit ihren Stimmbändern kreieren kann, in ihren Kompositionen eine mindestens so wichtige Rolle wie jedes andere klangliche Detail spielt. Die ineinander greifenden, verschachtelten, herabschießenden und sprunghaft wieder ansteigenden Vokal-Schichtungen lassen ihre Stücke denn auch überaus komplex wirken, obwohl diese genau genommen in der Regel auf relativ simplen Dingen beruhen: kleine Beobachtungen, Erinnerungen, sich anbahnende Gefühlsumschwünge – sie alle können eine Melodie in ihr wecken, eine Textzeile hervorrufen, ein erstes Gerüst abgeben, um das Ellie daraufhin klangliche und textliche Welten strickt, die zugleich blumig und nüchtern, leidenschaftlich und mysteriös sind. Da sie noch nie zu jenen Leuten gezählt hat, die sich damit zufrieden geben, im Studio aufzuschlagen, mal schnell einen Gesangspart einzusingen und wieder zu gehen, beschreibt die 25-Jährige ihren eigenen Ansatz als Songschreiberin und im Studio auch selbst als „fast schon obsessiv“ – nur wäre alles andere ja auch pure Zeitverschwendung, wie sie meint.
Für Halcyon, ihr neues Album, hat sie sich intensiv dieser obsessiven Neigung hingegeben und gewährt darauf noch tiefere Einblicke als zuvor: Das Album erzählt von jener Phase, die zwischen dem Liebeskummer und dem ersten neuen Hoffnungsschimmer liegt, von jener emotionalen Durststrecke zwischen absoluter Niedergeschlagenheit und dem Punkt, an dem der Glaube an ein besseres Morgen zurückkehren kann – und das auf einem Klangteppich, der zwischen schrill und sprachlos oszilliert, mal eindringlich und dann wieder ganz zaghaft wirkt. Es ist fast schon so, als könne man dabei zuhören, wie Ellies Geist zusammenklappt, um dann wieder aufzublühen, gestärkt und mit neuer Energie. Angefangen mit dem Gesangspart des Eröffnungsstücks „Don’t Say a Word“ bis hin zu den allerletzten Tönen von „Dead In The Water“, ist Halcyon das Produkt von zweieinhalb ganz unverkennbar turbulenten Jahren im Leben von Ellie Goulding.
Eine kleine Auswahl dieser Turbulenzen: Da war ein Brit-Award, die Veröffentlichung von Lights, neue Liebe, Trennung, Schreibblockade, wieder eine neue Liebe, Auftritte im Weißen Haus oder auch bei einer gewissen Hochzeitsfeier im Frühling 2011, ein #1-Album, das sich allein in den USA über drei Millionen Mal verkauft hat, die Frage des Umgangs mit den eigenen Zweifeln und Ängsten, dann ein erneutes In-sich-Gehen, ein Sich-als-Künstlerin-wiederfinden-Müssen, die Rückkehr aufs Land, dorthin, wo sie einst aufgewachsen, und schließlich, in einer umgebauten Scheune: die Arbeit an einem neuen, zweiten Album, mit dem sie nun abermals beweist, dass sie zu den einzigartigsten und eindrucksvollsten Songwriterinnen zählt, die Großbritannien derzeit zu bieten hat.
Wie bereits angedeutet – und auf Halcyon ist das auch nicht zu überhören – war es kein leichter Weg, den sie hinter sich bringen musste: „Es gab da eine Phase, in der sich das alles einfach nur falsch angefühlt hat“, berichtet sie. „Zu der Zeit habe ich weder geschrieben noch irgendetwas gelesen; auch den ganzen Erlebnissen konnte ich irgendwie so gar nichts abgewinnen. Normalerweise kann ich einfach die Straße entlanggehen und alles aufsaugen, aber es gibt eben auch Phasen, in denen das alles blockiert ist, und so fühlte ich mich damals. Als dann jedoch meine Beziehung auseinanderging, änderte sich das alles schlagartig: Ich ging aufs Land und schrieb den ganzen Tag lang. Ich musste also erst den Entschluss fassen, die eine Tür in meinem Kopf schließen, um eine andere öffnen zu können. Und als das dann erst mal passiert war, wurde mir auch klar, wie viele Dinge es eigentlich gab, über die ich schreiben wollte.“
Unweit des Dorfes Herefordshire entstanden, wo sie einst ihre Kindheit verbracht hatte, klingt das von Ellie gemeinsam mit Jim Eliot (Kish Mauve, Kylie, Ladyhawke) produzierte Halcyon-Album größtenteils gar nicht nach dem, was der Titel (er bedeutet „friedvoll“) erwarten lässt: „Dem Album diesen Titel zu geben wirkt auf den ersten Blick fast schon ironisch“, meint sie auch selbst, „denn es ist unterm Strich wohl eher ein melancholisches Album. Nur andererseits klingen die ausgelassenen und fröhlichen Songs dafür auch so wahnsinnig fröhlich und ausgelassen! Und das Wort Halcyon ist einfach zu schön!“
Nun, da Ellie das Leben in ihren eigenen vier Wänden im Zentrum von London wieder genießen kann, hat sie auch einen ganz anderen Blick auf die Dinge, die seit der Veröffentlichung von Lights geschehen sind. „Wenn jemand für eine längere Zeit weggeht und durch die ganze Welt reist, und ein anderer dann fragt, ‘Na, wie war’s?’, dann sagt man am ehesten wohl nur, ‘Na ja, war super.’ Schließlich ist es unmöglich, von all den Dingen zu berichten, die man gesehen und unternommen und erlebt hat. So ungefähr hat sich das bei mir in letzter Zeit angefühlt. Heute kann ich zufrieden hier sitzen, in dieser tollen Wohnung, dabei habe ich ein paar der schönsten und ein paar der schlimmsten Tage meines Lebens hinter mir; es sind echt so viele schräge Sachen passiert.“
Während Ellie diese Dinge teils ganz offen, teils indirekt auf Halcyon thematisiert – so zum Beispiel auf Stücken wie „My Blood“, „Joy“, „Figure 8“, „Explosions“, „Don’t Say a Word“, dem wahnsinnig gefühlvollen „I Know You Care“ oder auch dem atemberaubend schönen „Atlantis“ –, berichtet sie hin und wieder auch von Erfahrungen, die sie nicht am eigenen Leib gemacht hat. „Dead in the Water“, mit dem das Album ausklingt, wäre so ein Beispiel, denn dieser Song entstand, nachdem sie von einem Liebespaar gelesen hatte, dessen friedlicher Spaziergang am Meer damit endete, dass der Ehemann von der Flut mitgenommen und seiner Geliebten entrissen wurde. „I’m there in the water“, singt Ellie, und dann: „still looking for you“. Und während sie natürlich weiß, dass sich auch der Text von „Dead in the Water“ auf ihren Liebeskummer übertragen lässt, kann Ellie heute immerhin darüber lachen: „Natürlich konnte ich das Album nicht nach diesem Stück benennen, denn in dem Fall wusste ich ja schon genau, wie die ganze Sache ausgeht.“
Nach anfänglichen Zweifeln entpuppte sich der kreative Prozess schon bald als eine Phase, die ihr neue Impulse und sehr viel Kraft geben sollte: „Die wichtigste Veränderung ist wohl, dass ich inzwischen nicht mehr das Gefühl habe, mich andauernd für das rechtfertigen zu müssen, was ich da als Musikerin mache. Wäre ja auch vollkommen übergeschnappt, wenn ich mich immer noch dafür entschuldigen würde; doch genau dafür hat mich mein Manager früher immer kritisieren müssen. Inzwischen weiß ich, dass ich ruhig an mich und meine Musik glauben und dahinter stehen kann.“
Bereits „Anything Could Happen“, die erste Singleauskopplung von Halcyon, ist klassischer Ellie-Goulding-Trademark-Sound, wie man ihn sich nur wünschen kann: einerseits unwiderstehlich druckvoll und so gestrickt, dass man vor lauter Hooks nicht stillsitzen kann, doch zugleich wird die Euphorie von Doppeldeutigkeiten nach und nach unterwandert. Wenn sie beispielsweise immer wieder „I know it’s gonna be“ singt, hört man, wie Ellie sich zunehmend an diesen Gedanken festklammert, während das Gefühl, dass es ja doch auch anders kommen könnte, mit jeder Wiederholung mehr Raum einnimmt: Sie schaut nach vorne, in die Zukunft, schielt dabei aber auch zurück und wagt einen Blick auf den Schmerz, der hinter ihr liegt; und so trägt sie immer noch diesen Konflikt aus, verhandelt Widersprüchliches, so wie sie es in ihrem Songwriting schon immer getan hat. Und wenn dann ganz am Schluss die Hoffnung doch noch siegt, ist dieser Sieg wirklich mehr als hart erkämpft. Ja, vielleicht ist es sogar diese Zweischneidigkeit, die Ellies Musik mehr noch als alles andere auszeichnet und so einzigartig macht – und die ihre Fans von Anfang begeistert hat.
Zwei dieser Fans sind ein junger Mann und eine junge Frau, die vor 17 Monaten in London den Bund der Ehe geschlossen haben und für einen der wenigen intimen Momente, die ihnen an diesem großen Tag vergönnt sein sollten, auf Ellie zugegangen waren und sie gebeten hatten, auf der Party zu singen, die sie nach dem großen Hochzeitsempfang feiern wollten. Es kommt gewiss nicht alle Tage vor, dass ein Musiker auf einer Bühne steht, während sich vor ihm zwei gewaltige Türen auftun, durch die dann die gesamte Königsfamilie schreitet, allen voran die Duchess of Cambridge und ihr Prinz, um sich vom besagten Musiker unterhalten zu lassen. Doch genau dafür sollten Ellie und ihre Band im April 2011 im Buckingham Palace sorgen, nachdem sie zuvor monatelang geheim darüber verhandelt und unter Eid absolutes Stillschweigen zu diesem Thema garantiert hatte: Sie präsentierte dem frischgebackenen Ehepaar eine Mischung aus eigenen Songs und Coverversionen (unter anderem Songs von Michael Jackson, Tina Turner, und – der durfte natürlich nicht fehlen – auch Elton Johns „Your Song“), um sich danach unter die Partygäste zu mischen. Auch heute, weit über ein Jahr danach, ist Ellie Goulding viel zu gewissenhaft und diskret, um einfach so die ganzen Details darüber auszuplaudern; fest steht jedoch, dass sie diese Erfahrung als überaus surreal empfunden hat: „Wir waren schon am Tag davor da gewesen für eine Probe. Ich war schon so oft an dem Palast vorbeigefahren; bereits als Kind stand ich davor und dachte mir, ‘Wie ist es wohl, wenn man da drinnen ist.’ Na ja, und dann gingen die Tore auf und wir fuhren rein. Der Wahnsinn war das.“
Ellies massiver Erfolg in den Staaten (ihre Single „Lights“ lässt sich dort auch nach über 35 Wochen nicht aus oberen Regionen der Billboard-Charts wegdenken) ist noch so eine Sache, die sie nur schwer begreifen und noch weniger in Worte fassen kann. Und doch liegt auf der Hand, dass auch Amerika es ihr durchaus angetan hat: „Die Leute da gehen alles so unglaublich positiv an“, meint sie. „Sie nehmen deine größte Schwäche und machen selbst daraus noch eine Stärke. Und was die Arbeitsmoral in der Musikwelt angeht, ist die mit nichts zu vergleichen, was ich anderswo erlebt habe. Da kann es einem schon mal passieren, dass man nach Mitternacht ins Hotel kommt, doch dann kommt noch eine Message: ‘Magst du gleich noch mit ins Studio kommen?’ Na, und das tut man dann, und trifft im Studio dann Swedish House Mafia und Skrillex, und will.i.am ist im Studio nebenan zugange. Alle sind da und machen Musik.“
Das Leben auf Tour und die Zeit, die sie gemeinsam mit Skrillex (ihrem neuen Freund) und dessen DJ-Buddys in Los Angeles verbracht hat, hat sich offensichtlich auch auf ihren Sound ausgewirkt: Der Electronica-Einschlag und die Dance-Elemente, die auf Halcyon immer wieder anklingen, sorgen für ein faszinierendes Spannungsfeld zwischen den Rhythmen und Sounds der Club-Welt und Ellies von Natur aus eher windschief-idyllisch klingenden Folkpop-Kompositionen. „Ich hatte schon immer eine besondere Schwäche für elektronische Musik“, erzählt sie, „und ich hab nun mal das Glück, dass ein paar der größten DJs der Welt zu meinen Freunden zählen. Ich bin in so einem E-Mailverteiler mit vielen von ihnen, da schicken sie andauernd neue Ideen rum, und manchmal höre ich mir das dann an und denke nur, was für ein Glück ich eigentlich habe, daran teilhaben zu dürfen. Als ich ihnen daraufhin ‘Hanging On’ geschickt habe (Ellies Coverversion des Active-Child-Songs), sind sie voll abgegangen und haben pausenlos darüber getwittert. Ich finde diesen Zusammenhalt untereinander einfach fantastisch.“
Unterm Strich ist Halcyon ein Album, das eine Phase großer Umbrüche und Veränderungen in Ellie Gouldings Leben nachzeichnet; und obwohl offensichtlich auch viel schmerzhafte Erfahrung in diesen Stücken steckt, klingt der Longplayer insgesamt doch eher versöhnlich. Kein Wunder: Berichtet das Album doch aus dem Leben einer jungen Musikern, die nun ein neues Kapitel beginnt, aus der letzten Schlacht siegreich hervorgegangen ist und unterwegs eine ganze Reihe von Lektionen gelernt hat. „Ich habe das Gefühl, dass es da immer noch diese ganz besondere Kraft gibt, die mich antreibt und weitermachen lässt.“ Und schon weiß man wieder, weshalb sie so eine Ausnahmemusikerin ist: Weil sie ehrlich und selbstkritisch genug ist, um den eigenen Hang zum „Zu-viel-Nachdenken“, wie sie sagt, zu erkennen und zu akzeptieren; weil sie mutig genug ist, den Finger in die Wunden zu legen und immer wieder in den Kampf zu ziehen; und weil sie eine Stimme und eine so außergewöhnliche Gabe besitzt, dass man trotz der ganzen Empfindlich- und Verletzlichkeit insgeheim doch sicher sein kann, dass Ellie Goulding sehr wohl weiß, dass ihr niemand das Wasser reichen kann.

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Mit ihrem zweiten Album Halcyon konnte sich Ellie Goulding endgültig und weltweit in der Riege der Pop-Superstars etablieren. Im vergangenen August erweiterte sie ihr Hit-Album um acht weitere Songs –das als Halcyon Days (Deluxe) betitelte Werk fasst somit unglaubliche 28 Tracks inklusive der Erfolgssingle Lights, die in den USA 3-fach Platinstatus sowie Goldstatus in Deutschland erlangte. Mit der Hit-Single Burn, mittlerweile ebenfalls vergoldet, befand sich Ellie Goulding monatelang in den Top 10 der deutschen Airplaycharts und vermeldete den Peak auf #2!

Sollte die Singstimme eines Menschen einzig und allein dafür bestimmt sein, eine Strophe oder Bridge oder einen Refrain zum Besten zu geben, dann muss wohl irgendwer vergessen haben, Ellie Goulding davon zu unterrichten: Denn wie diese junge Dame schon auf ihrem Debütalbum Lights so eindrucksvoll bewiesen hat, setzt sie ihre Stimme noch ganz anders ein, ja genau genommen eher so, wie ein begnadeter Musiker mit seinem Instrument umgehen würde. Kein Wunder also, dass der einzigartige Sound, den sie mit ihren Stimmbändern kreieren kann, in ihren Kompositionen eine mindestens so wichtige Rolle wie jedes andere klangliche Detail spielt. Die ineinander greifenden, verschachtelten, herabschießenden und sprunghaft wieder ansteigenden Vokal-Schichtungen lassen ihre Stücke denn auch überaus komplex wirken, obwohl diese genau genommen in der Regel auf relativ simplen Dingen beruhen: kleine Beobachtungen, Erinnerungen, sich anbahnende Gefühlsumschwünge – sie alle können eine Melodie in ihr wecken, eine Textzeile hervorrufen, ein erstes Gerüst abgeben, um das Ellie daraufhin klangliche und textliche Welten strickt, die zugleich blumig und nüchtern, leidenschaftlich und mysteriös sind. Da sie noch nie zu jenen Leuten gezählt hat, die sich damit zufrieden geben, im Studio aufzuschlagen, mal schnell einen Gesangspart einzusingen und wieder zu gehen, beschreibt die 25-Jährige ihren eigenen Ansatz als Songschreiberin und im Studio auch selbst als „fast schon obsessiv“ – nur wäre alles andere ja auch pure Zeitverschwendung, wie sie meint.
Für Halcyon, ihr neues Album, hat sie sich intensiv dieser obsessiven Neigung hingegeben und gewährt darauf noch tiefere Einblicke als zuvor: Das Album erzählt von jener Phase, die zwischen dem Liebeskummer und dem ersten neuen Hoffnungsschimmer liegt, von jener emotionalen Durststrecke zwischen absoluter Niedergeschlagenheit und dem Punkt, an dem der Glaube an ein besseres Morgen zurückkehren kann – und das auf einem Klangteppich, der zwischen schrill und sprachlos oszilliert, mal eindringlich und dann wieder ganz zaghaft wirkt. Es ist fast schon so, als könne man dabei zuhören, wie Ellies Geist zusammenklappt, um dann wieder aufzublühen, gestärkt und mit neuer Energie. Angefangen mit dem Gesangspart des Eröffnungsstücks „Don’t Say a Word“ bis hin zu den allerletzten Tönen von „Dead In The Water“, ist Halcyon das Produkt von zweieinhalb ganz unverkennbar turbulenten Jahren im Leben von Ellie Goulding.
Eine kleine Auswahl dieser Turbulenzen: Da war ein Brit-Award, die Veröffentlichung von Lights, neue Liebe, Trennung, Schreibblockade, wieder eine neue Liebe, Auftritte im Weißen Haus oder auch bei einer gewissen Hochzeitsfeier im Frühling 2011, ein #1-Album, das sich allein in den USA über drei Millionen Mal verkauft hat, die Frage des Umgangs mit den eigenen Zweifeln und Ängsten, dann ein erneutes In-sich-Gehen, ein Sich-als-Künstlerin-wiederfinden-Müssen, die Rückkehr aufs Land, dorthin, wo sie einst aufgewachsen, und schließlich, in einer umgebauten Scheune: die Arbeit an einem neuen, zweiten Album, mit dem sie nun abermals beweist, dass sie zu den einzigartigsten und eindrucksvollsten Songwriterinnen zählt, die Großbritannien derzeit zu bieten hat.
Wie bereits angedeutet – und auf Halcyon ist das auch nicht zu überhören – war es kein leichter Weg, den sie hinter sich bringen musste: „Es gab da eine Phase, in der sich das alles einfach nur falsch angefühlt hat“, berichtet sie. „Zu der Zeit habe ich weder geschrieben noch irgendetwas gelesen; auch den ganzen Erlebnissen konnte ich irgendwie so gar nichts abgewinnen. Normalerweise kann ich einfach die Straße entlanggehen und alles aufsaugen, aber es gibt eben auch Phasen, in denen das alles blockiert ist, und so fühlte ich mich damals. Als dann jedoch meine Beziehung auseinanderging, änderte sich das alles schlagartig: Ich ging aufs Land und schrieb den ganzen Tag lang. Ich musste also erst den Entschluss fassen, die eine Tür in meinem Kopf schließen, um eine andere öffnen zu können. Und als das dann erst mal passiert war, wurde mir auch klar, wie viele Dinge es eigentlich gab, über die ich schreiben wollte.“
Unweit des Dorfes Herefordshire entstanden, wo sie einst ihre Kindheit verbracht hatte, klingt das von Ellie gemeinsam mit Jim Eliot (Kish Mauve, Kylie, Ladyhawke) produzierte Halcyon-Album größtenteils gar nicht nach dem, was der Titel (er bedeutet „friedvoll“) erwarten lässt: „Dem Album diesen Titel zu geben wirkt auf den ersten Blick fast schon ironisch“, meint sie auch selbst, „denn es ist unterm Strich wohl eher ein melancholisches Album. Nur andererseits klingen die ausgelassenen und fröhlichen Songs dafür auch so wahnsinnig fröhlich und ausgelassen! Und das Wort Halcyon ist einfach zu schön!“
Nun, da Ellie das Leben in ihren eigenen vier Wänden im Zentrum von London wieder genießen kann, hat sie auch einen ganz anderen Blick auf die Dinge, die seit der Veröffentlichung von Lights geschehen sind. „Wenn jemand für eine längere Zeit weggeht und durch die ganze Welt reist, und ein anderer dann fragt, ‘Na, wie war’s?’, dann sagt man am ehesten wohl nur, ‘Na ja, war super.’ Schließlich ist es unmöglich, von all den Dingen zu berichten, die man gesehen und unternommen und erlebt hat. So ungefähr hat sich das bei mir in letzter Zeit angefühlt. Heute kann ich zufrieden hier sitzen, in dieser tollen Wohnung, dabei habe ich ein paar der schönsten und ein paar der schlimmsten Tage meines Lebens hinter mir; es sind echt so viele schräge Sachen passiert.“
Während Ellie diese Dinge teils ganz offen, teils indirekt auf Halcyon thematisiert – so zum Beispiel auf Stücken wie „My Blood“, „Joy“, „Figure 8“, „Explosions“, „Don’t Say a Word“, dem wahnsinnig gefühlvollen „I Know You Care“ oder auch dem atemberaubend schönen „Atlantis“ –, berichtet sie hin und wieder auch von Erfahrungen, die sie nicht am eigenen Leib gemacht hat. „Dead in the Water“, mit dem das Album ausklingt, wäre so ein Beispiel, denn dieser Song entstand, nachdem sie von einem Liebespaar gelesen hatte, dessen friedlicher Spaziergang am Meer damit endete, dass der Ehemann von der Flut mitgenommen und seiner Geliebten entrissen wurde. „I’m there in the water“, singt Ellie, und dann: „still looking for you“. Und während sie natürlich weiß, dass sich auch der Text von „Dead in the Water“ auf ihren Liebeskummer übertragen lässt, kann Ellie heute immerhin darüber lachen: „Natürlich konnte ich das Album nicht nach diesem Stück benennen, denn in dem Fall wusste ich ja schon genau, wie die ganze Sache ausgeht.“
Nach anfänglichen Zweifeln entpuppte sich der kreative Prozess schon bald als eine Phase, die ihr neue Impulse und sehr viel Kraft geben sollte: „Die wichtigste Veränderung ist wohl, dass ich inzwischen nicht mehr das Gefühl habe, mich andauernd für das rechtfertigen zu müssen, was ich da als Musikerin mache. Wäre ja auch vollkommen übergeschnappt, wenn ich mich immer noch dafür entschuldigen würde; doch genau dafür hat mich mein Manager früher immer kritisieren müssen. Inzwischen weiß ich, dass ich ruhig an mich und meine Musik glauben und dahinter stehen kann.“
Bereits „Anything Could Happen“, die erste Singleauskopplung von Halcyon, ist klassischer Ellie-Goulding-Trademark-Sound, wie man ihn sich nur wünschen kann: einerseits unwiderstehlich druckvoll und so gestrickt, dass man vor lauter Hooks nicht stillsitzen kann, doch zugleich wird die Euphorie von Doppeldeutigkeiten nach und nach unterwandert. Wenn sie beispielsweise immer wieder „I know it’s gonna be“ singt, hört man, wie Ellie sich zunehmend an diesen Gedanken festklammert, während das Gefühl, dass es ja doch auch anders kommen könnte, mit jeder Wiederholung mehr Raum einnimmt: Sie schaut nach vorne, in die Zukunft, schielt dabei aber auch zurück und wagt einen Blick auf den Schmerz, der hinter ihr liegt; und so trägt sie immer noch diesen Konflikt aus, verhandelt Widersprüchliches, so wie sie es in ihrem Songwriting schon immer getan hat. Und wenn dann ganz am Schluss die Hoffnung doch noch siegt, ist dieser Sieg wirklich mehr als hart erkämpft. Ja, vielleicht ist es sogar diese Zweischneidigkeit, die Ellies Musik mehr noch als alles andere auszeichnet und so einzigartig macht – und die ihre Fans von Anfang begeistert hat.
Zwei dieser Fans sind ein junger Mann und eine junge Frau, die vor 17 Monaten in London den Bund der Ehe geschlossen haben und für einen der wenigen intimen Momente, die ihnen an diesem großen Tag vergönnt sein sollten, auf Ellie zugegangen waren und sie gebeten hatten, auf der Party zu singen, die sie nach dem großen Hochzeitsempfang feiern wollten. Es kommt gewiss nicht alle Tage vor, dass ein Musiker auf einer Bühne steht, während sich vor ihm zwei gewaltige Türen auftun, durch die dann die gesamte Königsfamilie schreitet, allen voran die Duchess of Cambridge und ihr Prinz, um sich vom besagten Musiker unterhalten zu lassen. Doch genau dafür sollten Ellie und ihre Band im April 2011 im Buckingham Palace sorgen, nachdem sie zuvor monatelang geheim darüber verhandelt und unter Eid absolutes Stillschweigen zu diesem Thema garantiert hatte: Sie präsentierte dem frischgebackenen Ehepaar eine Mischung aus eigenen Songs und Coverversionen (unter anderem Songs von Michael Jackson, Tina Turner, und – der durfte natürlich nicht fehlen – auch Elton Johns „Your Song“), um sich danach unter die Partygäste zu mischen. Auch heute, weit über ein Jahr danach, ist Ellie Goulding viel zu gewissenhaft und diskret, um einfach so die ganzen Details darüber auszuplaudern; fest steht jedoch, dass sie diese Erfahrung als überaus surreal empfunden hat: „Wir waren schon am Tag davor da gewesen für eine Probe. Ich war schon so oft an dem Palast vorbeigefahren; bereits als Kind stand ich davor und dachte mir, ‘Wie ist es wohl, wenn man da drinnen ist.’ Na ja, und dann gingen die Tore auf und wir fuhren rein. Der Wahnsinn war das.“
Ellies massiver Erfolg in den Staaten (ihre Single „Lights“ lässt sich dort auch nach über 35 Wochen nicht aus oberen Regionen der Billboard-Charts wegdenken) ist noch so eine Sache, die sie nur schwer begreifen und noch weniger in Worte fassen kann. Und doch liegt auf der Hand, dass auch Amerika es ihr durchaus angetan hat: „Die Leute da gehen alles so unglaublich positiv an“, meint sie. „Sie nehmen deine größte Schwäche und machen selbst daraus noch eine Stärke. Und was die Arbeitsmoral in der Musikwelt angeht, ist die mit nichts zu vergleichen, was ich anderswo erlebt habe. Da kann es einem schon mal passieren, dass man nach Mitternacht ins Hotel kommt, doch dann kommt noch eine Message: ‘Magst du gleich noch mit ins Studio kommen?’ Na, und das tut man dann, und trifft im Studio dann Swedish House Mafia und Skrillex, und will.i.am ist im Studio nebenan zugange. Alle sind da und machen Musik.“
Das Leben auf Tour und die Zeit, die sie gemeinsam mit Skrillex (ihrem neuen Freund) und dessen DJ-Buddys in Los Angeles verbracht hat, hat sich offensichtlich auch auf ihren Sound ausgewirkt: Der Electronica-Einschlag und die Dance-Elemente, die auf Halcyon immer wieder anklingen, sorgen für ein faszinierendes Spannungsfeld zwischen den Rhythmen und Sounds der Club-Welt und Ellies von Natur aus eher windschief-idyllisch klingenden Folkpop-Kompositionen. „Ich hatte schon immer eine besondere Schwäche für elektronische Musik“, erzählt sie, „und ich hab nun mal das Glück, dass ein paar der größten DJs der Welt zu meinen Freunden zählen. Ich bin in so einem E-Mailverteiler mit vielen von ihnen, da schicken sie andauernd neue Ideen rum, und manchmal höre ich mir das dann an und denke nur, was für ein Glück ich eigentlich habe, daran teilhaben zu dürfen. Als ich ihnen daraufhin ‘Hanging On’ geschickt habe (Ellies Coverversion des Active-Child-Songs), sind sie voll abgegangen und haben pausenlos darüber getwittert. Ich finde diesen Zusammenhalt untereinander einfach fantastisch.“
Unterm Strich ist Halcyon ein Album, das eine Phase großer Umbrüche und Veränderungen in Ellie Gouldings Leben nachzeichnet; und obwohl offensichtlich auch viel schmerzhafte Erfahrung in diesen Stücken steckt, klingt der Longplayer insgesamt doch eher versöhnlich. Kein Wunder: Berichtet das Album doch aus dem Leben einer jungen Musikern, die nun ein neues Kapitel beginnt, aus der letzten Schlacht siegreich hervorgegangen ist und unterwegs eine ganze Reihe von Lektionen gelernt hat. „Ich habe das Gefühl, dass es da immer noch diese ganz besondere Kraft gibt, die mich antreibt und weitermachen lässt.“ Und schon weiß man wieder, weshalb sie so eine Ausnahmemusikerin ist: Weil sie ehrlich und selbstkritisch genug ist, um den eigenen Hang zum „Zu-viel-Nachdenken“, wie sie sagt, zu erkennen und zu akzeptieren; weil sie mutig genug ist, den Finger in die Wunden zu legen und immer wieder in den Kampf zu ziehen; und weil sie eine Stimme und eine so außergewöhnliche Gabe besitzt, dass man trotz der ganzen Empfindlich- und Verletzlichkeit insgeheim doch sicher sein kann, dass Ellie Goulding sehr wohl weiß, dass ihr niemand das Wasser reichen kann.

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Mit ihrem zweiten Album Halcyon konnte sich Ellie Goulding endgültig und weltweit in der Riege der Pop-Superstars etablieren. Im vergangenen August erweiterte sie ihr Hit-Album um acht weitere Songs –das als Halcyon Days (Deluxe) betitelte Werk fasst somit unglaubliche 28 Tracks inklusive der Erfolgssingle Lights, die in den USA 3-fach Platinstatus sowie Goldstatus in Deutschland erlangte. Mit der Hit-Single Burn, mittlerweile ebenfalls vergoldet, befand sich Ellie Goulding monatelang in den Top 10 der deutschen Airplaycharts und vermeldete den Peak auf #2!

Sollte die Singstimme eines Menschen einzig und allein dafür bestimmt sein, eine Strophe oder Bridge oder einen Refrain zum Besten zu geben, dann muss wohl irgendwer vergessen haben, Ellie Goulding davon zu unterrichten: Denn wie diese junge Dame schon auf ihrem Debütalbum Lights so eindrucksvoll bewiesen hat, setzt sie ihre Stimme noch ganz anders ein, ja genau genommen eher so, wie ein begnadeter Musiker mit seinem Instrument umgehen würde. Kein Wunder also, dass der einzigartige Sound, den sie mit ihren Stimmbändern kreieren kann, in ihren Kompositionen eine mindestens so wichtige Rolle wie jedes andere klangliche Detail spielt. Die ineinander greifenden, verschachtelten, herabschießenden und sprunghaft wieder ansteigenden Vokal-Schichtungen lassen ihre Stücke denn auch überaus komplex wirken, obwohl diese genau genommen in der Regel auf relativ simplen Dingen beruhen: kleine Beobachtungen, Erinnerungen, sich anbahnende Gefühlsumschwünge – sie alle können eine Melodie in ihr wecken, eine Textzeile hervorrufen, ein erstes Gerüst abgeben, um das Ellie daraufhin klangliche und textliche Welten strickt, die zugleich blumig und nüchtern, leidenschaftlich und mysteriös sind. Da sie noch nie zu jenen Leuten gezählt hat, die sich damit zufrieden geben, im Studio aufzuschlagen, mal schnell einen Gesangspart einzusingen und wieder zu gehen, beschreibt die 25-Jährige ihren eigenen Ansatz als Songschreiberin und im Studio auch selbst als „fast schon obsessiv“ – nur wäre alles andere ja auch pure Zeitverschwendung, wie sie meint.
Für Halcyon, ihr neues Album, hat sie sich intensiv dieser obsessiven Neigung hingegeben und gewährt darauf noch tiefere Einblicke als zuvor: Das Album erzählt von jener Phase, die zwischen dem Liebeskummer und dem ersten neuen Hoffnungsschimmer liegt, von jener emotionalen Durststrecke zwischen absoluter Niedergeschlagenheit und dem Punkt, an dem der Glaube an ein besseres Morgen zurückkehren kann – und das auf einem Klangteppich, der zwischen schrill und sprachlos oszilliert, mal eindringlich und dann wieder ganz zaghaft wirkt. Es ist fast schon so, als könne man dabei zuhören, wie Ellies Geist zusammenklappt, um dann wieder aufzublühen, gestärkt und mit neuer Energie. Angefangen mit dem Gesangspart des Eröffnungsstücks „Don’t Say a Word“ bis hin zu den allerletzten Tönen von „Dead In The Water“, ist Halcyon das Produkt von zweieinhalb ganz unverkennbar turbulenten Jahren im Leben von Ellie Goulding.
Eine kleine Auswahl dieser Turbulenzen: Da war ein Brit-Award, die Veröffentlichung von Lights, neue Liebe, Trennung, Schreibblockade, wieder eine neue Liebe, Auftritte im Weißen Haus oder auch bei einer gewissen Hochzeitsfeier im Frühling 2011, ein #1-Album, das sich allein in den USA über drei Millionen Mal verkauft hat, die Frage des Umgangs mit den eigenen Zweifeln und Ängsten, dann ein erneutes In-sich-Gehen, ein Sich-als-Künstlerin-wiederfinden-Müssen, die Rückkehr aufs Land, dorthin, wo sie einst aufgewachsen, und schließlich, in einer umgebauten Scheune: die Arbeit an einem neuen, zweiten Album, mit dem sie nun abermals beweist, dass sie zu den einzigartigsten und eindrucksvollsten Songwriterinnen zählt, die Großbritannien derzeit zu bieten hat.
Wie bereits angedeutet – und auf Halcyon ist das auch nicht zu überhören – war es kein leichter Weg, den sie hinter sich bringen musste: „Es gab da eine Phase, in der sich das alles einfach nur falsch angefühlt hat“, berichtet sie. „Zu der Zeit habe ich weder geschrieben noch irgendetwas gelesen; auch den ganzen Erlebnissen konnte ich irgendwie so gar nichts abgewinnen. Normalerweise kann ich einfach die Straße entlanggehen und alles aufsaugen, aber es gibt eben auch Phasen, in denen das alles blockiert ist, und so fühlte ich mich damals. Als dann jedoch meine Beziehung auseinanderging, änderte sich das alles schlagartig: Ich ging aufs Land und schrieb den ganzen Tag lang. Ich musste also erst den Entschluss fassen, die eine Tür in meinem Kopf schließen, um eine andere öffnen zu können. Und als das dann erst mal passiert war, wurde mir auch klar, wie viele Dinge es eigentlich gab, über die ich schreiben wollte.“
Unweit des Dorfes Herefordshire entstanden, wo sie einst ihre Kindheit verbracht hatte, klingt das von Ellie gemeinsam mit Jim Eliot (Kish Mauve, Kylie, Ladyhawke) produzierte Halcyon-Album größtenteils gar nicht nach dem, was der Titel (er bedeutet „friedvoll“) erwarten lässt: „Dem Album diesen Titel zu geben wirkt auf den ersten Blick fast schon ironisch“, meint sie auch selbst, „denn es ist unterm Strich wohl eher ein melancholisches Album. Nur andererseits klingen die ausgelassenen und fröhlichen Songs dafür auch so wahnsinnig fröhlich und ausgelassen! Und das Wort Halcyon ist einfach zu schön!“
Nun, da Ellie das Leben in ihren eigenen vier Wänden im Zentrum von London wieder genießen kann, hat sie auch einen ganz anderen Blick auf die Dinge, die seit der Veröffentlichung von Lights geschehen sind. „Wenn jemand für eine längere Zeit weggeht und durch die ganze Welt reist, und ein anderer dann fragt, ‘Na, wie war’s?’, dann sagt man am ehesten wohl nur, ‘Na ja, war super.’ Schließlich ist es unmöglich, von all den Dingen zu berichten, die man gesehen und unternommen und erlebt hat. So ungefähr hat sich das bei mir in letzter Zeit angefühlt. Heute kann ich zufrieden hier sitzen, in dieser tollen Wohnung, dabei habe ich ein paar der schönsten und ein paar der schlimmsten Tage meines Lebens hinter mir; es sind echt so viele schräge Sachen passiert.“
Während Ellie diese Dinge teils ganz offen, teils indirekt auf Halcyon thematisiert – so zum Beispiel auf Stücken wie „My Blood“, „Joy“, „Figure 8“, „Explosions“, „Don’t Say a Word“, dem wahnsinnig gefühlvollen „I Know You Care“ oder auch dem atemberaubend schönen „Atlantis“ –, berichtet sie hin und wieder auch von Erfahrungen, die sie nicht am eigenen Leib gemacht hat. „Dead in the Water“, mit dem das Album ausklingt, wäre so ein Beispiel, denn dieser Song entstand, nachdem sie von einem Liebespaar gelesen hatte, dessen friedlicher Spaziergang am Meer damit endete, dass der Ehemann von der Flut mitgenommen und seiner Geliebten entrissen wurde. „I’m there in the water“, singt Ellie, und dann: „still looking for you“. Und während sie natürlich weiß, dass sich auch der Text von „Dead in the Water“ auf ihren Liebeskummer übertragen lässt, kann Ellie heute immerhin darüber lachen: „Natürlich konnte ich das Album nicht nach diesem Stück benennen, denn in dem Fall wusste ich ja schon genau, wie die ganze Sache ausgeht.“
Nach anfänglichen Zweifeln entpuppte sich der kreative Prozess schon bald als eine Phase, die ihr neue Impulse und sehr viel Kraft geben sollte: „Die wichtigste Veränderung ist wohl, dass ich inzwischen nicht mehr das Gefühl habe, mich andauernd für das rechtfertigen zu müssen, was ich da als Musikerin mache. Wäre ja auch vollkommen übergeschnappt, wenn ich mich immer noch dafür entschuldigen würde; doch genau dafür hat mich mein Manager früher immer kritisieren müssen. Inzwischen weiß ich, dass ich ruhig an mich und meine Musik glauben und dahinter stehen kann.“
Bereits „Anything Could Happen“, die erste Singleauskopplung von Halcyon, ist klassischer Ellie-Goulding-Trademark-Sound, wie man ihn sich nur wünschen kann: einerseits unwiderstehlich druckvoll und so gestrickt, dass man vor lauter Hooks nicht stillsitzen kann, doch zugleich wird die Euphorie von Doppeldeutigkeiten nach und nach unterwandert. Wenn sie beispielsweise immer wieder „I know it’s gonna be“ singt, hört man, wie Ellie sich zunehmend an diesen Gedanken festklammert, während das Gefühl, dass es ja doch auch anders kommen könnte, mit jeder Wiederholung mehr Raum einnimmt: Sie schaut nach vorne, in die Zukunft, schielt dabei aber auch zurück und wagt einen Blick auf den Schmerz, der hinter ihr liegt; und so trägt sie immer noch diesen Konflikt aus, verhandelt Widersprüchliches, so wie sie es in ihrem Songwriting schon immer getan hat. Und wenn dann ganz am Schluss die Hoffnung doch noch siegt, ist dieser Sieg wirklich mehr als hart erkämpft. Ja, vielleicht ist es sogar diese Zweischneidigkeit, die Ellies Musik mehr noch als alles andere auszeichnet und so einzigartig macht – und die ihre Fans von Anfang begeistert hat.
Zwei dieser Fans sind ein junger Mann und eine junge Frau, die vor 17 Monaten in London den Bund der Ehe geschlossen haben und für einen der wenigen intimen Momente, die ihnen an diesem großen Tag vergönnt sein sollten, auf Ellie zugegangen waren und sie gebeten hatten, auf der Party zu singen, die sie nach dem großen Hochzeitsempfang feiern wollten. Es kommt gewiss nicht alle Tage vor, dass ein Musiker auf einer Bühne steht, während sich vor ihm zwei gewaltige Türen auftun, durch die dann die gesamte Königsfamilie schreitet, allen voran die Duchess of Cambridge und ihr Prinz, um sich vom besagten Musiker unterhalten zu lassen. Doch genau dafür sollten Ellie und ihre Band im April 2011 im Buckingham Palace sorgen, nachdem sie zuvor monatelang geheim darüber verhandelt und unter Eid absolutes Stillschweigen zu diesem Thema garantiert hatte: Sie präsentierte dem frischgebackenen Ehepaar eine Mischung aus eigenen Songs und Coverversionen (unter anderem Songs von Michael Jackson, Tina Turner, und – der durfte natürlich nicht fehlen – auch Elton Johns „Your Song“), um sich danach unter die Partygäste zu mischen. Auch heute, weit über ein Jahr danach, ist Ellie Goulding viel zu gewissenhaft und diskret, um einfach so die ganzen Details darüber auszuplaudern; fest steht jedoch, dass sie diese Erfahrung als überaus surreal empfunden hat: „Wir waren schon am Tag davor da gewesen für eine Probe. Ich war schon so oft an dem Palast vorbeigefahren; bereits als Kind stand ich davor und dachte mir, ‘Wie ist es wohl, wenn man da drinnen ist.’ Na ja, und dann gingen die Tore auf und wir fuhren rein. Der Wahnsinn war das.“
Ellies massiver Erfolg in den Staaten (ihre Single „Lights“ lässt sich dort auch nach über 35 Wochen nicht aus oberen Regionen der Billboard-Charts wegdenken) ist noch so eine Sache, die sie nur schwer begreifen und noch weniger in Worte fassen kann. Und doch liegt auf der Hand, dass auch Amerika es ihr durchaus angetan hat: „Die Leute da gehen alles so unglaublich positiv an“, meint sie. „Sie nehmen deine größte Schwäche und machen selbst daraus noch eine Stärke. Und was die Arbeitsmoral in der Musikwelt angeht, ist die mit nichts zu vergleichen, was ich anderswo erlebt habe. Da kann es einem schon mal passieren, dass man nach Mitternacht ins Hotel kommt, doch dann kommt noch eine Message: ‘Magst du gleich noch mit ins Studio kommen?’ Na, und das tut man dann, und trifft im Studio dann Swedish House Mafia und Skrillex, und will.i.am ist im Studio nebenan zugange. Alle sind da und machen Musik.“
Das Leben auf Tour und die Zeit, die sie gemeinsam mit Skrillex (ihrem neuen Freund) und dessen DJ-Buddys in Los Angeles verbracht hat, hat sich offensichtlich auch auf ihren Sound ausgewirkt: Der Electronica-Einschlag und die Dance-Elemente, die auf Halcyon immer wieder anklingen, sorgen für ein faszinierendes Spannungsfeld zwischen den Rhythmen und Sounds der Club-Welt und Ellies von Natur aus eher windschief-idyllisch klingenden Folkpop-Kompositionen. „Ich hatte schon immer eine besondere Schwäche für elektronische Musik“, erzählt sie, „und ich hab nun mal das Glück, dass ein paar der größten DJs der Welt zu meinen Freunden zählen. Ich bin in so einem E-Mailverteiler mit vielen von ihnen, da schicken sie andauernd neue Ideen rum, und manchmal höre ich mir das dann an und denke nur, was für ein Glück ich eigentlich habe, daran teilhaben zu dürfen. Als ich ihnen daraufhin ‘Hanging On’ geschickt habe (Ellies Coverversion des Active-Child-Songs), sind sie voll abgegangen und haben pausenlos darüber getwittert. Ich finde diesen Zusammenhalt untereinander einfach fantastisch.“
Unterm Strich ist Halcyon ein Album, das eine Phase großer Umbrüche und Veränderungen in Ellie Gouldings Leben nachzeichnet; und obwohl offensichtlich auch viel schmerzhafte Erfahrung in diesen Stücken steckt, klingt der Longplayer insgesamt doch eher versöhnlich. Kein Wunder: Berichtet das Album doch aus dem Leben einer jungen Musikern, die nun ein neues Kapitel beginnt, aus der letzten Schlacht siegreich hervorgegangen ist und unterwegs eine ganze Reihe von Lektionen gelernt hat. „Ich habe das Gefühl, dass es da immer noch diese ganz besondere Kraft gibt, die mich antreibt und weitermachen lässt.“ Und schon weiß man wieder, weshalb sie so eine Ausnahmemusikerin ist: Weil sie ehrlich und selbstkritisch genug ist, um den eigenen Hang zum „Zu-viel-Nachdenken“, wie sie sagt, zu erkennen und zu akzeptieren; weil sie mutig genug ist, den Finger in die Wunden zu legen und immer wieder in den Kampf zu ziehen; und weil sie eine Stimme und eine so außergewöhnliche Gabe besitzt, dass man trotz der ganzen Empfindlich- und Verletzlichkeit insgeheim doch sicher sein kann, dass Ellie Goulding sehr wohl weiß, dass ihr niemand das Wasser reichen kann.

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