Dennett tritt in "Ellenbogenfreiheit" als Vertreter des Kompatibilismus, also der These, dass Determinismus und Willensfreiheit miteinander vereinbar sind, auf. Er kritisiert an traditionellen Positionen zur etwaigen Gefährdung der Willensfreiheit durch den Determinismus unter anderem, dass sie mittels unangebrachter Analogien und Gedankenexperimente ("Intuitionenpumpen") Schreckgespenster hervorgezaubert haben, wo - bei genauerer Analyse - eigentlich gar keine sind. Das heißt, Dennett entlarvt die dem Determinismus unterstellte Bedrohung von Phänomenen wie Vernunft, Rationalität, Selbstkontrolle, Autonomie, Handlungsalternativen ("wirkliche Gelegenheiten") und moralische Verantwortung als lediglich scheinbare. In Wirklichkeit, so Dennett, sind die Arten von Rationalität, Selbstkontrolle und Willensfreiheit, die im Gegensatz zu beispielsweise Kants oder Sartres Konzeptionen wünschens- und erstrebenswert sind, mit einem deterministischen, naturalistischen Weltbild vereinbar.
Alles in allem ist "Ellenbogenfreiheit" sicherlich Dennetts schwächstes Werk, da er hier seine in der Darstellung und Argumentation gewohnte Präzision, Klarheit und Strukturiertheit ein wenig vermissen lässt. Vor allem die an vielen Stellen erscheinenden evolutionsbiologischen Erklärungen und Argumente hätten ausführlicher ausfallen und vertieft werden können. Trotzdem ein auf Grund der Demaskierung von irreführenden Analogien ("Intuitionenpumpen") und der Entlarvung der vollkommen verfehlten Absolutheitsansprüche Kants und Sartres lesenswertes Buch.