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Ellen Olestjerne [Taschenbuch]

Franziska zu Reventlow
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1. August 2002
Ellen Olestjerne entzieht sich schon als Kind den ihr aufgezwungenen gesellschaftlichen Normen: Am liebsten tobt sie auf dem freiherrlichen Schloß ihrer Eltern mit den Jungen, widersetzt sich den Erziehungsversuchen ihrer Gouvernanten und läßt sich auch im Pensionat nicht bändigen. Den Kampf gegen die strenge Mutter gewinnt sie, droht aber in der Münchner Malerboheme unterzugehen. Zum guten Schluß rettet sie sich unter Aufbieten fast übermenschlicher Kräfte für ihr Kind.
Franziska zu Reventlows erster Roman ist ein unter der Folie eines Mädchenschicksals entworfenes Bild der vielfältigen Strömungen in der Zeit um 1900. Ellens Idealismus und Zwanglosigkeit, Kameradschaftlichkeit und Übermut, aber auch ihre seelische Not sind glänzend formuliert und überaus lebendig geschildert. Das überrascht kaum, ist der Roman doch aufgrund seines autobiographischen Gehalts zugleich ein wichtiges Dokument zu Franziska von Reventlows atemlosem Lebens wider alle Konvention.

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Preis für alle drei: EUR 33,79

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 168 Seiten
  • Verlag: Buch & Media; Auflage: 1., Aufl. (1. August 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3935877528
  • ISBN-13: 978-3935877527
  • Größe und/oder Gewicht: 12,7 x 1 x 20,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 483.791 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Franziska Gräfin zu Reventlow wurde 1871 in Husum geboren. Schon früh rebellierte sie gegen bürgerliche Normen, verließ bald ihr Elternhaus und heiratete einen Hamburger Juristen, provozierte jedoch nach kurzer Zeit die Scheidung. Von 1895 bis 1909 lebte sie in München und wurde als »unwürdige Gräfin« zum strahlenden Mittelpunkt der Schwabinger Bohème. Sie war befreundet mit Rainer Maria Rilke, Ludwig Klages und Karl Wolfskehl. Ihren 1897 geborenen Sohn zog sie alleine groß; ihren Lebensunterhalt bestritt sie u.a. als Übersetzerin, Aktmodell und Schauspielerin. Sie hatte zahlreiche Affären, heiratete jedoch – aus finanziellen Gründen – 1911 ein zweites Mal. Ihre letzten Jahre verbrachte sie in Ascona, nahe der Künstlerkolonie auf dem Monte Verità. Sie starb 1918 in Muralto. Zeitlebens jagte sie der Anerkennung als Malerin nach; berühmt geworden ist sie indes durch ihr literarisches Werk.

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4.0 von 5 Sternen Man muss mit vielem rechnen, aber nicht mit Langeweile 24. November 2004
Von weiser111
Format:Taschenbuch
In "Ellen Olestjerne" lernt der Leser eine andere Fanny Reventlow kennen als in ihren Satiren oder ihren ironischen Romanen -- es handelt sich um einen autobiographischen Roman, und dies wirkt sich aus: Hier kommt ihre satirische Begabung nur in wenigen Episoden zum Tragen, etwa bei der Schilderung der Begegnung mit einem etwas kuriosen "Louis Michel".
Wichtig ist dieser Romanerstling aber auf jeden Fall, und das nicht so sehr, weil er, neben ihren Briefen an Emanuel Fehling, so ziemlich die einzige allgemein zugängliche Quelle über Reventlows Jugend darstellt. Schließlich liest man hier keine Autobiographie, sondern einen R o m a n, dem Reventlows Biographie zwar zugrunde liegt, in dem sie aber nicht sklavisch genau ihre Jugend "abbildet". Dichtung und Wahrheit eben...

Es geht nämlich nicht in erster Linie darum, wie die dargestellten Ereignisse nun tatsächlich abgelaufen sein mögen, sondern darum, wie Reventlow sie wahrnahm (oder bearbeitete, auch schon mal pointierte). Behält man dies im Hinterkopf, so ist "Ellen Olestjerne" durchaus auch in biographischer Hinsicht aufschlussreich. Freilich, ich sag's nochmal: Eine historische Quelle ist dieser Roman nicht.
Die Erinnerung an das bornierte, standesbewusste Elternhaus etwa sollte sie ihr ganzes Leben nicht verlassen; die Mutter, der die unstandesgemäß eigensinnige Tochter schon früh ein Dorn im Auge war, die zu "erziehen" ihr auch mit unbeirrter Härte nicht gelang, nicht gelingen konnte. Ähnlich prägend, aber auf ganz andere Art, dürfte die heimliche Mitgliedschaft beim freisinnigen Ibsen-Klub gewesen sein, der sie mit der zeitgenössischen Literatur, mit Ibsen, Nietzsche, Tolstoj und anderen Autoren bekannt machte.
Außerdem reflektiert Reventlow in diesem Roman ihr Leben bis zur Geburt ihres Sohnes: Nach dem Rauswurf aus dem Magdalenenstift für Höhere Töchter das Lübecker Lehrerinnenseminar, ihre Jugendliebe Emanuel Fehling, die Flucht (buchstäblich!) und die anschließende Verstoßung aus dem Elternhaus, die kurze Ehe mit einem Hamburger Rechtsassessor und die ersten Jahren im Münchner Bohème-Viertel Schwabing, schließlich die Geburt ihres Sohnes Rolf 1897, womit die Romanhandlung abschließt.

Wie frisch die Erinnerungen noch viele Jahre später gewesen sein mussten, beweist auch die Entstehungsgeschichte von "Ellen Olestjerne": Reventlow hatte den Roman auf Anraten ihres Freundes Ludwig Klages verfasst, doch zeigen viele Tagebucheinträge, wie quälend sie die Niederschrift empfand (Fürs Romanende hat sie übrigens auch eine bemerkenswerte Methode der Arbeitsverkürzung angewandt, wie Kenner ihrer Tagebücher bemerken werden).
Ironie des Schicksals: Auch die Veröffentlichung von "Ellen Olestjerne" verlief alles andere als problemlos, wie wiederum Reventlows Tagebucheinträge und die Briefe an ihren langjährigen Freund Bohdan von Suchocki zeigen. Man sieht auch hieran, dass die Autorin ihr Leben lang nicht recht loskam von den Zwängen ihrer Jugend.

"Ellen Olestjerne" ist als zeitgenössische Entwicklungs- oder Emanzipationsgeschichte konzipiert; die Lektüre lohnt sich jedoch auch für heutige Leser, und zwar eben nicht nur aus historischen oder biographischen Gründen. Zwar vermisst man hier Reventlows ironisch-eleganten Stil, der ihre späteren Romane unverwechselbar macht, aber man merkt dem Roman an, dass seine Autorin die Literatur ihrer Zeit gründlich kannte: Mit impressionistisch wirkenden Passagen kontrastieren immer wieder naturalistisch anmutende, und die mitunter abrupten Wechsel führen zu einem Roman, bei dem man nicht nur inhaltlich stets auf Neues gefasst sein muss. Nur auf Langeweile muss man sich nicht einstellen, denn die gibt es hier nicht.
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3.0 von 5 Sternen Krankt am Schreibstil! 20. Juni 2009
Format:Taschenbuch
In diesem stark autobiographisch gefärbten Roman geht es um eine junge Frau, die sich von Kindheit an gegen die gebräuchlichen Konventionen auflehnt. Schon als Kind tobt das Mädchen zum Beispiel viel lieber mit den Jungs herum, als mit der Mutter im Haus zu sticken. Ebenso verweigert sie sich mehr oder minder erfolgreich den Lehrstunden bei der Gouvernante, wird aus einem Pensionat geworfen, weil sie widerspenstig ist und Streiche spielt. Licht am Ende des Tunnels scheint aufzuleuchten, als sie trotz allem anschließend doch das Lehrerinnenseminar besuchen darf. Besser wird es aber doch nicht und so folgt die Flucht aus dem strengen Elternhaus, die darin gipfelt, dass Ellen ihren todkranken Vater nicht mehr besuchen darf. Auch in Liebesdingen ist es für die freiheitsliebende junge Frau alles andere als einfach. Lieben will sie und das macht sie auch, aber besitzen soll sie niemand, den Spass lässt sie sich nicht nehmen und so hat sich doch desöfteren mehrere Hölzer im Feuer. Natürlich ein skandalöses Verhalten für die damalige Zeit. Später in München versucht sie, die immer schon eine Leidenschaft für das Malen hegte, in Künstlerkreisen Fuß zu fassen. Auch hier ist sie der körperlichen Liebe nicht abgeneigt, doch Erfolg hat sie nicht, nicht privat und nicht beruflich. Es folgen Armut, Vernunftehe, Krankheit, Fehlgeburten. Ob es dann aber noch ein glückliches Ende gibt, will ich nicht verraten.
Das Buch scheint alles zu beinhalten, was man für ein interessantes, vielleicht sogar dramatisches Lesevergnügen braucht, allerdings hat es zu viele Ecken und Kanten, um wirklich zu überzeugen. Zu allererst ist es sehr holprig geschrieben. Kurze Sätze und knappe Beschreibungen der Umgebungen und auch der Menschen beherrschen das Bild. Deswegen kann ich auch nicht die Meinung teilen, die man auf dem Buchrücken findet, denn dort spricht man von einem "Bild der vielfältigen Strömungen um 1900". Es ist vielleicht der Fetzen eines Bildes, aber kein ganzes Bild, dafür ist alles, außer der Hauptfigur selbst, zu oberflächlich und flüchtig beschrieben. Zu Beginn empfand ich genau das noch als positiv, da es den Eindruck erweckt, dass es sich nicht nur um ein kleines Kind bzw. junges Mädchen handelt, sondern auch von selbigem erzählt wird. Sehr eindringlich schien sich Franziska zu Reventlow an ihre Kindheit erinnern zu können. Aber leider blieb diese Erzählweise auch später so. Desweiteren konnte ich Ellens Ansichten und Handlungen oft nicht wirklich 100%ig nachvollziehen. Es ist beachtenswert zu der damaligen Zeit derart rebellisch und, vor allem als Mädchen/Frau, frech zu sein und sich nicht durch Eltern oder verstaubte moralische Gesetze verbiegen zu lassen, davor ziehe ich gerne meinen Hut! Aber man konnte sich absolut nicht auf sie verlassen, wenn es um Gefühle ging. Ich möchte nicht sagen, dass sie jemals jemanden verletzen wollte, aber doch schien sie mir in Beziehungsfragen teilweise von einer gar kindliche Motivation geleitet. Sie lebt in einer Beziehung, lernt dann jemand Neues kennen und möchte dann lieber mit dem zusammen sein. Wie ein Kind von neuen Spielzeugen immer begeisterter ist, als von alten.
Daher ziehe ich 2 Sterne ab. Es ist kein langweiliges Buch, definitiv nicht, hier geschieht eigentlich immer etwas, aber es ist auch kein überschwenglich gutes Buch, das man gelesen haben sollte. Vor allem eben wegen dem im Höchstfalle mittelmäßigem Schreibstil.
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