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100 Jahre Universal Pictures
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
141 von 152 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Netter Kostümfilm, aber flacher als der erste Teil,
Von Marinus Ladegast "Ladegast" (Baden-Württemberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Elizabeth - Das goldene Königreich (DVD)
Es ist manchmal ganz interessant zu beobachten, wie die zeitgenössische Mode sich auf den Inhalt eines Films auswirkt. Die beiden "Elizabeth"-Teile sind dafür ein schönes Beispiel.Als "Elizabeth" 1997 auf den Markt kam, waren gerade Shakespeare-Verfilmungen "in" und auch die Gattung der "CelebPics", die das Privatleben berühmter Personen beleuchteten (z.B. "Mein Mann Picasso", "Shakespeare in Love"). "Elizabeth" schaffte es hier auf meisterhafte Art, sich diesen Trend zunutze zu machen und daraus gleichzeitig doch ein hoch anspruchsvolles, düsteres Kammerspiel zu entwickeln, wie man es in dieser Qualität nur selten zu Gesicht bekommt. Beim zweiten Teil, "Elizabeth - The Golden Age", spürt man an vielen Stellen den Einfluss der Fantasy-Welle, die seit einigen Jahren durch die Kinos schwappt - und das tut dem Film leider nicht besonders gut. Wenn die Königin in schimmernder Rüstung und mit flatternden Haaren an der Küste ihres Landes steht und mit bedeutungsschwangeren Worten die apokalyptische Seeschlacht kommentiert, die sich am Horizont abspielt, dann wirkt das gerade so, als würde Gandalf auf den Mauern von Minas Tirith Wache halten oder Saruman von Isengard aus seine Verwünschungen versenden. Obwohl der zweite Teil über weite Strecken recht gefällig anzuschauen ist, so kommt er doch wesentlich kommerzieller und trivialer daher als Teil eins. Wenn man der Fortsetzung einige starke historische Ungenauigkeiten vorwirft, so hat sich der Film diese Kritik selbst zuzuschreiben; der erste Teil bewegte sich fast im zeitlos-abstrakten Raum und ging auf meisterhafte Art dem allgemein-menschlichen Herrschaftsstreben nach. Der zweite Teil handelt dagegen in der Hauptsache die bekannten zeitgenössischen Ereignisse ab und muss dann eben auch akzeptieren, dass wissenschaftliche Erbsenzähler doch einiges an der historischen Genauigkeit zu bemängeln haben. Was die Leistung der Schauspieler angeht, so kann ich mich der Begeisterung um Cate Blanchett nicht so ganz anschließen. Es steht völlig außer Frage, dass es momentan kaum eine Schauspielerin ihres Alters gibt, die es in puncto Talent und Charisma mit ihr aufnehmen könnte; ihre Darstellung besitzt stets eine physische Wucht, die man bei weiblichen Schauspielern selten findet und die eher an die körperliche Präsenz eines Denzel Washington erinnert. Trotzdem finde ich, dass Cate Blanchett in einzelnen Szenen zwar großartig, im Zusammenwirken dieser Szenen aber für meinen Geschmack zu zerfasert herüberkommt. Ganz offensichtlich war es das Bestreben der Regie, der Hauptdarstellerin möglicht viele große Szenen zu verschaffen, und darüber verlieren die Story und Elizabeths Charakter ein wenig an Linie. Es hat etwas von "See-Europe-in-five-days", wenn der Film fleßig, aber eben auch hektisch und reichlich oberflächlich verschiedene Stationen und Personen abklappert - da taucht Maria Stuart auf, dann schaut Francis Drake kurz mal rein, wir erfahren etwas über Walsinhams Bruder usw. Da hat sich der erste Teil geschickter angestellt, der sich durch sein hohes, abstraktes Niveau dem Diktat des Schulbuchstoffs entzogen hat. Aber damit kein falscher Eindruck entsteht, es ist trotzdem durchaus lohnend, den optisch prachtvollen zweiten Teil anzuschauen. Man darf aber eben nicht die cineastische Klasse des Vorgängers erwarten. Um es so auszudrücken: "Elizabeth" war "arte"-Niveau, "Elizabeth - The Golden Age" ist "ProSieben". Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Cate Blanchett glänzt als inszenierte Figur der Verehrung,
Von
Rezension bezieht sich auf: Elizabeth - The Golden Age [UK Import] (DVD)
Achtung: Diese Rezension sollte von Leuten nicht gelesen werden, die die historischen Ereignisse oder den Film (noch) nicht kennen.Dieser Film weist eine sehr starke Tendenz zur schwarz-weiss Malerei auf, ich werte dies aber nicht negativ, weil eben diese schwarz-weiss Malerei einiges über unsere Zeit, aber auch das 16. Jahrhundert aussagt: Maria Stuart und Philipp von Spanien sind niederträchtig und bösartig und wollen das englische Volk unterdrücken, während Elisabeth gute und reine Absichten hat und Frieden, Freiheit und Wohlstand für ihr Volk erstrebt. Elisabeth wurde schon damals als jungfräuliche Königin inszeniert. Die menschlichen Schwächen, die sie zeigt, werden letztlich alle zum Wohle des Staates überwunden. Was bleibt, ist eine übermenschliche, quasi göttliche Lichtgestalt, die eins mit England ist. Gerade die Szene nach der Niederlage der Armada, als Elisabeth auf das Meer und die brennenden Schiffe der Spanier blickt und man danach die Zelebration ihres Triumphes verfolgt, ist besonders stark und hat den Charakter einer Apotheose: Elisabeth hat eine solche Stärke bewiesen, dass sie im Augenblick ihres grössten Triumphes nun Gott näher ist als gewöhnlichen Menschen. Ob nun Absicht oder nicht, das lässt sich als Kritik der Heldenverehrung und Stilisierung einer Person deuten, da als Kontrast ja auch Elisabeths menschliche, "schwache" Seite gezeigt wird, für die es aber keinen Platz gibt, wie sich herausstellt: Zwar herrscht sie über England, aber England herrscht auch über sie. Auch heute noch haben viele Menschen, gerade in Europa und Amerika, das Bedürfnis nach Heldenverehrung und den Wunsch nach etwas, das grösser als sie selbst ist. Es ist nicht wichtig, wie eine Person wirklich ist, sondern dass sie für die Öffentlichkeit etwas repräsentiert. Dem wurde vielleicht durch diesen Film bewusst entsprochen. Cate Blanchett überzeugt durch sehr souveränes Spiel - alle anderen Personen stehen in ihrem Schatten, was sicher beabsichtigt ist. Wohl war auch damals auf beiden Seiten die Tendenz vorhanden, die jeweils andere Seite als böse und sich selbst als gut darzustellen, ebenfalls eine Parallele zu heute, wenn man etwa an den Islamismus, Präsident Bush, den Irakkrieg usw. denkt. Elisabeth wird im Film als Verteidigerin der Glaubens- und Gewissensfreiheit dargestellt, während König Philipp von Spanien für den Heiligen Krieg und für den freiheitsberaubenden, fanatischen Katholizismus steht. Interessanterweise gleicht Philipp äusserlich nicht der historischen Vorlage, er sieht vielmehr wie ein Araber aus. Der historische Philipp war blond und hatte offenbar einen sehr hellen Teint: http://www.lsg.musin.de/Geschichte/!daten-gesch/16-17jh/philipp2.jpg Letztlich schätze ich, dass der Film recht vielfältige Interpretationen zulässt. So muss jeder für sich selbst entscheiden, was er in diesem Film zu sehen oder nicht zu sehen glaubt. Für einen Historiker ist nicht die Frage interessant, ob der Film historisch korrekt ist oder nicht (er ist natürlich wie die meisten Historienfilme ziemlich unhistorisch), sondern die Art, wie etwas dargestellt wird, denn über diese Frage lassen sich Vermutungen anstellen, wie unsere heutige Gesellschaft aussieht und wie historische Ereignisse, Strukturen und Prozesse kollektiv wahrgenommen werden. Man kann sich fragen, wieso dieser Film so und nicht anders dem Publik präsentiert wird. Welcher Zeitgeist soll damit angesprochen werden? Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Wenig gelungene Fortsetzung,
Von
Rezension bezieht sich auf: Elizabeth - The Golden Age [UK Import] (DVD)
Ich habe den ersten Film Elizabeth R geliebt - Cate Blanchett ist großartig - das ist sie auch in "The Golden Age" - dennoch weist dieser Film einige Schwächen auf - und damit meine ich nicht in Teilen doch etwas frei inszenierte Treue zu den Fakten - sondern die weniger dichte Atmosphäre in diesem zweiten Teil.Einige Szenen sind überzogen - wie Elizabeth's engelsgleiches, leuchtendes Erscheinen am Kanal - und das suggeriert damit verursachte Sinken der spanischen Armada... okay - ja der Effekt ist da. und was ist aus Dudley geworden - gut sie hat ihn nie wieder privat empfangen, aber dafür, dass die Königin angeblich seinen Namen auf ihrem Totenbett gehaucht haben soll - glänzt er doch sehr mit Abwesenheit. Clive Owen hat mir als Walter Raleigh sehr gut gefallen - auch das Zusammenspiel mit Blanchett, wie auch Abbie Cornish als Bess Throckmorton. Samantha Morton hätte ihrer Rolle als Mary Stuart sicherlich etwas mehr Glanz verleihen können, wenn sie die Rolle königlicher gespielt hätte, mit mehr Haltung und einem weniger ausgeprägten schottischen - fast gossenähnlichen - Akzent... französisch angehaucht wäre der Sache sicherlich dienlicher gewesen. Im Großen und Ganzen bin ich enttäuscht... schade. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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