Perlentaucher.de
Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 29.04.2004
Hilal Sezgin nimmt sich viel Raum zur Besprechung des neuen Buches des südamerikanischen Schriftstellers J. M. Coetzee. Hauptfigur des im Untertitel "Lehrstücke" bezeichneten Buches ist die Titelfigur Elizabeth Costello, die die Leser schon flüchtig aus dem Band "Das Leben der Tiere" kennen, erklärt die Rezensentin. Während Elizabeth Costello darin vor allem als Verteidigerin der Rechte der Tiere auftritt, wird sie nun als Schriftstellerin eines berühmt gewordenen Romans mit feministischen Ansichten vorgestellt, fasst Sezgin zusammen. Sie bemerkt, dass das Porträt Costellos, das Coetzee in seinen acht "Lehrstücken" zeichnet, gleichermaßen detailliert wie lückenhaft ist: offensichtlich gehe es dem Autor nicht um "Vollständigkeit" oder "Konsistenz" bei seiner Figurenzeichnung. Auch ist Coetzee anscheinend nicht an "erzählerischer Geschmeidigkeit" gelegen, denn in dem Buch, dass sich aus Gesprächen, Diskussionen und öffentlichen Vorträgen zusammensetzt, wird eine "schriftstellerische Regelverletzung" nach der anderen begangen, so Sezgin durchaus bewundernd. Entstanden ist so ein "filigranes, rätselhaftes" gegen Ende hin gar "surrealistisches" Werk, das dem Leser einiges an "Konzentration" abverlangt, wie die Rezensentin betont. Dabei gehe es dem Autor letztlich um nichts anderes als um die Darstellung der "Unbegrenztheit der Vorstellungskraft" und die schriftstellerischen "Möglichkeit, Subjektivität auszuloten", erklärt Sezgin. Es gefällt und imponiert ihr, dass Coetzee dabei nie aufhört, die "Weiblichkeit" seiner Protagonistin zu "verteidigen", auch dort, wo er sie aus "fiktiven männlichen Augen" betrachtet.
© Perlentaucher Medien GmbH
Hilal Sezgin nimmt sich viel Raum zur Besprechung des neuen Buches des südamerikanischen Schriftstellers J. M. Coetzee. Hauptfigur des im Untertitel "Lehrstücke" bezeichneten Buches ist die Titelfigur Elizabeth Costello, die die Leser schon flüchtig aus dem Band "Das Leben der Tiere" kennen, erklärt die Rezensentin. Während Elizabeth Costello darin vor allem als Verteidigerin der Rechte der Tiere auftritt, wird sie nun als Schriftstellerin eines berühmt gewordenen Romans mit feministischen Ansichten vorgestellt, fasst Sezgin zusammen. Sie bemerkt, dass das Porträt Costellos, das Coetzee in seinen acht "Lehrstücken" zeichnet, gleichermaßen detailliert wie lückenhaft ist: offensichtlich gehe es dem Autor nicht um "Vollständigkeit" oder "Konsistenz" bei seiner Figurenzeichnung. Auch ist Coetzee anscheinend nicht an "erzählerischer Geschmeidigkeit" gelegen, denn in dem Buch, dass sich aus Gesprächen, Diskussionen und öffentlichen Vorträgen zusammensetzt, wird eine "schriftstellerische Regelverletzung" nach der anderen begangen, so Sezgin durchaus bewundernd. Entstanden ist so ein "filigranes, rätselhaftes" gegen Ende hin gar "surrealistisches" Werk, das dem Leser einiges an "Konzentration" abverlangt, wie die Rezensentin betont. Dabei gehe es dem Autor letztlich um nichts anderes als um die Darstellung der "Unbegrenztheit der Vorstellungskraft" und die schriftstellerischen "Möglichkeit, Subjektivität auszuloten", erklärt Sezgin. Es gefällt und imponiert ihr, dass Coetzee dabei nie aufhört, die "Weiblichkeit" seiner Protagonistin zu "verteidigen", auch dort, wo er sie aus "fiktiven männlichen Augen" betrachtet.
© Perlentaucher Medien GmbH
Kurzbeschreibung
Die Schilderung des intellektuellen 'Nomadenlebens' einer international anerkannten und mit vielen Preisen ausgezeichneten australischen Autorin steht im Mittelpunkt von J.M Coetzees kompromisslosem neuen Roman.
Über den Autor
J. M. Coetzee, 1940 in Kapstadt geboren und Literaturprofessor in seiner Heimatstadt, gehört zu den meistgerühmten südafrikanischen Autoren der Gegenwart. Er wurde für seine Romane mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. zweimal mit dem Booker-Preis - für Leben und Zeit des Michael K. (1983) und für Schande (1999).