Die Thematik, mit welcher sich das Buch befasst, ist nicht nur eine doch schon seit Jahren aktuelle, sondern auch recht komplizierte und somit leicht zu veriwrrende Angelegenheit. Dass dieses Ziel in naher Zukunft in der Realität nicht erreicht wird (man wird wohl kaum rund 300 Jahre alt) ist wohl klar, auch wenn das Buch was ganz anderes sagen will. Dass es sich trotzdem jedoch nicht in der Materie verläuft ist schon einmal eine sehr gute Sache.
An sich hat die Geschichte im Grunde auch extrem gute und viele Ansätze, eine richtig spannende Story drauß zu machen, jedoch wurde vom Schreiber das Potenzial zum größten Teil komplett verschenkt und somit auch das Buch an sich entwertet.
Es ist sehr interessant zu lesen, wie der Autor den Erzähler des Buches wählt, denn dieser ist jederzeit und überall und somit kann er alle Personen unabhängig des jeweiligen Ortes oder der jeweiligen Handlung voneinander erleuchten. Diese Idee ist gut, bei der Vielzahl der handelnden Personen sogar recht nett anzuschauen - jedoch sollte man dies schon ordentlich machen, denn so verliert man mitten in Gesprächen deswegen den Faden und weiß nicht, welche Person denn nun eigentlich spricht, und selbst wenn man den Abschnitt/die Abschnitte noch einmal liest wird man nicht schlauer. Hier schwindet somit leider auch ein großer Teil der Aufmerksamkeit und somit wird schon hier eine Menge Potenzial verschenkt.
Ebenfalls negativ ist die doch recht barbarische und blutige Herangehensweise des Griechen, dem Serienmörder schlechthin. So wird nicht nur unendlich viel abgeschlachtet und ermordet - und das dann noch in aller Genauigkeit beschrieben - nein, so werden hier so viele Leute grundlos und ohne wirklichen Nutzen für die Story umgebracht, man greift sich doch manchmal an den Kopf.
Nächster Negativpunkt, und das ist der wohl gröbste Fehler, sind die Zeitangaben als Kapitel. Denn hier zeigt sich, dass es auf jeden Fall eine fiktive Geschichte ist. Denn wer schafft es bitte an einem Tag von Japan nach Frankreich zu fliegen, dort angekommen den Rückweg zu nehmen um dann noch in aller Seelenruhe zu morden, nur um dann den gleichen Weg wieder zu fliegen??? Schade, die Idee solcher Kapitel ist gut, jedoch komplett verschenkt und manchmal bei der Umsetzung der Geschichte eher schlecht als recht gelungen. Und so gibt es viele Dinge, die einen dann doch eher davon abneigen das Buch zu lesen.
Besonders schlecht gemacht wurde das Ende - als ich dort angekommen war, war mein Gedanke "Soll das ein Witz sein? Dafür hab ich jetzt die knapp 430 Seiten gelesen um DEN Mist zu lesen??? Na danke..." Da hätte man mehr draus machen können bzw. machen müssen.
Gut und erwähnenswert in meinen Augen ist die parallele Verlaufsstruktur der handelnden Personen. Denn durch die Erzählperspektive bekommt man wenigstens einen guten Einblick, wer was wann gerade macht und in welchem Gegensatz die Gruppe zu der Person stehen, und in dieser Geschichte mit eben solch einem komplizierten Thema und der einhergehenden Probleme ist das ein erleichterndes Mittel, welches jedoch leider auch wieder durch die Kapitelführung beeinträchtigt wird.
Dann kann man es positiv anrechnen, dass sich der Autor mit der eigentlichen Thematik der Wissenschaft gut auseinander gesetzt hat und somit auch einen interessanten, wenn auch nicht perfekten Einblick in einen Zielpunkt der Wissenschaft zu legen.
Dann hat man die handelnden Personen gut dargestellt, was doch besser gelungen ist als die Story an sich, denn die Personen entwickeln - wenn auch nur flüchtig - ein besseres Bild als die Geschichte selber.
Bleibt letztlich zu sagen:
Das Buch ist eine nette Abwechslung oder ein kleiner Zeitvertreib, jedoch sollte man alle Erwartungen an dieses Werk direkt von Beginn an niedrig halten, nur dann kann man evtl. noch zufrieden durch das Werk gehen.