Lisbeth Exners Buch ist keine ausfuehrliche Biographie, sondern eine kurze Monographie ueber Kaiserin Sisi.
Interessant fand ich vor allem Exners Feststellung, Elisabeths Kindheit sei vielleicht doch gar nicht so gluecklich gewesen wie immer behauptet - und sie kritisiert auch Sisis Mutter, die Elisabeth in derem ewigen Krach mit Schwiegermutter Sophie nicht unterstuetzen konnte, weil sie die ältere Schwester fuerchtete. Ich hatte schon beim Lesen von Hamanns Biographie den Eindruck, dass die ständig jammernde Ludovika kein grosser Halt fuer die Kinder gewesen sein kann, und Lisbeth Exner ist die erste Historikerin, die dies ausspricht.
Sehr schön ist das Bildmaterial.
Gelegentlich bin ich ueber den geschraubten Stil der Autorin gestolpert, so etwa bei: "Auch zu ihrem vierten Kind fand sie keine intuitiv-empathische Beziehung".
Gelacht habe ich bei der Formulierung, Elisabeth habe sich auf die Hochzeit ihrer Lieblingstochter "mental vorbereitet"! "Mental vorbereitet" - diese Phrase erinnert mich an Boris Becker. Wie schreibt doch Udo Pollmer in seinem wunderbaren Buch "Das Lexikon der Fitnessirrtuemer": "Ohne Boris Becker wuesste wohl kaum ein Bundesbuerger, was 'mental' ist."
Trotz dieser kleinen Kritik am Schreibstil 5 sterne.