Die Handlung dieses Buches spielt in Frankreich, im Sommer 1939, dem letzten Sommer vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Im Mittelpunkt stehen einige junge Frauen und Männer, die nichtsahnend den letzten unbeschwerten Sommer ihrer Jugend verbringen. Elisabeth ist ein Episodenroman, der sich um etliche Personen rankt, die nicht alle direkt etwas miteinander zu tun haben, deren Wege sich aber kreuzen. Nicht immer wird dabei ganz klar, wer in welcher Beziehung zu wem steht. Da ist z.B. Michel, ein junger Ingenieur, der schon seit einigen Jahren mit Irene, die älter ist als er und bereits einmal verheiratet war, liiert ist. Sie beabsichtigen, in wenigen Monaten zu heiraten, doch nun befallen Michel Zweifel, ob sie die Richtige ist, oder ob nicht jede andere Frau ebenso in Frage käme. Michel logiert bei der Familie Roby, deren Sohn Bernard in wenigen Wochen mit dem Studium beginnen will. Dort gibt es eine junge Dame namens Claire, doch es wird nicht klar, wie sie in die Familie involviert ist. Daneben gibt es zahlreiche junge Menschen, mit welchen die Protagonisten ihre Freizeit verbringen.
Das Buch ist sehr dialogreich, wobei viele Gespräche um belanglose Dinge kreisen in der Art wie was denkst du grade", ach nichts", ach komm, du denkst doch was", nein, nein, schon gut", soll ich vielleicht gehen?", nein, es ist nichts" usw., also völlig aus dem Leben gegriffen, in geschriebener Form aber doch ungewöhnlich. Der Roman ist wie die Filme Eric Rohmers (z.B. Der Freund meiner Freundin, Pauline am Strand), und wer diese mag, wird das Buch auch gut finden. Auch erinnert es mich ein bisschen an Kurt Tucholskys Schloss Gripsholm oder Rheinsberg, da es eine ganz ähnlich geartete Sommergeschichte ist. Warum Rohmer den Titel Elisabeth gewählt hat, kann ich mir allerdings nicht erklären. Elisabeth ist Mme Roby, die Mutter Bernards. Es gibt einige Szenen, die darauf schließen lassen, dass Michel sich von ihr angezogen fühlt, allerdings so zwischen den Zeilen, dass man nicht sicher sein kann, ob man richtig liegt mit dieser Vermutung. Mag sein, dass dies der Grund ist. Ich habe das Buch gerne gelesen. Wenn man sich auf Rohmers Schreibstil (s.o.) einlassen kann, ist es toll.