Das bewegte Leben der Herzogin Elisabeth Braunschweig-Lüneburg (Calenberg), die sich in den Zeiten der Reformation als durchsetzungsfähig und zielstrebig regierende Regentin, Reformatorin und Schriftstellerin erwies, schildert Ernst-August Nebig in einer übersichtlichen (150 Seiten), sehr gut geschriebenen und leicht lesbaren Biographie.
Elisabeth (1510 -1558) stammte aus dem Hause Hohenzollern, sie war Tochter des Kurfürsten Joachim I. und wurde fünfzehnjährig aus dynastischen Gründen mit dem vier Jahrzehnte älteren Herzog Erich I. von Braunschweig-Lüneburg-Calenberg verheiratet. Nach der Sicherung der Nachfolge des Herzogs durch Geburt eines Erben bewies Elisabeth ihre Zielstrebigkeit durch Ausschaltung der Geliebten ihres Mannes, diese wurde 1534 als Hexe angeklagt und verbrannt, und in dem sie nach dessen Tode 1540 die Regentschaft für ihren minderjährigen Sohn antrat. Obwohl sie der Reformation zunächst skeptisch gegenüberstand, trat sie zum Protestantismus über und betätigte danach sich als Reformatorin im Herzogtum. Über die Konversion ihres Sohn Erich II. zum Katholizismus war sie zwar nicht glücklich, verwaltete aber das Fürstentum während dessen Abwesenheit als Landsknechtsführer in Diensten des Kaisers. Elisabeth betrieb weiter ihre eigene Politik und stützte sich dabei auf ihre hohenzollerische Verwandtschaft, insbesondere Herzog Albrecht von Preußen, der eine ihrer Töchter ehelichte. Ihr Versuch die Machtbasis ihres Hauses mit Hilfe eines hohenzollerischen Vetters, des bekannten Söldnerführers Albrecht Alkibiades, gegen die Verwandten aus dem Hause Braunschweig-Wolfenbüttel zu erweitern, scheiterten mit der verlorenen Schlacht von Sievershausen 1553. Da ihr die Rückkehr in ihre Residenz nach Münden verwehrt war, nutzte sie die Zeit um sich in Hannover als Autorin von Schriften und Kirchenliedern zu betätigen, bevor sie die Möglichkeit erhielt, zu ihrem zweiten Mann nach Thüringen zu reisen und dort die letzten Lebensjahre zu verbringen.
Im Summenzug bietet dieses Buch einen tiefgehenden Einblick in das interessante Leben einer Regionalfürstin in Zeiten der religiösen Auseinandersetzungen in Deutschland. Zur Erweiterung der Kenntnisse über die Zeit der Reformation gut geeignet und daher empfehlenswert.