Antonio Carlos Jobim, Spitzname "Tom", und Elis Regina: Welch eine Kombination! A.C. Jobim, allgemein neben Joao Gilberto gern als der Erfinder des Bossa Nova bezeichnet und Elis Regina, die politisch unbequeme brasilianische Vokalakrobatin mit der unverwechselbaren Stimme namen dieses Album im Jahre 1974 eigentlich nur für den brasilianischen Markt auf. Das Resultat geriet jedoch derart überzeugend, dass das Album schließlich auch international veröffentlicht wurde, obwohl Mitte der Siebziger der Bossa Nova Boom eigentlich bereits ad acta gelegt war.
Allein der niedliche Titeltrack "Aguas de Marco" (eine Jobim-Komposition, die bereits auf dem Album "Jobim" vertreten war) ist das Geld für diese CD wert. (Manchmal fragt man sich aber, ob es für eine CD von kaum einer halben Stunde Spielzeit gleich ein solcher Batzen Geld sein muss (s. Preis). Naja...)
Elis und Tom teilen sich hier die Vocals und improvisieren gegen Ende des Stücks mit dem Ergebnis, dass beide ihr Lachen kaum unterdrücken können. Sehr putzig. :-)
Der Rest der CD liegt jedoch mehr im langsamen Bereich, überwiegend Balladen, kaum "typischer" Bossa Nova. Mit der Zeit wird das (zumindest mir) etwas eintönig, wenn auch die Songs ganz wunderbar sind.
Zum Einstieg in die Welt des Bossa Nova ist diese CD sicher nicht unbedingt zu empfehlen, jedoch als Aufstockung einer bereits gut bestückten Sammlung lohnt sie sich in jedem Fall. Ich persönlich würde jedoch diesem Album nicht den Status des unsterblichen Klassikers verpassen, den ihm viele andichten wollen.
Wer sich mit Bossa Nova beschäftigen will, sollte z.B. "Stone Flower" von Antonio Carlos Jobim antesten, oder "Gilberto en Mexico" von Joao Gilberto. Beides vorzügliche Alben, die weitaus typischer für das Bossa Nova Movement sind, als dieses hier. Wer das Geld übrig hat, muss hier zwar nicht zögern, doch gibt es (gerade in Sachen Bossa Nova) einige bessere Alben für weniger Geld.