Inhalt
Elidar ist ein kleines Bettlermädchen, das gerne ein Zauberer werden möchte. Etwas an ihr ist ungewöhnlich, jedoch weiß niemand warum und den wenigsten ist es bewusst. Eines Tages macht sie sich auf den Weg in eine Stadt, in der junge Männer zu Zauberern ausgebildet werden, um ihr Glück zu versuchen. Dafür muss sie allerdings ihre wahre Identität geheimhalten, denn Frauen können nicht zaubern...
Meinung
Der Leser erfährt in diesem Buch, wie die kleine Elidar zu einer jungen Frau heranwächst und ihr Leben meistert. Gerade in Hinblick auf ihr Leben als Mann und die daraus resultierenden Folgen bzw. Konflikte.
Dabei wird die faszinierende Welt, in der Elidar lebt, mit all seinen facettenreichen Wesen so vermittelt, dass sich die eigene Fantasie gut entwickeln und der Leser in die Geschichte eindringen kann, wobei dieser nicht mit Informationen erschlagen wird. Alles Nötige wird dem Leser nebenher nähergebracht, da sich die Autorin auf die Entwicklung der Handlung konzentriert.
Insgesamt gesehen, geschieht in diesem Buch sehr viel, so dass man hinterher das Gefühl bekommt, mindestens ein doppelt so dickes Werk verschlungen zu haben. Stets wird die Geschichte vorangetrieben, ohne große Pausen. Es gibt zwar Ruhephasen, allerdings lernt man in diesen die Figuren und die Fantasiewelt näher kennen, weshalb es nie langweilig wird.
Unwichtige Passagen, die die Geschichte nur in die Länge ziehen würden, werden vermieden, indem z.B. in Elidars Ausbildung Zeitsprünge eingebaut wurden. Leider tauchen sie teils etwas plötzlich auf, so dass meist mehrere Zeilen nötig sind, um sich in dem entsprechenden Kapitel wieder zu orientieren und zu verstehen, wieviel Zeit vergangen ist.
An manch anderen Stellen werden Informationen weggelassen, die zum weiteren Verständnis beigetragen hätten. Beispielsweise entwickelt sich während Elidars Ausbildung eine Freundschaft, die ich nicht nachvollziehen konnte, da vor allem einige Punkte zu Beginn der Bekanntschaft dagegensprächen. Doch durch einen Zeitsprung wird diese Erklärung einfach übergangen.
Schön an diesem Buch ist die Veranschaulichung der Magie, gerade ihre Verwendung. Es wird ausführlich erläutert, wie ein Zauberer in sich hineingreift und ein wenig Magie nach außen trägt, um etwas zu bewirken. Durch diese detaillierten Beschreibungen erscheint es fast wie eine reale Fähigkeit, die ein jeder erlernen könnte.
Ein Höhepunkt dieser Ausführungen ist die Magieprüfung. Ebenfalls sehr detailliert und bildlich geschildert, so dass man das Gefühl bekommt, dabei gewesen zu sein, vielleicht sogar daran teilgenommen zu haben.
Das Ende des Buches gefiel mir nicht ganz. Mir blieben insgesamt zu viele Fragen offen, für die ich gerne eine Antwort bekommen hätte. Trotzdem ein schöner Abschluss für Elidars Geschichte.
Fazit
Eine wundervolle, gerade zum Ende hin sehr spannende Fantasiegeschichte, bei der der Leser mehr bekommt, als die Seitenzahl vermuten lässt. Die wenigen Zeitsprünge führen zwar zu kurzen verwirrten Momenten, mindern jedoch nicht die Qualität der gesamten Geschichte. 4.5 von 5 Sternen