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Fernsehserienliebhaber werden beim Betrachten von Eli Stone einige Wiedererkennungserlebnisse haben. Am offensichtlichsten ist die stilistische Verwandschaft zu Ally McBeal. Hier wie dort wird die Handlung durch musikalische "Visionen" aufgebrochen und eine transzendente Verbindung der Hauptfigur mit ihrem inneren Gefühlsleben hergestellt. Beide Serien spielen im gleichen Milieu - die eine an der Ostküste (Boston), die andere im kalifornischen Westen (San Francisco) - beide sind um ihre Hauptfigur so stark zentriert, dass eine entsprechende Titelfindung selbstverständlich erscheint. Im Kern jedoch schlägt Eli Stone einen anderen Weg ein. Während Ally McBeal von der Sehnucht nach romantischer Liebe getrieben wird, geht es Eli Stone um ihr spirituelles Äquivalent.
Eli (Johnny Lee Miller) hat, wie so viele US-Amerikanische Serienhelden vor ihm, scheinbar Alles. Einen gut bezahlten Job in einer angesehenen Anwaltskanzlei, eine attraktive, eigenständige Frau (die ganz nebenbei die Tochter seines Chefs ist und von der hinreissenden Natasha Henstridge gespielt wird) und obendrein sieht er auch noch gut aus. Aber irgendetwas stimmt nicht. Eli hört Musik wenn eigentlich keine zu hören ist. Ihm erscheint der Popstar George Michael, tanzend und seine Hüften schwingend, in Elis Küche oder im Foyer der Firma. Er sucht einen Arzt auf, dann den chinesischen Akkupunkteur Dr.Chen (James Saito) und schon bald wird ihm die niederschmetternde Diagnose offenbart. Eli hat ein Gehirn-Aneurysma, eine Gefässveränderung, die jeden Moment platzen und zum Tod führen könnte. Er findet heraus, dass sein abwesender Vater unter der gleichen Krankheit litt und schliesslich starb. Und er zieht mithilfe von Dr.Chen philosophische Schlüsse aus der Misere. Eli beschliesst sein Leben zu ändern. Anstatt großen, in Verbraucherschutzklagen verstrickten Konzernen den Rücken freizuhalten, wechselt er die Seiten um das "Richtige" zu tun...endlich.
Greg Berlanti (Dawsons Creek, Everwood) und der vor allen Dingen durch seine Autorenschaft bei diversen Marvel-Comicserien bekannte Marc Guggenheim (Wolverine, The Punisher) stecken als Autoren/Produzententeam hinter Eli Stone. Was den Stoff auszeichnet, gerade im Vergleich zu anderen Anwaltsserien, ist der Tiefgang der Hauptfigur, die sich in einer materialistischen Welt nicht mehr wiedererkennen kann und nach spiritueller Erlösung strebt. Das ist ganz bestimmt ein Ansatz, den nicht wenige Zuschauer nachvollziehen können. Der Versuch dem Ganzen die unter kommerziellen Gesichtspunkten unerwünschte Schwere auszutreiben - es handelt sich schließlich trotz allem um TV-Häppchenkost - funktioniert dann über die altbekannte Formel. Eli Stone stolpert sich seinen Übergang ins neue Leben zurecht, und das ist ganz wortwörtlich gemeint. Hier hat die Serie ihre Schwächen. Der Comedyanteil wirkt im Vergleich zum überzeugenden Drama etwas gezwungen und aufgesetzt. Die einzelnen Folgen zentrieren sich genretypisch jeweils um einen Fall. Es gibt Handlungsfäden, die auf unterschiedlichen Ebenen folgenübergreifend die Geschichte zusammenhalten und es gibt daneben knappe, abgeschlossene Plots. All das ist strukturell nicht spektakulär. Eli Stone erfindet ganz sicher nicht das Rad neu - aber es gibt in dieser Serie eine beinahe metaphysische Ebene, die sich wohlig ins Bewusstsein des Zuschauers einschleicht.--Thomas Reuthebuch
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mehr als ein Anwalt,
Von
Rezension bezieht sich auf: Eli Stone - die komplette erste Staffel (4 DVDs) (DVD)
Eli Stone war die beste Anwaltsserie, die die Jahre 2007-2008 hervorgebracht hat. Sie war eigentlich gar keine Anwaltsserie. Eli Stone ist ein Anwalt, der durch Visionen von vielleicht Gott, oder einer höheren Macht oder einfach nur durch Menschenkenntnis juristische Aufträge erhält, die manchmal aussichtslos erscheinen und manchmal an die seelische Substanz gehen, denen er sich dann mit all seinem Herz, Verstand und seinem Mut stellt.In Staffel 1 dieser überdurchschnittlich gut geschriebenen Serie, sieht man wie sich Eli Stone von einem gewissenlosen Finanzanwalt zu einem wahren Menschen entwickelt, der erkennt, dass sein Beruf seine Macht ist, mit der er vielen Menschen helfen kann. Visionen von z.B. George Michael weisen ihm den Weg zu den Klienten. Sein Umfeld scheint den neuen Eli nicht zu verstehen, weil sie die Dinge nicht so sehen wie er es tut. Vergleiche zu anderen Serien sind mehrheitlich unsinnig. Eli ist nicht durch neurotische Fantasien getrieben wie Ally McBeal, Eli ist ein Macher! Getragen wird die Serie mit großem Abstand durch die sympathische Darstellung von Jonny Lee Miller, der so gut ist, dass er schon nach wenigen Folgen zum Freund des Zuschauers wird. Ebenso lobenswert sind die Leistungen von Natasha Henstridge, Sam Jaeger, Loretta Divine, James Saito, Julie Conzalo, Thomas Cavanagh, Matt Letscher und Victor Gabor. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eli wird unrecht getan ...,
Rezension bezieht sich auf: Eli Stone - die komplette erste Staffel (4 DVDs) (DVD)
Ich finde die Serie klasse, gerade weil ich Ally McBeal seinerzeit unheimlich gut und erfrischend fand und überhaupt keinen Grund sehe, warum nicht ein männliches Ally-Pendant existieren kann.Der unheimlich sympathische Anwalt hat mich von der ersten Folge an mitgerissen und da ich George Michael-Fan bin, waren für mich die Folgen, in denen er Eli erschienen ist, sowieso schon genial. Man hört ja von George so wenig in letzter Zeit, und wenn, dann nur Negatives. Diesen etwas "verkalkten" und vergessenen ehemaligen Popkönig in die Serie einzubinden, war die beste Idee überhaupt. Gut, die Serie hat dann mit der Zeit für mich auch ein bisschen den Reiz verloren, weil nach George Michel die zündenden Ideen etwas fehlen. Doch die Figuren mag ich inzwischen so gerne - nicht nur Eli, auch seine Kanzleikollegen - dass ich es natürlich weiterhin schaue. Zu den anderen Figuren muss ich noch sagen, dass ich die Besetzung äußerst gelungen finde: Natasha Henstridge, die so viel schöner und souveräner geworden ist seit Species, die erfrischende "Maggie", die ich hier zum ersten Mal gesehen habe und von Anfang an bezaubernd fand. Und nicht zuletzt Victor Garber, den ich schon seit Alias kenne und der einfach verdammt cool ist. Wenn er hier und da durch die coole Fassade durchblicken lässt und George Michael trällert oder sich als sein grosser Fan outet, das ist einfach nur zum Schreien lustig. Ich finde es sehr sehr schade, dass eine Serie, die so viel Spaß macht, so sympathisch rüberkommt und ziemlich viel Potential für weitere Staffel bereit hält, jetzt künftig einfach abgesetzt bzw. nicht weiter produziert wird (das habe ich irgendwo gehört, die anderen Rezensionen bestätigen dies auch). Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
29 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
McBeal vs. Stone,
Von
Rezension bezieht sich auf: Eli Stone - die komplette erste Staffel (4 DVDs) (DVD)
Zu aller erst: Worum geht es bei Eli Stone?Nun, Eli ist Anwalt und Eli ist krank. Er hat Wahnvorstellungen und sieht Dinge die eigentlich nicht da sind. Immer wenn er in Verbindung mit einem Fall kommt, bei dem er quasi für die "Guten" eintreten könnte, tauchen diese Wahnvorstellungen auf und verfolgen ihn - solange bis er den Fall annimmt. Die Serie hat einen eigenwilligen Humor, sie ist einfach etwas verrückt. Und wer verrückte Sachen lustig findet, der findet auch diese Serie lustig. Eli Stone hat ziemlich viele Gemeinsamkeiten mit der Anwaltsserie Ally McBeal. - der Humor ist der selbe! - beides Anwälte - beide halten coole Schlussplädojes - beide haben zwischendurch verrückte Wahnvorstellungen, die vorzugsweise mit Musik zusammenhängen Der einzigste Unterschied ist wahrscheinlich, dass Eli nicht pausenlos auf der Suche nach der großen Liebe ist. Eli Stone, der gleich in der ersten Folge mit George Micheal als Gaststar auftrumpft, hat auf jedenfall potential zu einer verrückt(witzigen) Anwaltsserie mit geiler Musik, schönen Beziehungen (Eli´s Sekretärin ist toll), und spannenden Fällen. Mein Fazit lautet, Eli ist keine billige Abklatsche von Ally McBeal, im Gegenteil: McBeal-Fans wird die Serie sicher gefallen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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